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Wozu eine "strukturierte Bibeleinführung"?
Gott bietet uns durch Sein Wort eine wertvolle Hilfe für die heutige Zeit an. In unseren unruhigen Tagen ist es mehr denn je erforderlich, Gottes Willen zu erkennen und ein "Gefühl" zu haben, wie wir diesen in vielfältigen Situationen erkennen und anwenden können.
Wenn wir ein "Bild gesunder Worte" haben, also die Grundzüge des Wesens und Wirkens Gottes und Seines Wortes verinnerlicht haben, so haben wir gutes "Rüstzeug" um ein gottgemäßes Leben zu führen und in Problemen und Widerständen bestehen zu können.
"Halte fest das Bild gesunder Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christo Jesu sind. Bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt." (2.Tim.1,13) "... weil du [...] die heiligen Schriften kennst, die vermögend sind, dich weise zu machen zur Seligkeit" (2.Tim.3,15).
Wir sind uns im Klaren, dass das "Aneignen" dieses Schutzes Fleiß erfordert und uns nur beschränkte Zeit zur Verfügung steht, wir also möglichst effektiv arbeiten müssen. Dass es sich aber lohnt, zeigt uns exemplarisch der folgende Abschnitt:
"wenn du meine Reden annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst, so dass du dein Ohr auf Weisheit merken lässt, dein Herz neigst zum Verständnis; ja, wenn du dem Verstande rufst, deine Stimme erhebst zum Verständnis; wenn du ihn suchst wie Silber, und wie nach verborgenen Schätzen ihm nachspürst: dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen und die Erkenntnis Gottes finden. Denn Jehova gibt Weisheit; aus seinem Munde kommen Erkenntnis und Verständnis. Er bewahrt klugen Rat auf für die Aufrichtigen, er ist ein Schild denen, die in Lauterkeit wandeln; indem er die Pfade des Rechts behütet und den Weg seiner Frommen bewahrt. Dann wirst du Gerechtigkeit verstehen und Recht und Geradheit, jede Bahn des Guten. Denn Weisheit wird in dein Herz kommen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein; Besonnenheit wird über dich wachen, Verständnis dich behüten: um dich zu erretten von dem bösen Wege [...]" (Spr.2,1-12)
Die folgende Grobstruktur stellt eine "Grundausstattung" aus unserer Sicht dar. Erweiterungen sind herzlich willkommen, wir haben uns zunächst auf die wesentlichen Leitlinien beschränkt.
Die Bibel
Einleitung
Der Begriff "Bibel" stammt vom griechischen Wort "biblos" (="ein Buch") ab. Ausländische Übersetzungen verwenden zumeist den Begriff "Heilige Schrift", was den Wert dieses Buches treffender beschreibt. Handelt es sich doch um "Gottes Wort", das Gott selbst durch inspirierte Schreiber in für uns verständliche Worte fassen ließ.
Untersuchen wir daher a) die Beweisführung der Bibel selbst, das es sich um ein Werk göttlichen Ursprungs handelt (biblische Belege) und b) die äußeren Indizien als Beleg des "übernatürlichen" göttlichen Ursprungs (außerbiblische Belege)
Die Bibel: Das Wort Gottes
Biblische Belege
Gottes Wort referenziert an vielen Stellen auf sich selbst und verwendet dabei die unterschiedlichsten Namen. Die vielen Verweise machen die Bibel so zu einer organischen Einheit.
Die Bibel bezeichnet sich selbst mit mehreren Namen, z.T. sind es Synonyme. Exemplarisch einige Verse, die die unterschiedlichen Wortverwendungen zeigen:
"Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, und wenn du auf dem Wege gehst, und wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen zu Stirnbändern sein zwischen deinen Augen; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben. [...] Ihr sollt fleißig beobachten die Gebote Jehovas, eures Gottes, und seine Zeugnisse und seine Satzungen, die er dir geboten hat. Und du sollst tun, was recht und gut ist in den Augen Jehovas, auf dass es dir wohl gehe und du hineinkommest und das gute Land in Besitz nehmest, welches Jehova deinen Vätern zugeschworen hat." (5.Mo.6,6-9.17-18)
"Gott, sein Weg ist vollkommen; Jehovas Wort ist geläutert; ein Schild ist er allen, die auf ihn trauen." (2.Sam.22,31)
"Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?". Wenn er jene Götter nannte, zu welchen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann nicht aufgelöst werden), saget ihr von dem, welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?" (Joh.10,34ff)
Eine Vielfalt an Hinweisen, dass die Bibel Gottes Wort und Willen enthält, möchten wir folgend auflisten:
| Referenz | Begriff | Kommentar |
| 5.Mo.6,6-9.17-18 | Worte/Stirnbänder/Gebote Jehovas/Zeugnisse/Satzungen | |
| Jos.1,8 | Buch des Gesetzes | |
| Jos.8,32-35 | Worte des Gesetzes/Buch des Gesetzes | |
| 2.Sam.22,31 | Jehovas Wort | |
| Psalm 1,2 | Gesetz Jehovas/sein Gesetz | |
| Psalm 12,6 | Worte Jehovas/Silber | Betont die Reinheit und den Wert des Wortes Gottes |
| Psalm 19,7-11 | Gesetz Jehovas/Zeugnis Jehovas/Vorschriften Jehovas/Gebot Jehovas | |
| Psalm 93,5 | Zeugnisse | Betont den Aspekt der Verbindlichkeit und Belegbarkeit |
| Psalm 119,9.11.18.89-93.97-100.104-105.140 | Dein Wort/Dein Gesetz/Dein Gebot/Deine Vorschriften/Deine Verordnungen | |
| Spr.30,5-6 | Rede Gottes/Seine Worte | |
| Jes.55,10-11 | Sein Wort | |
| Jer.15,16.23.29 | Deine Worte | |
| Jer.23,29 | Wort wie Feuer/Wort wie ein Hammer | Gottes Wort ist kein passives Nachschlagewerk, es wirksam und mächtig |
| Dan.10,21 | Buch der Wahrheit | Es wird kein "böses Erwachen" geben, dass der Schatz, den wir aus Gottes Wort zusammentragen sich plötzlich als Phantasiegebilde herausstellt. |
| Matth.5,17-19 | Gesetz/Gebote | |
| Matth.22,29 | die Schriften | |
| Mk.13,31 | meine Worte | der Begriff "mein" lässt und die persönliche Beziehung Gottes zu uns erkennen |
| Luk.16,17 | das Gesetz | |
| Joh.2,22 | die Schrift/das Wort | |
| Joh.5,24 | mein Wort | |
| Joh.10,35 | Gesetz/Wort Gottes/Schrift | |
| Apg.17,11 | das Wort/die Schriften | |
| Röm.10,17 | Gottes Wort | Die Angabe des Autors zeigt uns analog zu dem Begriff "heilige" den Status der Bibel und die Ehrfurcht, die wir seinem Wort gegenüber empfinden sollten |
| Kol.3,16 | Wort des Christus | |
| 1.Thess.2,13 | Wort der Kunde Gottes/Gottes Wort | |
| 2.Tim.2,15 | Wort der Wahrheit | |
| 2.Tim.3,15-17 | heilige Schriften/die Schrift | Der Begriff "heilige" verdeutlicht uns den Status der Bibel und die Ehrfurcht, die wir seinem Wort gegenüber empfinden sollten |
| 1.Petr.1,23-25 | das lebendige und bleibende Wort Gottes | Gottes Wort kann auch heute noch in allen Fragen helfen und behält seine Gültigkeit! Das Beschäftigen mit Gottes Wort ist eine Investition in etwas Bleibendes! |
| 2.Petr.3,15-16 | Paulus' Briefe/die übrigen Schriften | |
| Offb.1,2 | Wort Gottes/Zeugnis Jesu Christi | |
| Offb.22,18 | Buch der Weissagung |
Außerbiblische Belege
Die Bibel erhebt nicht nur den Anspruch, Gottes Wort zu sein, sondern belegt seine Einzigartigkeit auch mit deutlichen Argumenten.
Die Kontinuität
Die Bibel wurde von über 40 Autoren unterschiedlichster Stände und Funktionen geschrieben:
| Autor | Berufsstand |
| Mose | Prinz |
| Josua | Oberbefehlshaber |
| David | König |
| Daniel | Ministerpräsident |
| Esra | Priester/Schriftgelehrter |
| Nehemia | Vorkoster |
| Amos | Hirte |
| Matthäus | Zollbeamter |
| Lukas | Arzt |
| Paulus | Zeltmacher (heute: Sattler) |
Der Zeitraum der Entstehung reicht von 1450 v.Chr. bis ca. ins Jahr 100, er umspannt also ungefähr 1500 Jahre. Doch ist die Bibel von 1.Mose bis zur Offenbarung aus "einem Guss".
Die Orte, an denen die einzelnen Bücher verfasst wurden, umfassen Asien, Europa und Afrika. Moses schrieb in der Wüste, Jeremia und Paulus in Gefängnissen, Lukas schrieb während seiner Reisen, Daniel im königlichen Palast, Johannes auf der Insel Patmos.
Beachten wir auch, dass die Bibel in den Sprachen Hebräisch, Aramäisch und Griechisch verfasst wurde und sich dennoch harmonisch zusammenfügt.
Betrachten wir die Zeitspanne, die in Gottes Wort behandelt wird, so reicht sie von vor der Erschaffung der gegenwärtigen Welt bis hin zur Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde. Es handelt sich um einen definierten Beginn und einen definierten Abschluss.
Das Alte Testament enthält bereits eine Fülle an lehrmäßigen globalen Wahrheiten die wir auch im Neuen Testament finden, wie beispielsweise das Wesen Gottes, die Lehre der Sünde
die Lehre der Errettung sowie die Wege Gottes mit der Welt im allgemeinen, für Israel und für Seine Kirche. Sie durchlaufen die Bibel wie rote Fäden und werden meist in der Zukunft Erfüllung finden.
Die Reich- und Tragweite der biblischen Offenbarungen
Das Wort Gottes umfasst einen unvergleichlich großes Betrachtungsspektrum. So beschreibt es "horizontal" die Geschehnisse von der Schöpfung bis zur Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde, bei "vertikaler" Berücksichtigung von Himmel, Erde der Hölle. Dabei verfolgt es das Wirken Gottes in vielen Situationen von ihrem Beginn bis zu ihrem Abschluss.
Wir erfahren detailliert, wie unter einem Mikroskop, die Abfolge und die Zielsetzung der Schöpfung und von Gottes Wegen mit seinen Geschöpfen.
Gleich einem Stereoskop zeigt Gottes Wort uns die Geschöpfe und Objekte des Himmels und der Erde in der gottgemäßen Relation zueinander.
Verwundert es uns nicht, dass viele Bücher der Bibel ohne großes Vorwissen oder moderne Forschungsmöglichkeiten Fakten enthalten, die später untermauert wurden, sie aber niemals als unwahr beiseite gestellt werden konnten? Das Wahrheiten aus "Urzeiten" heute gleichermaßen anwendbar sind und ihre Gültigkeit behalten?
Ja, die biblische Wahrheit geht weit über das menschliche Vermögen hinaus, sie umspannt die "vergangene Ewigkeit" und die "zukünftige Ewigkeit" und offenbart Wahrheiten, die nur Gott kennen und Wahrheit werden lassen kann. Prüfen wir nur einige prophetische Hinweise zu unserem Herrn und Heiland Jesus Christus:
| Prophetische Wahrheit | Andeutung | Erfüllung |
| Er wird als Mensch geboren, aber als Sohn Gottes gegeben | Jes.9,6 | Luk.2,6-7, Joh.3,16 |
| Er wird von einer Jungfrau geboren | Jes.7,14 | Matth.1,23 |
| Er wird in Bethlehem geboren | Micha 5,1 | Matth.2,1-6 |
| Er reitet auf einem Esel in Jerusalem ein, unter dem Jubel des Volkes | Sach.9,9 | Matth.21,1-5 |
| Er wird für 30 Geldstücke verraten und verkauft | Sach.11,12-13 | Matth.27,3-6 |
| Er wird ausgepeitscht, geschlagen und bespuckt | Jes.50,6, Jes.53,4 | Matth.27,27-31, Joh.19,1 |
| Er wird getötet werden | Jes.53,7-9 | Matth.27,33-54 |
| Er wird an Händen und Füßen durchbohrt werden | Ps.22,17, Jes.53,5 | Joh.19,18, Joh.20,27, 1.Petr.2,24-25 |
| Seine Knochen werden nicht gebrochen | Ps.34,21 | Joh.19,33-36 |
| Seine Kleider werden verteilt und sein Gewand verlost | Ps.22,19 | Matth.27,35 |
| Sein toter Leib wird in das Grab eines reichen Mannes gelegt werden | Jes.53,9 | Matth.27,57-60 |
| Er wird von Gott aus den Toten auferweckt werden | Ps.16,10 | Apg.2,29-32 |
Ein weiteres Beispiel erfüllter Prophetie finden wir in dem historischen Schicksal von Tyrus, Stadt am Mittelmeer:
Die wirtschaftlich sehr erfolgreiche Stadt Tyrus, eine Hafenstadt der Phönizier, wird zuerst in Jos.19,29 erwähnt. Verfolgen wir die weitere Entwicklung in der Bibel, so nahmen Unabhängigkeit von Gott und praktizierte Sünde immer mehr zu. Nach der Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier wähnten sie sich in konkurrenzloser Vorrangstellung, Sünde und Gottlosigkeit waren an der Tagesordnung.
Doch lesen wir Hes.26 und Hes.28:
1. Angriff und Zerstörung der Stadt durch den babylonischen König Nebukadnezar (Hes.26,7ff).
2. Abtragung der Mauern der Stadt mit dem Hinweis "und deine Steine und dein Holz und deinen Schutt werden sie ins Wasser werfen" (Hes.26,12).
3. Die Zukunft der Stadt wird beschrieben als ein öder und verlassener Ort, der nur noch Fischern zum Trocknen der Netze dienen und nie wieder aufgebaut werden wird (Hes.26,4.14.19).
Lasst uns nun nachschlagen, wie es wirklich mit Tyrus, Stadt am Mittelmeer weiterging:
Nur kurz nach der Prophezeiung (585 v.Chr.) griff Nebukadnezar II wirklich an und belagerte Tyrus 13 Jahre lang. Im Jahr 573 v.Chr. fiel Tyrus und wurde von Nebukadnezar völlig zerstört! Während der langen Belagerung zog sich fast die gesamte Bevölkerung auf eine der Küste vorgelagerte Insel zurück und baute dort ein "neues Tyrus" auf. Rund 250 Jahre später (333 v.Chr.) zog Alexander der Große mit seinen Armeen an der Mittelmeerküste entlang Richtung Süden. Tyrus unterwarf sich aufgrund seiner vermeintlichen Uneinnehmbarkeit der Insel nicht. Doch Alexander der Große baute innerhalb von nur sieben Monaten einen 60m breiten Damm aus dem Schutt des "alten Tyrus"" (warf dessen Schutt also ins Wasser). So wirkten Nebukadnezar und Alexander der Große an der Erfüllung der prophetischen Weissagung in allen drei Punkten mit. Und Tyrus? Von dem "alten Tyrus" sind nur noch kahle Felsen übrig, auf denen Fischer ihre Netze trocknen...
Warum sollten wir vor diesem Hintergrund an den Verheißungen und Warnungen, die uns betreffen, zweifeln?
Der Einfluss und Verbreitung der Bibel
Wenn man die Aktualität der Bibel betrachtet und das enorme Interesse, das für dieses Buch besteht, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Bibel auch hinsichtlich der Anzahl der Übersetzungen und Auflagen, die von ihr gemacht wurden, einzigartig ist. Die Bibel gehört zu den ersten Büchern, die je übersetzt wurden: Rund 250 v. Chr. wurde das ganze Alte Testament in die griechische Sprache übersetzt. Diese Übersetzung nennt man Septuaginta. Seitdem ist die Bibel um ein Vielfaches mehr übersetzt, überarbeitet und kommentiert worden als jedes andere Buch der Welt. Zur Zeit arbeiten weltweit mehr als 4000 Fachleute hauptamtlich und nebenamtlich an Bibelübersetzungen. Im Jahr 1978 war die ganze Bibel in 268 Sprachen und Dialekten erschienen und das Neue Testament in weiteren 453 Sprachen, während in noch einmal 939 anderen Sprachen Teile der Bibel ausgegeben waren; das macht zusammen 1660 Sprachen. Im Jahr 1990 ergab die Zählung 318,726 und 902, das macht zusammen 1946 Sprachen. Auch in dieser Hinsicht ist die Bibel ohne Beispiel. Dasselbe gilt für die Verkaufsziffern der Bibel. Die Bibel wurde von mehr Menschen gelesen, in mehreren Sprachen publiziert und in größeren Mengen verkauft, als jedes andere Buch der Welt. Es ist möglich, dass kurzfristig (z.B. einen Monat) ein bestimmter Bestseller in größerer Menge verkauft wird als die Bibel; aber auf lange Sicht gesehen gibt es kein Buch, das den Verkaufsziffern der Bibel auch nur entfernt gleichkommt.
Die Bibel (ihr ältester Teil) war das erste geschriebene Buch - und sie war auch das erste gedruckte Buch von Bedeutung: in der Form der lateinischen Vulgata, auf der Druckpresse von Gutenberg. Daher ist sie auch das kostbarste Buch der Welt, denn die Gutenberg-Bibel ist heute pro Exemplar mehr als eine halbe Million DM wert!
Seit der Erfindung der Buchdruckerkunst sind buchstäblich hundert Millionen Bibeln von den Druckerpressen gerollt. An der Spitze liegt die Erstauflage der New International Version mit 1,2 Millionen Exemplaren, herausgegeben am 27. Oktober 1978, die größte Erstauflage eines Buches in der Geschichte der Buchdruckkunst. Als am 30. September 1952 die Revised Standard Version erschien, waren für die erste Auflage eine Million Exemplare gedruckt worden. Um der Nachfrage nach Bibeln gerecht zu werden, müssen die Bibelgesellschaften und Bibelherausgeber mehr als eine Bibel oder Bibelseite pro Sekunde publizieren, Tag und Nacht! Schon allein das Evangelische Bibelwerk in Deutschland gab 1978 für die Bundesrepublik 589752 Bibeln und 317621 Neue Testamente heraus. Dass die weltweite Verbreitung der Bibel immer noch zunimmt, zeigt die nachfolgende Statistik:
| 1970 | 1978 | 1990 | |
| Bibeln | 5.159.032 | 9.280.222 | 16.234.259 |
| Neue Testamente | 11.717.092 | 12.223.577 | 12.205.802 |
| Einzelne Bibelbücher | 32.835.300 | 38.104.521 | 43.316.378 |
| Bibelteile | 123.692.991 | 396.305.430 | 567.473.410 |
| Gesamt | 173.404.415 | 455.913.750 | 639.229.849 |
Man hat schon ausgerechnet, dass im Jahre 2000 nicht weniger als 1 Milliarde Bibeln und Bibelteile benötigt werden. Es gibt einen enormen Markt in den Ländern des Ostens und der dritten Welt, und die Anzahl der Ausgaben in den Sprachen dieser Länder nimmt noch immer zu. Es gibt keinen Zweifel: ob wir nun an Homer oder Ovid, Augustinus oder Thomas von Aquin, Shakespeare oder Goethe denken, die Bibel übertrifft sie alle mit Leichtigkeit. Niemand kann bestreiten, dass die Bibel in dieser Hinsicht einzigartig ist.
(aus "Het onstaan van de bijbel" von Prof. Dr. W.J. Ouweneel und W.J.J. Glashouwer)
Einige Beispiele, die Gottes Wirken hinsichtlich seines Wortes zeigen:
In den vierziger Jahren musste die Britische und Ausländische Bibelgesellschaft, um der Nachfrage nachzukommen, alle drei Sekunden eine komplette Bibel, Tag und Nacht, produzieren. Dies bedeutete eine Tagesproduktion von 32.876 Bibeln und das 365 Tage im Jahr. So wurden in einem Jahr die Bibeln in 4.583 Kisten mit einem Gesamtgewicht von 490 Tonnen in alle Welt verschickt.
Schon 303 AD befahl Diokletian per Edikt, „den Gottesdienst der Christen zu stoppen und ihre Schriften zu zerstören.“ Wahrscheinlich sind einige der Originale diesem Feuer zum Opfer gefallen, aber stoppen konnte man die Ausbreitung der Schriften auch dadurch nicht. Ironie der Geschichte: Nur 25 Jahre später wurde, wie der Kirchenvater Eusebius berichtet, per Edikt von Konstantin der Auftrag erteilt, 50 vollständige Kopien der Heiligen Schrift auf Kosten des römischen Staates herzustellen.
Voltaire sagte einmal, dass das Christentum 100 Jahre nach seiner Zeit ausgewischt sein würde. Doch Geisler und Nix schreiben in „A General Introduction to the Bible“ (Allgemeine Einführung in die Bibel) 1968, dass die Genfer Bibelgesellschaft nur 50 Jahre nach Voltaires Tod Berge von Bibeln in Voltaires Haus und auf seiner Druckerpresse produzierte.
Bernhard Ramm fügt hinzu: "Tausendmal wurde die Bibel zu Grabe geläutet, der Beerdigungszug gebildet, die Inschrift auf den Grabstein gemeißelt und die Totenrede gehalten, aber irgendwie war der Leichnam nie tot zu kriegen. Kein anderes Buch wurde so zerhauen, zerstochen, gesichtet, untersucht und geschmäht. Welches Buch der Philosophie oder Religion oder Psychologie oder Belletristik, der Klassik oder der Moderne wurde je solchen massiven Angriffen ausgesetzt wie die Bibel, mit solcher Gehässigkeit und Zweifelsucht, mit solcher Gründlichkeit und Gelehrtheit, in jedem Kapitel, jeder Zeile, jeder Aussage? Die Bibel wird nach wie vor von Millionen geliebt, von Millionen gelesen, von Millionen studiert."
Die Bibel bleibt bis heute das meistgelesene Buch der Welt(geschichte). Es gibt kein Buch, dass in mehr Sprachen veröffentlich wurde, als die Bibel. Sie war auch das erste Buch der Geschichte, das übersetzt wurde und das erste, das gedruckt wurde (die Vulgata in lateinischer Sprache auf Gutenberg´s Presse). Die Wirksamkeit des Wortes Gottes und ihre Verbreitung ist auch heute noch ungebrochen.
Der inhaltliche Gegenstand der Bibel
Betrachten wir die souveräne Handhaben und Erläutern von unbekannten und unkennbaren Umständen gleich bekannten Fakten, detaillierte Beschreibungen der Zeiten, bevor überhaupt ein Mensch existierte, das Wesen und Wirken Gottes, so erkennen wir, dass es ein "übermenschliches" Wissen sein muss.
Die biblische Prophetie der Weltgeschichte, von Israel und Seiner Kirche wird transparent offengelegt. Jeder genannte Aspekt ist verbindlich, klar beschrieben und zeitlos. Gottes Wort unterweist und schenkt und Einblick in Zeit und Ewigkeit.
Die Bibel als literarisches Werk
Die Bibel ist "trotz" des erhabenen Gegenstandes ein auch literarisch attraktives Werk.
| Sprachliches Mittel | Verwendung |
| Gleichnisse | Matth.13 |
| Biographien/Stammbäume | Matth.1 |
| Religiöse Dichtung | Psalmen |
| Lyrische Poesie | Hohelied |
| Gesetzestexte | 3.Mose 6 |
| Geschichtsschreibung | 1.Chronika, 2.Chronika |
| Prophetien | Dan.7,1 |
Die Bibel ist Gottes Wort und als solches heilig, zu unserem besseren Verständnis handelt es sich aber um ein "Geschichtsbuch", "Bilderbuch", "juristischen Leitfaden", "Gedichtband", "romantische Erzählung" und einen "moralischen Verhaltenskodex". Wie dankbar dürfen wir allein schon deshalb für dieses vielfältige literarische Werk sein, welches jeden Menschen erreichen möchte und kann!
Die vorbehaltlose Autorität der Bibel
Die Bibel ist, obwohl durch Menschen geschrieben, nicht durch den Willen von Menschen beeinträchtigt oder davon abhängig, ob wir an ihrem Inhalt Gefallen finden. Sie deckt die Sünde und das Fehlverhalten ihrer besten Leute als Warnung für uns auf. Eindringlich warnt sie uns vor dem Vertrauen auf unsere eigene Kraft und veranschaulicht uns den Fehler, uns selbst als Maßstab zu akzeptieren.
Auch wenn sie durch Menschen niedergeschrieben wurde, wendet sich Gott selbst in ihr an die Menschen. Wenngleich sie oft irdische Dinge und menschliche Erfahrungen anführt, beschreibt sie doch mit göttlicher Autorität und Klarheit globale Themen irdischer und himmlischer Art, sichtbare und unsichtbare Dinge, Aspekte über Gott, Menschen und Engel, erläutert Zeit und Ewigkeit. Leben und Tod, Sünde und Errettung, Himmel und Hölle finden allesamt Berücksichtigung.
Dieses Buch könnte nicht von einem Menschen geschrieben werden, selbst wenn er es wollte. Der Gründer und vormals Rektor des Dallas Theological Seminary in Dallas, Lewis S. Chafer, drückt es so aus: „Die Bibel ist kein solches Buch, wie ein Mensch es schreiben würde, wenn er könnte, oder schreiben könnte, wenn er wollte.“
Die Bibel ist also, obwohl durch Menschen geschrieben, eine Nachricht von Gott an uns Menschen und enthält nur deshalb diese Sicherheit, Gewissheit und den Frieden, den nur Gott selbst geben kann.
Der übernatürliche Charakter der Bibel
Vor allem anderen stellt die Bibel die Person und die Herrlichkeit Gottes, geoffenbart in seinem Sohn Jesus Christus, vor unsere Augen und Herzen.
Kein Mensch, nicht einmal der moralisch einwandfreiste oder geistlichste könnte sich eine Person wie unseren Herrn und Heiland erdacht haben. Der außergewöhnliche Charakter der Bibel ist in der Offenbarung Jesu Christi verankert.
Die Betrachtung des Gleichklangs der Bibel (Gottes geschriebenem Wort) und Gottes Sohn (als dem lebendigen Wort Gottes) zeigen uns einen wertvollen Maßstab, was menschlich und was göttlich ist. Beide haben göttlichen Ursprung und üben Autorität auf die aus, die glauben um sie zu bewahren und weise zu machen. Gottes Wort ist für alle aus ihrer Sicht "Weisen und Verständigen verborgen", aber "Unmündigen geoffenbart" (Matth.11,25).
Die Bibel: Von Gott inspiriert
Die Bibel ist das einzige Buch, das durch "göttliche Inspiration" ("Einhauchung"), eine persönlichen Führung der Schreiber durch Gott selbst, geschrieben wurde.
Das ist ein Unterschied zu dem heutigen Wirken des Heiligen Geistes in der Wortauslegung beispielsweise!
Vergleichen wir dazu die folgenden beiden Verse:
Inspiration: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit; damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt." (2.Tim.3,16.17)
Geistesleitung: Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer redeten, getrieben im Heiligen Geiste. (2.Petr.1,21).
Wir erkennen, a) dass die Schriften inspiriert waren, nicht die Schreiber und b) die gesamte Schrift inspiriert ist, ungeachtet, ob es sich um historische, lehrmäßige oder prophetische Schriften handelt, um das Alte oder um das Neue Testament.
Was bedeutet der Begriff „Verbalinspiration"?
Sie bedeutet eine wörtliche Eingebung. Denn wenn die Schriften von Gott inspiriert sind, so ist es auch jedes einzelne Wort des Grundtextes. Das erkennen wir auch, wenn wir von der Wichtigkeit der "Worte" lesen.
Einige Beispiele zu der Bedeutung, die die Bibel Worten zumisst:
- Petrus sagt: „Zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." (Joh.6,68).
- Jakobus führt in seiner Rede die „Worte" der Propheten an (Apg.15,15).
- Paulus schreibt an die Heiligen in Korinth: „...die wir auch verkündigen, nicht in „Worten", gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist." (1.Kor.2,13). Der Heilige Geist lehrte Paulus, welche Worte er benutzen sollte.
Die Gesamtheit der Schriften bildet das Wort Gottes. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament lesen wir von „den Worten Gottes" (1.Chron.25,5; Hes.9,4; Ps.107,11; Joh.3,34; 8,47; Offb.17,17). Sein Wort muss weder ergänzt noch darf davon etwas weg genommen werden (5.Mo.4,2; 12,32; Offb.22,18.19).
Die obigen Abschnitte sollen verdeutlichen, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist. Nichts weniger wäre Gott gegenüber angemessen, und nichts weniger als dieses würde den Bedürfnissen des Menschen gerecht. Inmitten der vielen unsicheren Dinge um uns herum benötigt der Mensch Worte, auf die sein Glaube sich stützen kann. Diese hat er in den inspirierten Schriften. Der Herr Jesus sagt: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben." (Joh.6,63). Er hat Worte ewigen Lebens; und, durch die Gnade Gottes haben viele Seelen sie als solche erkannt und haben keine Zweifel an der vollkommenen Inspiration der Schrift ebenso wenig wie an der Existenz Gottes selbst.
Es muss angemerkt werden, dass die Schrift die Aussprüche böser Menschen und Satans selbst aufzeichnet. Es muss fast nicht erwähnt werden, dass nicht diese Aussprüche sondern die Aufzeichnungen darüber inspiriert sind. Paulus macht ebenso, wenn er über die Frage der Heirat schreibt, einen Unterschied zwischen dem, was er als sein Urteil und was er als Gebote des Herrn schreibt. „Ich gebe eine Meinung", sagt er; und noch einmal, „ich gebiete aber" (1.Kor.7,6.10.12.25). Er war angewiesen, sein geistliches Urteil aufzuzeichnen und zu zeigen, dass es nicht um einen Befehl Gottes handelte.
Einige haben eine Schwierigkeit mit dem, was das menschliche Element der Inspiration genannt wird. Wenn die Worte der Schrift inspiriert sind, so wird gefragt, wie kann es dann sein, dass der Stil des Verfassers so offensichtlich ist? Der Stil des Johannes zum Beispiel unterscheidet sich klar von dem des Paulus. Die einfache Antwort ist, dass so, wie viele unterschiedlich sprechen, auch unterschiedlich schreiben. Gott hat den Verstand des Menschen genauso wie seinen Körper gemacht. Gott ist sicherlich in der Lage, den Verstand eines jeden Schreibers so zu benutzen, dass dieser genau das schreibt, was Gott wünscht. Gott benutzt den Verstand des Menschen, um seine eigenen Absichten mit dem Menschen zu erklären.
"Kritiker der Verbalinspiration merken an, dass die meisten Personen die Schrift in einer Übersetzung lesen, wovon nicht gesagt werden kann, dass die Worte inspiriert seien. Aber wenn die Übersetzung exakt die gleiche Bedeutung wie im Original transportiert (Anm. des Übersetzers: nämlich dem Sinn und nicht dem Buchstaben nach), darf davon gesprochen werden, dass die Worte inspiriert sind: zum Beispiel kann sicherlich gesagt werden, dass die Worte „Gott ist Liebe" dieselben sind wie „ο θεος αγαπη εστιν" oder „Deus caritas est", „Dieu est amour", oder „Dio e carita", und zwar für solche, die es lesen können. Es mag sein, dass die oben genannten Übersetzungen nicht in allem dieselben wie im Griechischen sind; aber diese Tatsache zeigt lediglich die große Wichtigkeit, eine korrekte Übersetzung in seiner Mundart (Sprache) zu haben. Und es darf nicht vergessen werden, dass der Herr selbst und die das Neue Testament geschrieben haben oftmals die Septuaginta anführten, welche eine Übersetzung aus dem Hebräischen ist. Sie führten die Septuaginta an als die Schrift selbst." (aus: Concise Bible Dictionary, deutsche Version unter www.bibelkommentare.de)
Zusammenfassend können wir also drei Punkte festhalten:
- Bei den Autoren handelte es sich um "heilige Männer Gottes", die vom Heiligen Geist getrieben wurden (2.Petr.1,21). Auch Petrus und Paulus waren vom Heiligen Geist erfüllt (Apg.4,8; Apg.9,17; Apg.13,9), der sie auch antrieb.
- Alle Schrift ist von Gott eingegeben (2.Tim.3,16)! Der über fünfzig Mal im Neuen Testament für "Schrift" verwendete Begriff "graphe" steht zwar ausschließlich für das Alte Testament, doch wird das Alte Testament in diesem Kontext zweimal mit dem Neuen Testament gleichgesetzt: Paulus in 1.Tim.5,18-19 über 5.Mose 25,4/Luk.10,7 und Petrus in 2.Petr.3,16.
- Auch den Nachweis, dass auch die Worte vom Heiligen Geist inspiriert wurden, gibt uns Gottes Wort. In 1.Kor.2,13 wird ausdrücklich die Verbalinspiration dargelegt. Und Gott legt Wert auf jeden einzelnen Buchstaben seines Wortes, wie wir im Beispiel von Matth.5,17-18 sehen!
Die Bibel: Inhalt und Zweck
Jesus Christus, der zentrale Gegenstand
Die Bibel zeigt uns in der Person und dem Wirken unseres Herrn und Heiland Jesus Christus ein vollkommenes und nacheifernswertes Vorbild! In vielen Beispielen erkennen wir göttliche Verhaltensweisen und erkennen mehr und mehr die wunderbare Person Jesu Christi. Die Betrachtung unseres Herrn in seiner Vielfalt wird ein reicher Segen sein!
Jesus Christus, der Schöpfer
In 1.Mose 1,1 wird uns mitgeteilt, dass Gott ("Elohim", also Mehrzahl) "die Himmel und die Erde schuf" ("schuf" steht im Grundtext als Einzahl), in Joh.1,3 und Kol.1,16.17 wird Gott, der Sohn als "Erschaffer" genannt.
Das legt die folgende Unterscheidung nahe:
| Gott, der Vater | plante | "alle Dinge sind von dem Vater"(1.Kor.8,6) |
| Gott, der Sohn | erschuf | "alle Dinge sind durch ihn [...] geschaffen" (Kol.1,16) |
| Gott, der Heiligen Geist | wirkte in Gott, dem Sohn und war ebenfalls präsent | "der Geist Gottes schwebte über den Wassern" (1.Mose 1,2) |
Das bekräftigt auch der Vers "Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat." (Hebr.1,1-2)!
Wir erkennen also, dass die Schöpfung ein Gemeinschaftswerk war, Jesus Christus aber der Erschaffende war. In seinem perfekten Universum sehen wir also sein vollkommenes "Handwerk".
Jesus Christus, der Herrscher der Welt
Da unser Herr, wie wir sehen durften, die Welten geschaffen hat, obliegt ihm auch die Macht des höchsten Herrschers dieser Welt. Gottes Wort zeigt uns oftmals die Souveränität Gottes in Bezug auf die Herrschaft über diese Erde, doch mit dem erkennbaren Ziel, das Gott, der Sohn, Christus, herrschen soll:
- "Habe doch ich meinen König gesalbt auf Zion, meinem heiligen Berge! Vom Beschluss will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum die Enden der Erde." (Psalm 2,8.9)
- "Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, dass jedes Knie sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören wird." (Jes.45,23)
- "Denn es steht geschrieben: "So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge soll Gott bekennen" (Röm.14,11)
- "Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters." (Phil.2,9-11)
- "Und er trägt auf seinem Gewande und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren." (Offb.19,16)
- "Spruch Jahs zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!" (Psalm 110,1)
Wir erkennen aus diesen Versen, dass Gott, der Sohn die Herrschaft von Gott, dem Vater zur Verfügung gestellt bekommt, sich jedes Knie vor ihm beugen wird und Gott bekannt und verherrlicht werden wird! Wie anders als heute, wo wir doch eher die Haltung von Psalm 2,2 erkennen.
Viele Reiche und Throne sind stark geworden und/oder gefallen. Denken wir an Ägypten, Assyrien, Babylon, Griechenland, das Perserreich oder Rom. Das Königreich des Sohnes wird vom Himmel aus von Christus selbst regiert werden: "Ich schaute in Gesichten der Nacht: und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie eines Menschen Sohn; und er kam zu dem Alten an Tagen und wurde vor denselben gebracht. Und ihm wurde Herrschaft und Herrlichkeit und Königtum gegeben, und alle Völker, Völkerschaften und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergehen, und sein Königtum ein solches, das nie zerstört werden wird." (Dan.7,13.14)!
Er wird bei seinem "zweiten Kommen" auch als Sohn Davids (Luk.1,31-33) dessen Thron einnehmen und Herrscher Israels sein: "...und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen ewiglich, und seines Reiches wird kein Ende sein.".
Seine Herrschaft wird dann die Nationen und sein Volk Israel (sowie seine Versammlung, deren Haupt er gemäß Eph.1,22-23 ist), umfassen und er wird König der Könige und Herr der Herren" sein, wie es ihm gebührt!
Jesus Christus, das verkörperte Wort Gottes
Insbesondere das Neue Testament stellt uns Jesus Christus als "fleischgewordenes" Wort Gottes vor Augen, als physikalische Verkörperung von dem, was Gott ist und offenbart uns das Wesen Gottes:
| Eigenschaft | Referenzverse |
| Weisheit | |
| Kraft/Stärke | |
| Heiligkeit | |
| Liebe |
Jesus Christus ist "das Wort" (Joh.1,1), der "Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines (Gottes) Wesens" (Hebr.1,3) in Vollkommenheit. Kein Zerrbild oder Abbild, nein, eine vollkommene Offenbarung!
Durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, können Menschen Gott umfangreicher und detaillierter erkennen als durch jede andere Form göttlicher Offenbarungen! Welch eine Gnade ist es, dass sich Gott selbst, der ein unzugängliches und Licht bewohnt (1.Tim.6,16), in seinem Sohn offenbart, sich also für uns erkennbar macht! Danken wir ihm dafür!
Jesus Christus, unser Retter-Heiland
In Gottes Wort finden wir viele bemerkenswerte Bilder, die uns facettenreich Jesus Christus als unseren Heiland vor unsere Augen und Herzen stellen.
Er ist der "Heiland der Welt":
- "Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen, denn wir selbst haben gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist." (Joh.4,42)
- "Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt". (1.Joh.4,14)
Er ist der "Erretter":
- "Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute, in Davids Stadt, ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr." (Luk.2,11)
Er ist der "Same, der Satan den Kopf zermalmen wird":
- "Und Jehova Gott sprach zu der Schlange: Weil du dieses getan hast, sollst du verflucht sein vor allem Getier des Feldes! Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen." (1.Mose 3,15)
Er ist der Knecht Gottes, der die Sünde der Welt wegnimmt:
- "Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt; doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und Jehova hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit." (Jes.53,4-6)
Er ist das vollkommene Opfer geworden und ist wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben:
- "Denn ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften" (1.Kor.15,3)
- "...die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt.[...] Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm." (2.Kor.5,19.21)
- "Indem ihr wisset, dass ihr nicht mit verweslichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken" (1.Petr.1,18.19)
- "Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt." (1.Joh.2,2
- "Jesu Christo, welcher der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten [...] der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blute" (Offb.1,5)
Er ist der Hohepriester:
- "Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden. Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden, der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, sodann für die des Volkes; denn dieses hat er ein für allemal getan, als er sich selbst geopfert hat." (Hebr.7,25-27)
Es liegt unserem Gott offensichtlich sehr am Herzen, uns durch sein Wort mit dem einzigen (Apg.4,11-12) Mittel vertraut zu machen, dass uns verlorene Sünder erretten kann: Jesus Christus, der Heiland der Welt!
Die Geschichte des Menschen
Wenngleich die Geschichte des Menschen neben dem erhabenen zentralen Thema der Bibel, unserem Herrn Jesus Christus, verblasst, so kann uns die Betrachtung dieses Weges des Menschen doch sicher zur Belehrung sein!
Die Geschichte des Menschen beginnt am sechsten Schöpfungstag (1.Mose 1,26), Gottes Wort offenbart uns an vielen Stellen seinen Plan und sein Ziel für die menschliche Rasse.
Dazu einige "Meilensteine":
Altes Testament
Adam und Eva, die ersten Menschen, fielen in Sünde und wurden aus dem Paradies vertrieben.
Die direkten Nachkommen von Adam und Eva (Sem, Ham und Japhet) werden vor der Sintflut bewahrt und gründen in 1.Mose 10 die Hauptreiche der damals bekannten Welt.
Doch auch sie strauchelten (Turmbau zu Babel) und wurden durch Zerstreuung gerichtet (1.Mose 11,7).
Gott erwählte Abraham als Werkzeug, sich dem Menschen zu offenbaren (durch sein Volk).
Ab 1.Mose 12 finden wir ein deutliches Hervortreten Israels und Gottes Wirken mit und an diesem seinem Volk. Nahezu das gesamte Alte Testament befasst sich mit den wenigen Gläubigen dieses kleinen Volkes! Die Erfüllung der Wege dieser "kleinen Herde" finden wir in der Wiederkunft unseres Herrn, wodurch die Verheißung an Abraham aus 1.Mose 28,14 erfüllt werden wird: "und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde".
Neues Testament
In dem Neuen Testament steht ein anderer Weg Gottes mit der Menschheit im Vordergrund, nämlich die Versammlung als Leib Christi. Ein Weg, der allen Juden und Heiden gleichermaßen angeboten wird.
Deshalb beschreibt das Neue Testament, besonders die Evangelien und die Apostelgeschichte, das Wirken Gottes im Verhältnis zu seiner Versammlung.
Höhepunkt und Ziel dieser Wege Gottes finden wir im Buch der Offenbarung. Die wesentlichen Weltreiche werden beiseite gesetzt und durch ein Königreich aus dem Himmel ersetzt, das wird bei dem zweiten Kommen des Herrn zum Tragen kommen! Juden und Heiden werden sich gleichermaßen im Tausendjährigen Reich zusammenfinden. Israel wird das Land unter Herrschaft ihres Messias besitzen und ebenso wie die Nationen der Erde die Segnungen des Tausendjährigen Reiches genießen.
Neben dem Hauptinhalt (Jesus Christus), den wir vorher erarbeitet haben, finden wir also die folgenden drei Hauptlinien:
- Die Souveränität Gottes in Bezug auf die Nationen (Gnadenangebot, obwohl sie nicht sein Volk sind)
- Seine Treue gegenüber Israel
- Seine Gnade gegenüber seiner Versammlung
Die Vollendung der Wege Gottes mit dem Menschen finden wir in dem "Neuen Himmel", der "Neuen Erde" und dem "Neuen Jerusalem" wenn die Zeiten enden und die Ewigkeit beginnt!
"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herniederkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut." (Offb.21,1.2)
Der Zweck und die Zielsetzung der Bibel
Das Wort Gottes offenbart uns alle Dinge, die Gott mit den Menschen getan hat und tun wird, von Beginn der Schöpfung an bis in Ewigkeit. Es tut uns die Größe und Herrlichkeit Gottes kund. Die Engel wurden aus diesem Grund geschaffen, die materielle Erde wurde geschaffen um die Größe und Allmacht Gottes widerzuspiegeln und der Mensch wurde im Bilde Gottes geschaffen. Die unergründliche Weisheit Gottes lies auch Sünde zu und führte die Erlösung als Gnadenmittel ein.
Es sind souveräne Wege Gottes, die im Gegensatz zu uns Menschen keine Selbstsucht zur Grundlage haben. Sie zeigten uns Gott als anbetungswürdigen Gegenstand der Liebe und Hingabe. Sie geben uns Anlass, ihm zu vertrauen, an ihn zu glauben und in ihm zu ruhen! Zudem haben wir Heilsgewissheit für diese Zeit und für die Ewigkeit!
Die Bibel untermauert als Wort Gottes die Zielsetzung Gottes - nämlich seine Verherrlichung:
Menschen und Engel, das Universum, und auch alle anderen Geschöpfe wurden zur Verherrlichung Gottes geschaffen:
- "Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn (oder: zu seiner Verherrlichung) geschaffen." (Kol.1,16)
- "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk." (Psalm 19,1)
Sein Volk (Israel) dient der Verherrlichung Gottes:
- "Halte nicht zurück, bringe meine Söhne von fernher und meine Töchter vom Ende der Erde, einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist, und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe! [...] Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen. [...] Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen; und deiner Sünden will ich nicht mehr gedenken." (Jes.43,6b-7.21.25)
- "Stehe auf, leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas ist über dir aufgegangen. [...] Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs. Und dein Volk, sie alle werden Gerechte sein, werden das Land besitzen auf ewig, sie, ein Sproß meiner Pflanzungen, ein Werk meiner Hände, zu meiner Verherrlichung." (Jes.60,1.3.21)
- "Und du wirst eine prachtvolle Krone sein in der Hand Jehovas und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes." (Jes.62,3)
- "Denn gleichwie der Gürtel sich an die Lenden eines Mannes anschließt, so habe ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda an mich geschlossen, spricht Jehova, damit sie mir zum Volk und zum Namen und zum Ruhm und zum Schmuck seien." (Jer.13,11)
Die Erlösung ist zur Verherrlichung Gottes, ebenso seine Gnade und Weisheit:
- "auf dass er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung, die er zur Herrlichkeit zuvorbereitet hat." (Röm.9,23)
- "auf dass er in den kommenden Zeitaltern den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christo Jesu." (Eph.2,7)
- "auf dass jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan werde die gar mannigfaltige Weisheit Gottes, nach dem ewigen Vorsatz, den er gefasst hat in Christo Jesu, unserem Herrn." (Eph.3,10)
Jeder Dienst, jede Tat sollte der Verherrlichung Gottes dienen:
- "Also lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen." (Matth.5,16)
- "Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringet, und ihr werdet meine Jünger werden." (Joh.15,8)
- "Ob ihr nun esset oder trinket oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes." (1.Kor.10,31)
- "indem ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar führet, auf dass sie, worin sie wider euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung. [...] Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, auf dass in allem Gott verherrlicht werde durch Jesum Christum, welchem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. [...] Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und der Geist Gottes ruht auf euch. Bei ihnen freilich wird er verlästert, bei euch aber wird er verherrlicht." (1.Petr.2,12;4,11.14)
Unsere "neue Natur" hat die Verherrlichung Gottes zum Zweck:
- "durch welchen wir mittelst des Glaubens auch Zugang haben zu dieser Gnade, in welcher wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes." (Röm.5,2)
Selbst der Tod des Gläubigen dient der Verherrlichung Gottes:
- "Dies aber sagte er, andeutend, mit welchem Tode er Gott verherrlichen sollte." (Joh.21,19)
- "nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zu Schanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt Christus hoch erhoben werden wird an meinem Leibe, sei es durch Leben oder durch Tod." (Phil.1,20)
Der durch Gottes Gnade erlöste Sünder darf diese Herrlichkeit mit ihm teilen:
- "Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben [...] Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf dass sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast" (Joh.17,22.24)
- "Wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit." (Kol.3,4)
Die Bibel: Eine göttliche Offenbarung
Die Bibel ist dazu bestimmt, Gottes Wege, Wirken und sein Wesen zu offenbaren. Es ist sein grundsätzlicher Wunsch, dass seine Geschöpfe ihn als Schöpfer kennenlernen.
Grundsätzliche Formen göttlicher Offenbarung
Da der Mensch das edelste Geschöpf aus Gottes Schöpfung ist und die Fähigkeit und den Willen hat, seinen Schöpfer zu erkennen und ihm zu folgen, so ist anzunehmen, dass Gott sich offenbart und ihm seine Ziele und seinen Willen offenbart.
Gott offenbart sich in der Schöpfung
Gott bewohnt ein unzugängliches Licht und wir dürfen dankbar sein, dass er sich uns "das Unsichtbare von ihm" offenbart. In Röm.1,20 lesen wir "denn das Unsichtbare von ihm, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, die von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen werden, wird geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien".
Die Schöpfung offenbart als Werk Gottes seine uneingeschränkte Kraft und Weisheit. Sie kann diese nur eingeschränkt offenbaren, zeigt sie doch keine klare Offenbarung seiner Liebe und Heiligkeit beispielsweise. Doch reicht die Offenbarung Gottes durch die Schöpfung aus, dass alle Menschen ihn als Schöpfer erkennen können.
Dieses Anerkennen stellt keinen Weg der Errettung dar, doch können Geschöpfe, die ihn nicht als Schöpfer anerkennen und preisen, deshalb gerichtet werden.
So kann wohl kein Mensch behaupten, niemals mit Gott in Kontakt gekommen zu sein, ist Gott doch in seiner Eigenschaft als Schöpfer jedem Menschen offenbart worden!
Gott offenbart sich in Jesus Christus
Das umfassendste Bild Gottes ist in der Person und dem Wirken seines Sohnes, Jesus Christus, offenbart worden.
Gott sandte ihn in der "Fülle der Zeit" (Gal.4,4) als Mensch auf diese Erde um uns Gott in für uns verständliche Weise bekannt zu machen. Durch die Menschwerdung hat Gott uns die Möglichkeit eröffnet, für uns schwer verständliche Charakterzüge Gottes im Leben des Menschen Jesus Christus zu erkennen.
Im Gegensatz zu Gottes Schöpfung offenbart der Mensch Jesus Christus nicht nur dessen Weisheit und Kraft, sondern auch seine Liebe, Heiligkeit, Göttlichkeit und Gnade.
Er ist das vollkommene Ebenbild Gottes, er kann über sich sagen "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Joh.14,9). Im Umkehrschluss bedeutet das, dass nur der, der Gott, den Sohn kennt, Gott, den Vater erkennen kann.
Gott offenbart sich durch sein Wort
Gottes Wort offenbart uns in seinem Wort seinen Willen klar verständlich und in detaillierter Tiefe.
Es zeigt uns Gott, den Sohn als Gegenstand und Erfüllung der Prophetie.
Wir erfahren umfassende Details zu Gottes Plan über sein Volk Israel, die Nationen und seine Versammlung. Sein Wort offenbart uns also nicht nur Gott selbst, sondern macht uns auch mit seinen Zielen vertraut.
Es gibt uns umfassende Details zu Gott in seiner Dreieinheit, Satan, Engel, Dämonen, Menschen, Sünde, Erlösung, Gnade, Vergebung, ...
Die Schöpfung zeigt uns die Kraft und Allmacht Gottes Gott, der Sohn zeigt uns Gottes Wesen und Charakter Gottes Wort offenbart und detaillierter seine Wege und seinen Willen.
Besondere Formen göttlicher Offenbarung
Gottes Wort zeigt uns an vielen Stellen in seinem Wort sein direktes Wirken durch besondere Umstände:
- Direkte Ansprache im Garten Eden|| ||1.Mose 3,9
- Propheten
- Apostel
Diese "besondere Formen der Offenbarung" haben mit der Vervollständigung des Wortes Gottes ebenfalls ihren Abschluss gefunden. Heutige "Medien", die aus ihrer Sicht Gottes Wort gleichwertige Aussprüche tun (Reden in Sprachen), können nicht den Anspruch der Verbalinspiration erheben.
Auch wenn wir durch den Heiligen Geist geleitet und "erleuchtet" sind, so ist dies kein Garant, dass wir sein Wort unfehlbar anwenden und Gottes Willen und Leitung in der jeweiligen Situation angemessen erkennen und berücksichtigen! Wir sind nur fehlbare Geschöpfe, denen Gottes Wort als Mittel gegeben wurde, Seine Wege und sein Wirken zu erkennen. Das Prinzip, dass uns Gott das, "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist [...] geoffenbart hat durch [seinen] Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes" (1.Kor.2,9-10) ist wahr, ebenso aber "da du doch ein Mensch bist und nicht Gott" (Hes.28,2.9). Hüten wir uns davor, unsere eigene Erkenntnis höher zu bewerten als Gottes Wort selbst! Wir bedürfen des Heiligen Geistes, um Gottes Wort zu erfassen (1.Kor.2,13). Es ist unserer Natur zuwider und es übersteigt unsere Erkenntnis: "Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird" (1.Kor.2,14).
Lasst uns in unterwürfiger Haltung "im Geiste" Gottes Wort erforschen, so erkennen wir Gott genau so, wie er sich uns offenbaren will!
Auslegung oder Offenbarung?
Der Heilige Geist möchte und wird uns "in die ganze Wahrheit leiten" (Joh.16,3). Doch gleich unserer Schulzeit gibt es auch in der "geistlichen Schule" Missverständnisse, die (ebenfalls) nicht der Lehrer zu verantworten hat.
Ein wichtiger Schritt zum gesunden Verständnis ist es, Gottes Allmacht und Weisheit anzuerkennen und sich einzugestehen, dass wir nur schwache Geschöpfe mit begrenztem Aufnahmevermögen und beschränkter Intelligenz sind. Aus uns selbst können wir Gott nicht erkennen, wir können uns nur bemühen, die "häppchenweise aufbereiteten" Offenbarungen Gottes durch den Heiligen Geist zu erkennen. Der Ausspruch "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jehova" (Jes.55,8) deutet auch eine Dimension in den Gedanken und Wegen Gottes an, die der unsrigen einfach weit überlegen ist! Selbst ein weiser Mann wie Hiob musste anerkennen: "Wer ist es, der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis? So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte. Höre doch, und ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!" (Hiob 42,3-4)
Bei der Interpretation (Hermeneutik) und der Auslegung/Anwendung (Exegese) des Wortes Gottes sollten wir die folgenden Prinzipien beachten:
Die Zielsetzung von Gottes Wort in Gesamtheit
Jede Betrachtung eines Details muss im Lichte des Gesamtwerkes als Einheit berücksichtigt werden. Wie kann ich beispielsweise die Opfer "verstehen", wenn ich Jesus Christus nicht kenne?
Die individuelle Botschaft jedes Buches der Bibel
Das Buch der Offenbarung ist anders zu handhaben als das Buch der Sprüche oder die Psalmen. Wir müssen das Untersuchte im Rahmen des betrachteten Buches erforschen.
Die Adressaten, an die das Wort geschrieben war
Das gesamte Wort Gottes ist durch Gott selbst inspiriert, die Anwendung auf heutige Umstände ist angebracht und nötig, jedoch mit Weisheit vorzunehmen. Viele Irrlehren "leben" von einer fehlerhaften, kontextgelösten Auslegung des Wortes Gottes. Fragen wir uns, wer im Fokus dieser Aussage steht und prüfen wir, ob wir dies auf uns übertragen können. Viele Aussagen des Wortes Gottes sind zu unserer Belehrung oder Unterweisung, ohne das wir automatisch Adressaten oder Nachahmer sein sollen. Nehmen wir die so genannten "Rachepsalmen" Davids (in denen wir für uns ein brennendes Herz für den Herrn und gegen dessen Feinde erkennen können) oder die "Gesetzesschriften" Moses (die uns die Heiligkeit Gottes und die Gnade der Dahingabe seines Sohnes veranschaulichen) als Beispiel, so erkennen wir dies deutlich.
Der Kontext / das Umfeld der Begebenheit
Alle Verse der Bibel sind, in ihrem Kontext betrachtet, ein Juwel. Werden sie aus ihrem Umfeld in einen anderen Zusammenhang verwendet, so können sie sehr zu schaden sein! Oft stehen wir in Gefahr, unsere Ansichten mit einem passenden Vers untermauern zu wollen, doch beachten wir dabei unbedingt das Umfeld, aus dem wir es genommen haben!
Analogien in der Schrift
Wenn wir die Bedeutung eines Verses nicht auf Anhieb verstehen können, so ist es oftmals eine Hilfe, Parallelen in Gottes Wort zu untersuchen. Gottes Wort wiederspricht sich nicht! Wir können den Aussagen aus Gottes Wort durch Untersuchung einer Parallele oft "harmonisieren" oder "komplettieren". Untersuchen wir beispielsweise das Buch der Offenbarung, so ist es ratsam, das Buch Daniel und weitere prophetische Aussagen aus dem Alten Testament hinzuzunehmen. So kann eine Stelle aus Gottes Wort uns helfen, eine andere zu verstehen.
Bezugnahme auf den Grundtext
Gottes Wort wurde ursprünglich in hebräischer und griechischer Sprache verfasst. Die meisten von uns werden diese Sprachen wohl nicht sicher beherrschen, deshalb ist es gut, entsprechendes unterstützendes Material einzusetzen um ggf. den Wortsinn in bestimmten Fällen genauer untersuchen zu können. Wenngleich eine gute Übersetzung wertvolle Dienste leistet, kann der Rückgriff auf einen kommentierten Grundtext weiteres Licht in den Zusammenhang werfen.
Schutz vor Vorurteilen
Ich denke, dass wir alle zumindest einmal mit dieser Gefahr konfrontiert wurden und ihr eventuell erlegen sind. Wir stehen in Gefahr, uns an Gottes Wort zu wenden um unsere "Ansicht xy" bestätigt zu bekommen. Gottes Wort muss für sich selbst sprechen können, es muss nicht unsere Gedankengebilde um jeden Preis untermauern können! Zudem können wir keinen Vers zwingen von uns verstanden zu werden. Ein Bruder tat einmal den Ausspruch "Ich finde nicht die Verse schwer, die ich nicht verstehe, sondern die, die ich verstehe".
Wenden wir alle Verse aus Gottes Wort auf uns an, die wir verstehen, dann wird uns der Heilige Geist die weiteren Verse verstehen lassen sobald wir "reif" genug dafür sind!
Wenn wir Gottes Wort mit der Hilfe des Heiligen Geistes erforschen und ihn um Erklärung der uns zugedachten Portion Offenbarung bitten, wird er uns sein Wort aufschließen: "Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise" (1.Kor.13,9).
Wir erkennen die Offenbarungen seines Wortes, wenn "wir Vernunftschlüsse (oder "unabhängige, eigenmächtige Gedanken") zerstören und jede Höhe (wie beispielsweise vorgefasste Meinungen), die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus" (2.Kor.10,5).
Literaturnachweise
Das Alte Testament im Überblick (Arend Remmers)
Das Neue Testament im Überblick (Arend Remmers)
Das Wunder des Buches (Prof. D. Hague)
Ist die Bibel glaubwürdig? (Roger Liebi)
Die Bibel - mehr als ein Buch? (Missionswerk Werner Heukelbach)
Inleiding tot de Bijbel (J.N.Darby)
Gedanken zum Schöpfungsbericht (Dr. W.J. Ouweneel)
Die Überlieferung der Bibel (Verbreitung der Heiligen Schrift)
Het onstaan van de bijbel (Prof. Dr. W.J. Ouweneel und W.J.J. Glashouwer)
Gott
Einleitung
Wenn wir uns mit der Betrachtung des "dreieinen Gottes" beschäftigen, so müssen wir dies im Bewusstsein tun, dass wir heiligen Boden betreten.
Wir sind Menschen, Geschöpfe, und besitzen nicht die erhabene Allwissenheit und unbeschränkte Weisheit Gottes (Hes.28,2.9). Dennoch wird er unser Bemühen, ihn besser kennen zu lernen, segnen und sich offenbaren!
Gott: Die „Dreieinheit“
Gott offenbart sich in seinem Wort als göttliche Dreieinheit. So finden wir Stellen, in denen "Gott als Dreieinheit" gezeigt wird und welche, in denen er sich als "Gott, der Vater", "Gott, der Sohn" oder "Gott, der Heilige Geist" offenbart.
| Gott als Dreieinheit | "Am Anfang schuf Gott (Plural-Form bei "Gott") die Himmel und die Erde" (1.Mose 1,1) |
| Gott, der Vater | "Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter." (Joh.4,23) |
| Gott, der Sohn | "Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, auf daß wir den Wahrhaftigen kennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und [das] ewige Leben." (1.Joh.5,20) |
| Gott, der Heilige Geist | "Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde, und Jesus getauft war und betete, daß der Himmel aufgetan wurde, und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herabstieg, und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden." (Luk.3,21-22) |
Wir erkennen aus diesen Beispielen, dass Gott zeitweise "als Ganzes" vor unseren Augen steht, insbesondere der letzte Vers zeigt uns jedoch deutlich, dass es sich um drei parallel agierende Personen handelt.
Gott: Der Glaube an die Existenz Gottes
Der Glaube an ein göttliches Wesen existiert länger als alle Zivilisationen und Völker dieser Erde. Der Mensch ist bewusst, dass ein höheres Wesen existieren muss, dass es eine Erklärung für unsere Erde und das Geschöpf "Mensch" geben muss. Dieses versuchte er bereits früh zu erforschen, darin können wir auch das Wirken des Heiligen Geistes erkennen, der an jedem Geschöpf wirkt.
Im Gegensatz dazu steht der Geist des Atheisten, der den Platz des ursprünglichen, gesund forschenden und suchenden Geistes ersetzt. Er widersetzt sich in seinem Innern dem Naheliegenden, deshalb beurteilt Gott einen solchen als Tor (Psalm 14,1).
Gewöhnliche Menschen fordern keinen Beweis für ihre Existenz oder für die der materiellen Dinge, von denen sie umgeben sind. Wenngleich Gott als Person nicht sichtbar ist, ist seine Existenz so deutlich erkennbar, das gewöhnliche Menschen keinen Beweis seiner Existenz benötigen.
Zweifel an der Existenz Gottes sind begründet in der eigenen Blindheit, gepaart mit starkem Einfluss Satans! Denn Gott ist nach Röm.1,19-20 schon in der Schöpfung erkennbar. Sie sind ohne Entschuldigung...
Obwohl die alten griechischen Philosophen nicht mit den göttlichen Offenbarungen vertraut waren, wurden mehrere Versuche unternommen, das Universum auf Basis eines höheren Wesens zu erläutern:
| Polytheismus | Der Glaube an eine Vielzahl von Göttern |
| Hylozoismus | Der Glaube, dass das Prinzp des Lebens in der Schöpfung Gott selbst ist |
| Materialismus | Nach diesem Ansatz basiert die materielle Schöpfung auf Naturgesetzen, die sich selbst regeln und keinen Eingriff eines Gottes erfordern. Diese Theorie ist auch Grundlage der modernen Evolutionstheorie! |
| Pantheismus | Die Lehre vertritt die Ansicht, dass das Universum gleichbedeutend mit Gott selbst ist. |
Aus der Schöpfung selbst können wir, losgelöst von den Offenbarungen Gottes in seiner Schrift, die folgenden Beweisführungen vornehmen:
| Ontologie | Gott muss existieren, sonst wäre es nicht in jedem einfachen Geschöpf der Glaube daran vorhanden. |
| Kosmologie | Das Prinzip von Ursache und Wirkung. Das Universum kann nicht "einfach so" existieren, es muss einen Verursacher haben. |
| Teleologie | Jedes Geschöpf muss einen Schöpfer haben. Ein komplexes und kompliziertes Werk wie die Schöpfung muss somit einen großartigen "Entwerfer" und Schöpfer haben! Die Abhängigkeiten und die Zusammenarbeit in der Natur lassen erkennen, dass es ein Schöpfer unbeschränkter Weisheit und Kraft sein muss. |
| Anthropologie | Die Erkenntnis, dass der Mensch Eigenschaften besitzt, die nicht in der Natur selbst verankert sind. Denken wir an den Intellekt (also die Fähigkeit zu denken und eigene Schlüsse zu ziehen), Empfinden (komplexe Form des nicht-körperlichen Fühlens) und den Willen (das Vermögen, moralische Entscheidungen zu treffen) |
Wenngleich diese Beweisführungen Gültigkeit besitzen, so vermögen sie doch nicht, den Menschen in die innige Beziehung zu Gott zu führen, die sich Gott wünscht. Es ist die Bibel, sein Wort, das die Offenbarungen Gottes in Gesamtheit enthält und uns Gott offenbart, wie es die Natur selbst nicht vermag.
Gott: Die göttliche "Dreieinheit"
Im Alten wie im Neuen Testament betont Gottes Wort die Einheit der "Gottheiten" Gott, der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist.
| Merkmal | Referenzvers | |
| Gott ist alleiniger Gott | "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" | 2.Mose 20,3 |
| Gott ist in sich eins | "Höre Israel: Jehova, unser Gott, ist ein einziger Jehova!" | 5.Mose 6,4 |
| Gott ist der allumfassende, alleinige Gott | "So spricht Jehova [...]: Ich bin der Erste und bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott." | Jes. 44,6 |
| Gott, der Vater und Gott, der Sohn sind nicht autark | "Ich und der Vater sind eins." | Joh. 10,30 |
| Gott, der Vater, offenbart in Gott, dem Sohn | "Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" | Joh.14,9 |
| Gottes Einheit als Vorbild für Seine Versammlung | "Heiliger Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, auf daß sie eins seien, gleichwie wir." | Joh. 17,11 |
| Gott, der Sohn offenbart uns Gott, den Vater | "welcher das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung." | Kol. 1,15 |
Gottes Wort verwendet auch oftmals eine auf den ersten Blick nicht als Plural erkennbare Form:
| Personalpronom (Singular) | Personalpronom (Plural) | Referenzvers |
| "Und Gott sprach: | Lasset uns Menschen machen" | 1.Mose 1,26 |
| "Und Jehova Gott sprach: | Siehe, der Mensch ist geworden wie unser einer" | 1.Mose 3,22 |
| "Und Jehova sprach: [...] | Wohlan, lasst uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, dass sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! | 1.Mose 11,7 |
Das Zusammenwirken dieser Dreieinheit erkennen wir auch in Bibelstellen, in denen jede Person Gottes namentlich erwähnt wird:
- "Und als Jesus getauft war, stieg er alsbald von dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden ihm aufgetan, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herniederfahren und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme kommt aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe." (Matth.3,16-17)
- "Und Jesus trat herzu und redete mit ihnen und sprach: Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Gehet [nun] hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth.28,19)
- "Jesus spricht zu ihm: [...] ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein." (Joh.14,9.16.17)
Diese Bibelstellen zeigen uns deutlich, dass Gott Einer ist, aber aus drei Personen besteht. Sie sind nicht drei voneinander unabhängige Personen, aber auch nicht eine Person, die sich auf drei Arten offenbart!
Wenn wir eine "Rangfolge" ausmachen möchten, so gibt uns Gottes Wort keine Auskunft dazu. Wir können nur ihre Eigenschaft als "Entsender" und "Entsandter" erkennen:
- Die erste Person der göttlichen Dreieinheit ist Gott, der Vater
- Gott, der Vater sandte Gott, den Sohn
- Gott, der Vater und Gott, der Sohn sandten Gott, den Heiligen Geist
- Gott, der Heilige Geist sandte nicht Gott, den Sohn
- Gott, der Sohn sandte nicht Gott, den Vater
Das "Innenverhältnis" zwischen Gott, dem Vater und "Gott, dem Sohn stellt sich anscheinend so wie in unserem Leben dar. Gott, der Heilige Geist agiert als unser Stellvertreter Gottes, des Sohnes auf dieser Erde in geistlichen Belangen.
Gott, der Sohn ist durch sein Werk auf Golgatha aber Gott, dem Vater unterworfen.
"Denn alles hat er (Gott, der Vater) seinen (Gott, der Sohn) Füßen unterworfen. Wenn er (Gott, der Vater) aber sagt, daß alles unterworfen sei (ihm, Gott, dem Sohn) , so ist es offenbar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat (Gott, der Vater). Wenn ihm (Gott, dem Sohn) aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat (Gott, dem Vater), auf daß Gott alles in allem sei." (1.Kor.15,27).
Gott: Namen Gottes
Das Alte Testament verwendet im Wesentlichen drei Namen Gottes:
| Jehovah/Yahwe | der "wahre, unerschaffene, ewige Gott", der "Ich bin"; Singular-Form | 1.Mose 2,4, 2.Mose 3,13-14 |
| Elohim | der "Starke"; Gott der Ehrfurcht; Plural-Form | 1.Mose 1,1 |
| Adonai | Herr, Gebieter; Singular-Form | 1.Mose 15,2 |
Oft werden diese Namen auch um von Gott inspirierte Zusätze erweitert, um uns Wesenszüge und Eigenschaften Gottes zu offenbaren:
| Jehovah-jireh | "Und Abraham gab diesem Orte den Namen: Jehova wird ersehen" | 1.Mose 22,13-14 |
| Jehovah-rapha | "ich bin Jehova, der dich heilt" | 2.Mose 15,26 |
| Jehovah-nissi | "Und Mose baute einen Altar und gab ihm den Namen: Jehova, mein Panier!" | 2.Mose 17,8-15 |
| Jehovah-shalom | "Und Gideon baute daselbst Jehova einen Altar und nannte ihn: Jehova-Schalom." | Rich. 6,24 |
| Jehovah-tsidkenu | "dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Jehova, unsere Gerechtigkeit." | Jer.23,6 |
| Jehovah-shammah | "Und der Name der Stadt soll von nun an heißen: Jehova daselbst." | Hes.48,35 |
Darüber hinaus finden wir im Neuen Testament die wesentlichen Namen/Titel Gott, der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist.
Das Buchwerk "Namen des Ewigen" (Mitternachtsruf-Verlag, Doz. theol. Abraham Meister) listet 347 unterschiedliche Namen Gottes und weitere 98 Namen für den Heiligen Geist auf, aus denen wir noch einige anführen werden.
Gott: Die Eigenschaften Gottes
Gott offenbart uns in seinem heiligen Wort einige seiner Grund-Eigenschaften, Wesenszüge und Charaktereigenschaften. Diese sind "von Ewigkeit" Eigenschaften des dreieinen Gottes und gelten somit für alle drei Personen der Gottheit gleichermaßen.
| Gott ist ein Geist | "Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten." | Joh.4,24 |
| Gott ist das Leben | "Denn gleichwie der Vater Leben in sich selbst hat, also hat er auch dem Sohne gegeben, Leben zu haben in sich selbst" | Joh.5,26 |
| Gott ist der Seiende | "Da sprach Gott zu Mose: Ich bin, der ich bin. Und er sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: "Ich bin" hat mich zu euch gesandt." | 2.Mose 3,14 |
| Gott ist von unerforschlicher Größe | "Groß ist Jehova und sehr zu loben, und seine Größe ist unerforschlich." | Psalm 145,3 |
| Gott ist unveränderlich | "Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht." "Denn ich, Jehova, ich verändere mich nicht" "Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist, noch eines Wechsels Schatten." | Psalm 102,27; Mal.3,6; Jak.1,17 |
| Gott ist Wahrheit | "Der Fels: Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er!" "Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen." | 5.Mose 32,4; Joh. 17,3 |
| Gott ist Liebe | "Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe." | 1.Joh.4,8 |
| Gott ist ewig | "Ehe geboren waren die Berge, und du die Erde und den Erdkreis erschaffen hattest ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott." | Psalm 90,2 |
| Gott ist heilig | "wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in allem Wandel; denn es steht geschrieben: Seid heilig, denn ich bin heilig". | 1.Petr.1,15-16 |
| Gott ist allgegenwärtig | "Führe ich auf zum Himmel, du bist da; und bettete ich mir in dem Scheol, siehe, du bist da." | Psalm 139,8 |
| Gott ist allwissend | "der da zählt die Zahl der Sterne, sie alle nennt mit Namen. Groß ist unser Herr, und groß; seiner Einsicht ist kein Maß." | Psalm 147,4-5 |
| Gott ist allmächtig | "Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich." | Matth.19,26 |
Gott erfasst die Weiten des Universums ebenso wie das Fallen eines einzelnen Sperlings (Matth.10,29)!
Gott: Die Souveränität Gottes
Die vorangegangene Betrachtung der Eigenschaften Gottes zeigen uns insbesondere seine Allmacht und Souveränität! Es gibt keinen Umstand, den er nicht beherrscht, keinen "unerwarteten Zwischenfall"!
Er ist von keiner anderen Kraftquelle abhängig, benötigt keine Beauftragung oder Freigabe durch eine höhere Instanz! Nichts kann die Realisierung seiner Planungen und Wege verhindern oder abändern.
Wenngleich wir als Menschen blind und unempfänglich für den Willen Gottes sind, haben wir doch den von Gott gegebenen Geist in unsere Herzen geschenkt bekommen, der uns zu Gott führen möchte:
- "Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, daß der Vater, der mich gesandt hat, ihn ziehe." (Joh.6,44)
- "Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; von Gerechtigkeit aber, weil ich zu [meinem] Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehet; von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist." (Joh.16,7-11)
Der Mensch besitzt (ebenfalls durch die Souveränität Gottes) einen eigenen Willen und eigene Entscheidungsfähigkeit. Es ist ihm grundsätzlich bewusst, dass er an den Herrn und Heiland Jesus Christus glauben muss, um errettet zu werden (Apg.16,31). Es ist ein Schritt des Gehorsams (Phil.2,13). Gott kann die Menschen, da er Ihnen den freien Willen geschenkt hat, nicht zu der Annahme des Heilsangebotes zwingen, doch wirbt darum, uns für sich zu gewinnen (Röm.12,1-2).
Auch wenn es unser Verständnis übersteigt, so ist es doch so, - dass Gott uns einen eigenen Willen geschenkt hat - dass dieser Wille Gott aber niemals von Seinen Wegen und Zielen ablenken kann!
Gott: Der Ratschluss Gottes
In vielen Auslegungen und Gebeten ist die Rede von dem "Ratschluss Gottes". Darunter verstehen wir den umfassenden Plan Gottes zu den Ereignissen jeglicher Art und jeglichen Umfangs.
Der Ratschluss berücksichtigt alle Geschehnisse,
- die Gott direkt bewirkt,
- die aufgrund der von ihm eingerichteten Naturgesetze geschehen (und die er souverän beherrscht)
- und auch alle Dinge, die durch seine Geschöpfe verursacht (nicht: veranlasst) werden.
Wir müssen verstehen, dass der souveräne Gott um alle "eigenen Entscheidungen" der Menschen wusste und weiß. Doch anders als für einen Projektplaner der heutigen Zeit, sind es für ihn nur Parameter, keine KO-Kriterien! Für ihn gibt es keinen kritischen Pfad und Unsicherheiten, wie Kosten, Zeit und Qualität eingehalten werden können! Wie erkennen das beispielsweise daran, dass der Sündenfall geschah, jedoch ebenfalls das Sühnungsmittel "berücksichtigt" war, ebenso Gott, der Heilige Geist, der uns zur Buße führen möchte.
Und genau da erkennen wir ein wenig der Allmacht Gottes. Wir mühen uns in unserem Leben oft mit statischen Rahmenbedingungen ab und reagieren weit mehr als wir agieren. Doch Gottes Ratschluss umfasst einen übermenschlich intelligenten, liebenden Plan mit uns Menschen, in denen wir in voller Verantwortung für die Ausübung des freien Willens, sogar für gute Werke belohnt werden.
Vor diesem Gott können wir nur in Demut, Liebe und Verehrung niederknieen und anbeten!
Gott: Der Vater
Neben Gott, dem Sohn und Gott, dem Heiligen Geist offenbart sich Gott in Gott, dem Vater. Wenngleich Gottes Wort uns keine definitive "Rangfolge" nennt, so war er es doch, der Gott, den Sohn sandte und Gott, den Heiligen Geist als Sachwalter einsetzte.
Doch ist der Begriff Vater nicht als "Innenverhältnis gegenüber Gott, dem Sohn" zu beschränken, sein "Vaterstatus" umfasst mehrere Bereiche.
Gott, der Vater: Die "erste Person" Gottes
Unter den drei Namen, in denen sich Gott offenbart (Gott, der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist) wird Gott, der Vater immer zuerst genannt.
Gott, der Vater: Der "Vater der Schöpfung"
Auch wenn ale drei Personen Gottes in die Schöpfungsprozess eingebunden waren, so ist es doch Gott, der Vater, der auch der "Vater der Schöpfung" ist:
"Dieserhalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, von welchem jede Familie in den Himmeln und auf Erden benannt wird" (Eph.3,15).
Dieser Vers umfasst alle Geschöpfe, Menschen wie Engel, und ihrer aller Vater ist Gott, der Vater, der Vater unseres Herrn Jesus Christus.
Neben Hebr.12,9, wo er der Vater der Geister genannt wird, untermauern auch die folgenden Verse diese These:
| Referenzvers | Bedeutung |
| "Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter" (Jak.1,17) | Gott, der Vater als Vater alles inmateriellen Lichts |
| "Oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jubelten und alle Söhne Gottes jauchzten?" (Hiob 38,7) "Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor Jehova zu stellen; und auch der Satan kam in ihrer Mitte." (Hiob 1,6; 2,1) | Gott, der Vater als Vater der Engel |
| "Und er selbst, Jesus, begann ungefähr dreißig Jahre alt zu werden, und war, wie man meinte, ein Sohn des Joseph, des Eli, [...] des Enos, des Seth, des Adam, des Gottes." (Luk.3,23-30) | Gott, der Vater als Vater Adams, dem Geschöpf Gottes |
| "Haben wir nicht alle einen Vater? Hat nicht ein Gott uns geschaffen?" (Mal.2,10) "Da wir nun Gottes Geschlecht sind [...]" (Apg.17,29) | Gott, der Vater als Vater aller Menschen |
| "so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von welchem alle Dinge sind, und wir für ihn, und ein Herr, Jesus Christus, durch welchen alle Dinge sind, und wir durch ihn." (1.Kor.8,6) | Gott, der Vater als "Initiator" aller Dinge |
Die Verse machen eindeutig klar, dass Gott, der Vater der "Vater aller Geschöpfe" ist und diese ihn als Ursprung haben!
Gott, der Vater: Der "Vater in innigen Beziehungen"
Eine weitere "Vaterschaft" stellt uns die innige Beziehung Gottes, des Vaters zu seinem Volk Israel vor:
"So spricht Jehova: Mein Sohn, mein erstgeborener, ist Israel; und ich sage zu dir: Laß meinen Sohn ziehen, dass er mir diene!" (2.Mose 4,22).
Die gleiche Beziehung finden wir in Bezug auf das "Haus Davids":
"Wenn deine Tage voll sein werden, und du bei deinen Vätern liegen wirst, so werde ich deinen Samen nach dir erwecken, der aus deinem Leibe kommen soll, und werde sein Königtum befestigen [...] Ich will ihm Vater sein, und er soll mir Sohn sein." (2.Sam.7,14).
Zeitalterübergreifend gilt: "Wie ein Vater sich über die Kinder erbarmt, so erbarmt sich Jehova über die, welche ihn fürchten." (Psalm 103,13).
Gott, der Vater: Der "Vater unseres Herrn Jesus Christus"
Die erhabendste Stellung als Vater finden wir in seiner Eigenschaft als "Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus" (Eph.1,3, 2.Kor.1,3), der innigen Beziehung der "erst(genannt)en" Person Gottes zu der "zweit(genannt)en" Person Gottes.
Lasst uns aber beachten, dass Gott, der Sohn nicht, wie in irdischen Familien üblich, in dieser Funktion geboren werden musste; nein, auch er existierte ewig! In der Kirchengeschichte wurde bereits viel Schaden durch die Thesen verursacht, dass a) Gott, der Vater zuerst Gott, den Sohn schuf oder das b) Gott, der Sohn diesen Status erst "im Laufe der Zeit" erhielt. Wir dürfen den ewigen Status des Sohnes nicht mit dem Zeitpunkt seiner Menschwerdung verwechseln!
Gott, der Sohn bedurfte auch keiner Vervollkommnung durch Gott, den Vater, wie sonst bei der Erziehung! Er war und ist ewig vollkommen, Tag für Tag zur Wonne Gottes, des Vaters (Spr.8,30)!
Er war "Entsender" "Gottes, des Sohnes":
- "Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn" (Gal.4,4)
- "Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne." (Hebr.1,2)
Lasst uns folgend einige "Zeugnisse" aus Gottes Wort dazu lesen:
"Gott, der Vater" führte "Gott, den Sohn" in diese Welt ein:
- "Vom Beschluß will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt." (Psalm 2,7)
- "Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater), voller Gnade und Wahrheit. [...] Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht." (Joh.1,14.18)
- "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. [...] Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes." (Joh.3,16)
- "Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir durch ihn leben möchten." (1.Joh.4,9)
"Gott, der Vater" anerkennt "Gott, den Sohn" als seinen Sohn:
- "Und siehe, eine Stimme kommt aus den Himmeln, welche spricht: Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe." (Matth.3,17)
- "Dieser ist mein geliebter Sohn, an welchem ich Wohlgefallen gefunden habe; ihn höret." (Matth.17,5)
- "Es geschah eine Stimme aus der Wolke, welche sagte: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn höret." (Luk.9,35)
"Gott, der Sohn" anerkennt "Gott, den Vater" als seinen Vater:
- "Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater, als nur der Sohn, und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will." (Matth.11,27)
- "Der Hohepriester hob an und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes! Jesus spricht zu ihm: Du hast es gesagt." (Matth.26,63-64)
- "Ihr aber seid es, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen; und ich verordne euch, gleichwie mein Vater mir verordnet hat, ein Reich" (Luk.22,29)
- "Wenn ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat. [...] Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir. [...] Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe, und ihr nun tut, was ihr von eurem Vater gehört habt. [...] Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt." (Joh.8,16.18.24.38.42)
- "Dieses redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen; verherrliche deinen Sohn, auf daß dein Sohn dich verherrliche." (Joh.17,1)
Die Tatsache, dass "Gott, der Vater" Vater "Gottes, des Sohnes" ist, wird durch Menschen anerkannt:
- "Simon Petrus aber antwortete und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." (Matth.16,16)
- "Als aber der Hauptmann, der ihm gegenüber dabeistand, sah, daß er also schrie und verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!" (Mark.15,39)
- "Und Johannes zeugte und sprach: Ich schaute den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herniederfahren, und er blieb auf ihm. [...] Und ich habe gesehen und habe bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist. [...] Nathanael antwortete und sprach [zu ihm]: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels." (Joh.1,32.34.49)
"Gott, der Sohn" anerkennt "Gott, den Vater" durch seine Unterwürfigkeit:
- "Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue. [...] ich ehre meinen Vater, und ihr verunehret mich." (Joh.8,29.49)
Sogar die Dämonen anerkennen das Verhältnis von "Gott, dem Vater" zu "Gott, dem Sohn:
- "Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu schaffen, Sohn Gottes?" (Matth.8,29)
Gott, der Vater: Der "Vater all derer, die an Jesus Christus glauben"
Dadurch, dass Gott, der Vater auch "Vater der Schöpfung ist, besteht keine innige geistliche Verbindung zwischen Gott, dem Vater und den Menschen. Nur diejenigen, die Gott, den Sohn als Heiland annehmen, haben im geistlichen "Familienverhältnis" Gott, den Vater als Vater:
- "so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben." (Joh.1,12)
- "denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christum Jesum." (Gal.3,26)
- "Also seid ihr denn nicht mehr Fremdlinge und ohne Bürgerrecht, sondern ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. [...] Dieserhalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, von welchem jede Familie in den Himmeln und auf Erden benannt wird. [...] Seid nun Nachahmer Gottes, als geliebte Kinder." (Eph.2,19, 3,15, 5,1)
Haben wir das richtig verstanden und verinnerlicht?
Durch das Blut Christi werden wir "legitime" Kinder Gottes, wir dürfen ihn innig "Abba Vater" nennen, da wir aus Gott geboren sind:
- "So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben, welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind." (Joh.1,12.13)
- "Jeder, der da glaubt, daß Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und jeder, der den liebt, welcher geboren hat, liebt auch den, der aus ihm geboren ist." (1.Joh.5,1)!
Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi:
- "Abba, Vater! Der Geist selbst zeugt mit unserem Geiste, daß wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi." (Röm.8,16.17)
- "Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heilandgottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes, welchen er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesum Christum, unseren Heiland, auf dass wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben würden nach der Hoffnung des ewigen Lebens." (Tit.3,4-7)
- "Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergezeugt hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten, zu einem unverweslichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, welches in den Himmeln aufbewahrt ist für euch" (1.Petr.1,3.4)
Analog zu denen, die Gott, den Vater zum Vater haben dürfen, sich also zu seinen Kinden zählen, gibt es auch solche, die diese innige Beziehung ablehnen; und auch sie sind "Kinder" und "Söhne":
- "Jesus sprach zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum verstehet ihr meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt. Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang und ist in der Wahrheit nicht bestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben." (Joh.8,42-44)
- "Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber, dies sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen" (Matth.13,38)
- "Euch, die ihr tot waret in euren Vergehungen und Sünden, in welchen ihr einst wandeltet nach dem Zeitlauf dieser Welt, nach dem Fürsten der Gewalt der Luft, des Geistes, der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams; unter welchen auch wir einst alle unseren Verkehr hatten in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zorns waren, wie auch die übrigen." (Eph.1,1-3)
Welchem Vater möchten wir angehören, wessen Kinder möchten wir sein? Lasst uns an ihn glauben und ihn anbeten!
Gott: Der Sohn
Wenn wir uns mit Gott, dem Sohn beschäftigen, so sollten wir zuerst auffrischen, was er uns bedeuten sollte:
Er wurde das Lamm Gottes, das für unsere Sünden am Kreuz von Golgatha gestorben ist:
- "Des folgenden Tages sieht er Jesum zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt." (1.Joh.1,29)
Er hat uns durch sein Blut mit Gott versöhnt:
- "Denn wenn wir, da wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, viel mehr werden wir, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden [...] wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch welchen wir jetzt die Versöhnung empfangen haben." (Röm.5,10-11)
- "Alles aber von dem Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesum Christum und hat uns den Dienst der Versöhnung gegeben." (Röm.5,18)
- "Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde waret nach der Gesinnung in den bösen Werken, hat er aber nun versöhnt in dem Leibe seines Fleisches durch den Tod" (Kol.1,21-22)
Gott, der Sohn: Seine Gottheit und ewige Existenz
Gottes Wort zeigt uns den Herrn Jesus gleichzeitig als vollkommener Mensch und vollkommener Gott. So ist er dem Menschen zeitgleich unähnlich und ähnlich. Die Bibelverse Joh.1,14, 1.Tim.3,16 und Hebr.2,14-17 zeigen uns den Herrn Jesus als Mensch unter Menschen, der geboren wurde, lebte, litt und starb. Doch auch in seiner Menschheit war er dem Menschen ungleich, da er vollkommen sündlos war, sein Tod ein vollkommenes Opfer für die Sünden der ganzen Menschheit war und er bewies seine göttliche Macht in seiner glorreichen Auferstehung und Himmelfahrt.
Als Mensch hatte er einen Anfang durch seine von Gott, dem Heiligen Geist gezeugte Geburt durch die Jungfrau Maria. Als Gottheit besaß er keinen Anfang und war schon in Ewigkeit. Deshalb unterscheidet Jes.9,6 auch "Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben" und Gal.4,4 "Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, geboren unter Gesetz". Gott sandte seinen Sohn, damit er als Mensch unter Gesetz geboren wurde. So existierte er schon vor seiner "Existenz als Mensch" ewig als Gott, der Sohn!
Unmittelbare Belege Seiner Gottheit und ewigen Existenz
Nachweise, dass Gott, der Sohn Gott ist und ewig existiert, finden wir an vielen Stellen der Heiligen Schrift! Neben Gott, dem Vater und Gott, dem Heiligen Geist nimmt er diesen Status ein, der auch nicht durch seine Menschwerdung aufgehoben wurde.
| These | Rerenzvers |
| Gott, der Sohn existiert ewig | "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott." (Joh.1,1-2) "Und du, Bethlehem, Ephrata, zu klein, um unter den Tausenden von Juda zu sein, aus dir wird mir hervorkommen, der Herrscher über Israel sein soll; und seine Ausgänge sind von der Urzeit, von den Tagen der Ewigkeit her." (Micha 5,2) "Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham ward, bin ich." (Joh.8,58) "Und nun verherrliche du, Vater, mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war." (Joh.17,5) |
| Gott, der Sohn ist Gott | "Ich und der Vater sind eins." (Joh.10,30) "Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart worden im Fleische, gerechtfertigt im Geiste" (1.Tim.3,16) "welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte" (Phil.2,6-7) "Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und wird seinen Namen Immanuel (Gott mit uns) heißen." (Jes.7,14) |
Indirekte Belege Seiner Gottheit und ewigen Existenz
1. Die Ausführung der Schöpfung geschah durch Gott, den Sohn:
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| 2. Der "Engel Jehovas" der an mehreren Stellen der Bibel genannt wird, ist niemand anders als unser Herr Jesus Christus. Deshalb muss er schon lange vor seiner Existenz als Mensch gelebt haben: Er erscheint...
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| 3. Die Titel Gottes, des Sohnes lassen auf eine ewige Existenz schliessen: Gottes Wort bezeichnet ihn u.a. als den Sohn Gottes (Luk.1,35), den eingeborenen Sohn (Joh.1,18), Den Ersten und den Letzten (Offb.1,17), Das Alpha und das Omega (Offb.22,13), Den Herrn aller (Apg.10,36)! |
4. Die ewige Existenz ist impliziert in der Tatsache, dass er göttliche Eigenschaften in sich besitzt:
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5. Gott, der Sohn wird verehrt wie Gott selbst
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Gott, der Sohn: Seine Menschwerdung
Wenn wir die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus betrachten, so müssen wir zwei Grundwahrheiten beachten:
1) Jesus Christus war von jeher Gott, der Sohn. Diesen Status behielt er bei seiner Menschwerdung bei, wurde aber zeitgleich vollkommener Mensch!
2) Indem er Fleisch wurde, legte er seine göttliche Herrlichkeit ab, jedoch niemals seine Göttlichkeit. Nur seine Eigenschaften als vollkommener Gott und vollkommener Mensch ermöglichten sein vollkommenes Opfer am Kreuz von Golgatha! Wäre er kein Mensch gewesen, hätte er nicht sterben können und nur als Gott konnte er ein Werk ewigen Bestandes wirken.
Gott, der Sohn war ewig Gott, wurde Fleisch und wohnte unter uns
- "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater" (Joh.1,1.2.14)
Gott, der Sohn war göttlich und wurde (zusätzlich) menschlich
- "Christus Jesus, welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam ward bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze." (Phil.2,6-7)
- "Anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist geoffenbart worden im Fleische" (1.Tim.3,16)
Gott, der Sohn war das vollkommene Abbild von Gottes Herrlichkeit und seines Wesens
- "Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner eigenen Macht tragend, nachdem er durch sich selbst die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe." (Hebr.1,1.3)
Gott, der Sohn wurde von Gott, dem Heiligen Geist gezeugt und von einer Jungfrau geboren
- "Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt von Galiläa, mit Namen Nazareth, zu einer Jungfrau, die einem Manne verlobt war mit Namen Joseph, aus dem Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, Begnadigte! Der Herr ist mit dir [...] Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden; und siehe, du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen.[...] Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden." (Lukas1,26-38)
- "Und es geschah, als sie daselbst waren, wurden ihre Tage erfüllt, daß sie gebären sollte; und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn [...] Und es waren Hirten in selbiger Gegend, die auf freiem Felde blieben und des Nachts Wache hielten über ihre Herde. Und siehe, ein Engel des Herrn stand bei ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich mit großer Furcht. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute, in Davids Stadt, ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr." (Luk.2,6-11).
Da unser Herr Jesus Christus gleichzeitig Gott, der Sohn und der vollkommene Mensch Jesus Christus war, zeigt sich ein deutlicher Kontrast in der Gegenüberstellung:
| Er war müde (Joh.4,6) | Er rief die Müden, bei ihm zu rasten (Matth.11,28) |
| Er hatte Hunger (Matth.4,2) | Er war das "Brot des Lebens" (Joh.6,35) |
| Er war durstig (Joh.19,28) | Er war das "Wasser des Lebens" (Joh.7,37) |
| Er war in Todesqualen (Luk.22,44) | Er heilte Leiden und Krankheiten aller Art und stillte jeden Schmerz (Matth.4,23; Luk.7,21) |
| Er wuchs und wurde stark im Geiste (Luk.2,40) | Er war ewig und ewig vollkommen (Joh.8,58) |
| Er wurde versucht (Matth.4,1) | Sünde war nicht in ihm, er konnte nicht sündigen (1.Joh.3,5) |
| Er hatte eingeschränkte Weisheit (Luk.2,52) | Er war "mehr als Salomo" (Matth.12,42) |
| Er war "geringer als der Vater" (Hebr.2,6-7) und "unter die Engel" erniedrigt (Joh.14,28) | Er war eins mit Gott (Joh.14,9; Joh.10,30) |
| Er betete (Luk.6,12) | Er erhörte Gebete (Apg.10,31) |
| Er weinte am Grab des Lazarus (Joh.11,35) | Er befahl dem Toten aufzustehen (Joh.11,43) |
| Er fragte, was die Menschen sagen, wer er, der Sohn des Menschen sei (Matth.16,13) | Er war nicht auf Aussagen von Menschen angewiesen (Joh.2,25) |
| Er fragte, warum Gott ihn verlassen musste (Mark.15,34) | Gott war in ihm, "die Welt mit sich selbst versöhnend" (2.Kor.5,19) |
Er hatte als Gott und Mensch in einer Person die Möglichkeit, Steine zu Brot zu machen um seinen Hunger zu stillen, doch er nahm es nie in Anspruch! Er unterwarf sich allen Schwachheiten, die sein Menschsein mit sich brachte (Hebr.4,15)!
Fakten zur Menschwerdung Gottes, des Sohnes
Gottes Wort belegt die Menschwerdung Gottes, des Sohnes als der vollkommene Mensch Jesus Christus durch folgende Wahrheiten:
Seine Menschwerdung war schon vor der Schöpfung beabsichtigt:
- "wie er uns auserwählt hat in ihm vor Grundlegung der Welt, daß wir heilig und tadellos seien vor ihm in Liebe" (Eph.1,4)
- "Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es (das Tier mit den zehn Hörnern und sieben Köpfen) anbeten, ein jeder, dessen Name nicht geschrieben ist in dem Buche des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an." (Offb.13,8)
Jede auf Jesus Christus bezogene Prophetie des Alten Testamentes weist auf Gott, den Sohn hin
- "Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst." (Jes.9,6)
- "Wenn seine Seele das Schuldopfer gestellt haben wird, so wird er Samen sehen, er wird seine Tage verlängern; und das Wohlgefallen der Wille Jehovas wird in seiner Hand gedeihen. Von der Mühsal seiner Seele wird er Frucht sehen und sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird mein gerechter Knecht die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, und ihre Missetaten wird er auf sich laden. Darum werde ich ihm die Großen zuteil geben, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, daß er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und den Übertretern beigezählt worden ist; er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Übertreter Fürbitte getan." (Jes.53,10-12)
Die Empfängnis und Geburt wird in Gottes Wort ausführlich geschildert:
- "und siehe, du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen ewiglich, und seines Reiches wird kein Ende sein. Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies sein, dieweil ich keinen Mann kenne? Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden. [...] Und es geschah, als sie daselbst waren, wurden ihre Tage erfüllt, daß sie gebären sollte; und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn." (Luk.1,31-35.2,6-7)
Sein Leben auf dieser Erde offenbarte seine Menschlichkeit:
- Seine Namen lauteten "Der Sohn des Menschen" (Matth.8,20), "Der Mensch Jesus Christus" (1.Tim.2,5) und "Der Sohn Davids" (Matth.20,31).
- Seine menschliche Abstammung wird in Ausdrücken wie "Frucht aus seinen (Davids) Lenden" (Apg.2,29-30), "Marias Erstgeborener" (Matth.1,25), "Same Davids" (2.Tim.2,8), "Same Abrahams" (Gal.3,29) und "Spross aus Juda" (Hebr.7,14) bekräftigt.
- Die Tatsache, dass er einen menschlichen Körper sowie Seele und Geist besaß (Matth.26,38); Joh.13,21; 1.Joh.4,2.9).
- Seine selbst auferlegten menschlichen Schwächen wie Hunger (Matth.4,2), Müdigkeit (Joh.4,6) und Durst (Joh.19,28).
Die Menschlichkeit des Herrn Jesus Christus erkennen wir in seinem Tod und seiner Auferstehung:
- Der menschliche Leib, der die Leiden am Kreuz ertragen musste ist derselbe, der auch das Grab verliess! Er erschien den Jüngern in Luk.24.36-40 und auch anderen Personen nach 1.Kor.15,5-8 in einem für sie wiedererkennbaren Äußeren!
Unser Herr Jesus Christus hat den Thron in diesem Leib, in dem er nach seiner Auferstehung erschien, eingenommen!
Bei seinem Wiederkommen wird es ebenso dieser verherrlichte menschliche Leib sein!
Gründe zur Menschwerdung Gottes, des Sohnes
Die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus geschah im Gehorsam gegenüber Gott, dem Vater und aus Liebe zu uns:
"O Gottes Lamm, für Sünder hingeschlachtet!
Die Erde, die Du schuft, ach, sie trug Dein Kreuz.
Wer führte Dich herab, in Armut, Elend, Tod und Grab?
Wir, Herr, die Dir gegeben, Dein Gott, mit Dir zu leben
mit Dir zu thronen ewiglich.
O Herr, wir preisen Dich! O Herr, wir preisen Dich!"
(aus Geistliche Lieder, Lied 92)
Grundsätzlich können wir die folgenden Gründe in Gottes Wort erkennen:
1. Er kam, um Gott den Menschen zu offenbaren:
- "Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater, als nur der Sohn, und wem irgend der Sohn ihn offenbaren will." (Matth.11,27)
- "Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht." (Joh.1,18)
- "Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen, und wie sagst du: Zeige uns den Vater?" (Joh.14,9)
- "Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist." (Röm.5,8)
- "Hieran haben wir die Liebe erkannt, daß er für uns sein Leben dargelegt hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben darzulegen." (1.Joh.3,16)
2. Er kam, um einen vollkommen Menschen zu offenbaren und als Vorbild für Christen zu dienen:
- "Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf dass ihr seinen Fußstapfen nachfolget" (1.Petr.2,21)
3. Er kam, um das vollkommene Opfer für die Sünde zu stellen:
- "Denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter, nicht der Dinge Ebenbild selbst hat, so kann es nimmer mit denselben Schlachtopfern, welche sie alljährlich ununterbrochen darbringen, die Hinzunahenden vollkommen machen. Denn würde sonst nicht ihre Darbringung aufgehört haben, weil die den Gottesdienst Übenden, einmal gereinigt, kein Gewissen mehr von Sünden gehabt hätten? Aber in jenen Opfern ist alljährlich ein Erinnern an die Sünden; denn unmöglich kann Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen. Darum, als er in die Welt kommt, spricht er: "Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet; an Brandopfern und Opfern für die Sünde hast du kein Wohlgefallen gefunden. Da sprach ich: [...] Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. (Er nimmt das Erste weg, auf daß er das Zweite aufrichte.) Durch welchen wir geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi." (Hebr.10,1-10)
4. Er kam, um im Fleische die Werke Satans zu zerstören:
- "Jetzt ist das Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden." (Joh.12,31)
- "Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. [...] Von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist." (Joh.16,8.11)
- "Und euch, als ihr tot waret in den Vergehungen und in der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat; als er ausgetilgt die uns entgegenstehende Handschrift in Satzungen, die wider uns war, hat er sie auch aus der Mitte weggenommen, indem er sie an das Kreuz nagelte; als er die Fürstentümer und die Gewalten ausgezogen hatte, stellte er sie öffentlich zur Schau, indem er durch dasselbe über sie einen Triumph hielt." (Kol.2,13-15)
- "Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise an denselben teilgenommen, auf daß er durch den Tod den zunichte machte, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel, und alle die befreite, welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren." (Hebr.2,14-15)
- "Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, auf daß er die Werke des Teufels vernichte." (1.Joh.3,8)
5. Er kam, um in "Sachen mit Gott" ein barmherziger und treuer Hoherpriester zu sein:
- "Denn er nimmt sich fürwahr nicht der Engel an, sondern des Samens Abrahams nimmt er sich an. Daher mußte er in allem den Brüdern gleich werden, auf daß er in den Sachen mit Gott ein barmherziger und treuer Hoherpriester werden möchte, um die Sünden des Volkes zu sühnen; denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, vermag er denen zu helfen, die versucht werden." (Hebr.2,16-18)
- "Die Summe dessen aber, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln, ein Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Hütte, welche der Herr errichtet hat, nicht der Mensch." (Hebr.8,1)
- Christus aber, gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter, in Verbindung mit der größeren und vollkommneren Hütte, die nicht mit Händen gemacht (das heißt nicht von dieser Schöpfung ist), auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blute, ist ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte. [...] Denn der Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des wahrhaftigen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen." (Hebr.9,11-12.24)
6. Er kam, um den mit David geschlossenen Bund zu erfüllen:
- "Und dein Haus und dein Königtum sollen vor dir beständig sein auf ewig, dein Thron soll fest sein auf ewig." (2.Sam.7,16)
- "und siehe, du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen ewiglich,12W. in die Zeitalter und seines Reiches wird kein Ende sein." (Luk.1,31-33)
- "Da er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm mit einem Eide geschworen hatte, von der Frucht seiner Lenden auf seinen Thron zu setzen, hat er, voraussehend, von der Auferstehung des Christus geredet, daß er nicht im Hades zurückgelassen worden ist, noch sein Fleisch die Verwesung gesehen hat. [...] Das ganze Haus Israel wisse nun zuverlässig, daß Gott ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt." (Apg.2,30-31.36)
- "Denn ich sage, daß Jesus Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrheit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen" (Röm.15,8)
7. Er kam, um das "Haupt über alles der Versammlung", Haupt der neuen Schöpfung, zu werden:
"(Er) hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt." (Eph.1,22)
Gott, der Sohn wurde bei seiner Menschwerdung also vollkommener Mensch mit einem menschlichen Leib, Seele und Geist! Er wurde uns so "verwandt", dass er "der letzte Adam" (1.Kor.15,45) genannt wird.
Er, der ewiger Sohn ist, Jehova-Gott, war auch Sohn der Maria, ein Junge aus Nazareth, der Lehrer und Heiler von Judäa, Gast in Bethanien und das Opferlamm auf Golgatha!
Er wird bald der König der Könige sein und ist schon jetzt der Erlöser, der Hohepriester, der kommende Bräutigam und Herr!
"Tief neigt der Himmel sich zu Armen: Emmanuel wollt sich uns nah'n.
Gott wurde Mensch, o welch Erbarmen! Du, sein Volk, bete staunend an!"
(aus Geistliche Lieder, Lied 165)
Gott, der Sohn: Sein stellvertretender Tod
Gottes Wort bezeichnet den Tod unseres Herrn Jesus Christus auf dem Kreuz von Golgatha als Opfer für die Sünde der ganzen Welt. Johannes stellt ihn in Joh.1,29 mit den Worten vor: "Siehe, das Lamm Gottes, dass die Sünde der Welt wegnimmt".
Jesus Christus starb als "Stellvertreter" an unserer Statt. In dieser Funktion setzte er sich dem gerechten und unermesslich schweren Gericht Gottes aus. Dieses stellvertretende Opfer war, da er Jesus Christus als Stellvertreter anerkannte, ein vollkommenes und ausreichendes Werk zu Gottes Befriedigung!
Der Begriff "stellvertretes Opfer" wir in Gottes Wort in diesem Wortlaut nicht verwendet, denn Gottes Sohn ist ungleich mehr wert als die ganze sündige Menschheit!
Die Anerkennung dieses stellvertretenden Todes, also das Eingestehen, dass wir ohne dieses Werk in ewiger Gottesferne gestorben wären, ist für uns der Schlüssel zur Errettung. Wenn wir anerkennen, dass wir verlorene Sünder waren, dass wir das Opfer des Herrn nötig hatten, und ihn als unseren persönlichen Heiland und Retter annehmen, so werden wir errettet.
Er hat unsere Sünden gesühnt, er wurde zu einem "Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut, zur Erweisung seiner Gerechtigkeit wegen des Hingehenlassens der vorher geschehenen Sünden unter der Nachsicht Gottes" (Röm.3,25)! Indem er zu Zeiten des Alten Testamantes schon Sünden vergab, handelte er im Hinblick auf das später geschehende Opfer gerecht, denn das Opfer des Herrn tat auch Sühne für diese Sünden. Sein Werk nahm "die Sünde der Welt" weg: "Des folgenden Tages sieht er Jesum zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt." (Joh.1,29).
Was der Tod Jesu Christi für uns bedeutet
1. Der Tod Jesu Christi beweist uns Gottes Liebe zu uns Menschen:
- "Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe." (Joh.3,16)
- "Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist." (Röm.5,8)
- "Hieran haben wir die Liebe erkannt, daß er für uns sein Leben dargelegt hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben darzulegen." (1.Joh.3,16)
- "Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir durch ihn leben möchten." (1.Joh.4,9)
Diese Liebe, die wir seitens Gottes erfahren dürfen, sollte uns zu einem Leben auf hohem moralischen Niveau anspornen, das Ungläubige so nicht führen können, da es nur in der Kraft Gottes geschehen kann:
- "Und er ist für alle gestorben, auf daß die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und ist auferweckt worden." (2.Kor.5,15)
- "Geliebte, ich ermahne euch als Fremdlinge und als die ihr ohne Bürgerrecht seid, daß ihr euch enthaltet von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten, indem ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar führet, auf daß sie, worin sie wider euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung. Unterwerfet euch [nun] aller menschlichen Einrichtung um des Herrn willen: es sei dem Könige als Oberherrn, oder den Statthaltern als denen, die von ihm gesandt werden zur Bestrafung der Übeltäter, aber zum Lobe derer, die Gutes tun. Denn also ist es der Wille Gottes, daß ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringet: als Freie, und die nicht die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Knechte Gottes. Erweiset allen Ehre; liebet die Brüderschaft; fürchtet Gott; ehret den König. Ihr Hausknechte, seid den Herren unterwürfig in aller Furcht, nicht allein den guten und gelinden, sondern auch den verkehrten. Denn dies ist wohlgefällig, wenn jemand um des Gewissens vor Gott willen Beschwerden erträgt, indem er ungerecht leidet. Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr ausharret, indem ihr sündiget und geschlagen werdet? Wenn ihr aber ausharret, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist wohlgefällig bei Gott. Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten, euch ein Beispiel hinterlassend, auf daß ihr seinen Fußstapfen nachfolget; welcher keine Sünde tat, noch wurde Trug in seinem Munde erfunden, der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der recht richtet; welcher selbst unsere Sünden an seinem Leibe auf dem Holze getragen hat, auf daß wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben, durch dessen Striemen ihr heil geworden seid. Denn ihr ginget in der Irre wie Schafe, aber ihr seid jetzt zurückgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen." (1.Petr.2,11-25)
2. Der Tod Jesu Christi ist als "Lösegeld" gezahlt worden, um den heiligen Ansprüchen Gottes gegenüber den Sündern zu genügen und den Sünder von der Verdammung/Verurteilung zu befreien:
Er sühnte unsere Schuld, trug sie an unserer Stelle:
- "...gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." (Matth.20,28)
- "Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele." (Mark.10,45)
- "...der sich selbst gab zum Lösegeld für alle, wovon das Zeugnis zu seiner Zeit verkündigt werden sollte." (1.Tim.2,6)
Sein Tod war die gerechte Strafe für unsere Sünden, die er auf sich genommen hatte:
- "Jesus, welcher unserer Übertretungen wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist." (Röm.4,25)
- "Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm." (2.Kor.5,21)
- "Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden hingegeben hat, damit er uns herausnehme aus der gegenwärtigen bösen Welt" (Gal.1,4)
- "Christus wird, nachdem er einmal geopfert worden ist, um vieler Sünden zu tragen, zum zweiten Male denen, die ihn erwarten, ohne Sünde erscheinen zur Seligkeit." (Hebr.9,28)
Der Gedanke der Zahlung des "Lösegeldes" durch seinen Tod wird auch durch die Verwendung einiger griechischer Begriffe unterstützt:
- "agorazo" (="auf dem Markt kaufen"): Wir waren durch den Sündenfall zum Tode verurteilt (Joh.3,18-19;Röm.6,23), waren "Sklaven unter der Sünde" (Röm.7,14). Doch Jesus Christus zahlte den hohen Preis, um uns freizukaufen mit dem Wert seines Blutes (1.Kor.6,20;7,23; 2.Petr.2,1; Offb.5,9;14,3-4).
- "exagorazo" (="aus dem Markt kaufen"): Dieser Gedanke hat nicht dem Schwerpunkt des Zahlens, sondern betont, dass "wir als Ware" auch von dort entfernt wurden. Christus hat uns durch die Zahlung des Preises für unsere Sünden "von dem Markt genommen" (Gal.3,13.4,5; Eph.5,16; Kol.4,5), die Erlösung ist für alle Zeiten erfolgt!
- "lutroo" (="freilassen/freisetzen"): Diesen Gedanken der Freilassung finden wir beispielsweise in Luk.24,21, Tit.2,14 und 1.Petr.1,18 sowie Ableitungen in Luk.2,38, Hebr.9,12 und Luk.1,68. Darüber hat er uns im Sinne der Entlassung eines Sklaven befreit (Luk.21,28; Röm.3,24; Röm.8,23; 1.Kor.1,30; Eph.1,7.14; Eph.4,30; Kol.1,14; Hebr.9,15; Hebr.11,35).
Christus hat uns also bezahlt (agorazo), aus dem Verkauf genommen (exagorazo) und befreit (lutroo).
Johannes weinte, da niemand ein würdiges Opfer stellen konnte. Doch Jesus Christus war würdig und gab sich "stellvertretend" als Opfer! Sein Wert war aber nicht durch das Werk "aufgerechnet", es war keine "1:1-Bezahlung"! Wie groß und wunderbar ist er!
Dieses vollkommene Opfer unterscheidet sich grundlegend von den Tieropfern des Alten Testamentes! Diese Opfer konnte Gott nur im Hinblick auf das vollkommene Opfer seines Sohnes annehmen! Durch dieses Opfer wurden unsere Sünden aber endgültig gesühnt! Lies dazu auch Jes.53,7-12; Joh.1,29; 1.Kor.5,7; Eph.5,2; Hebr.9,22.26; 10,14.
3. Der Tod Jesu Christi für unsere Sünden ist eine Anerkennung des Gesetzes, das wir Sünder gebrochen haben. Dadurch, dass nun das Gesetz erfüllt ist, sind alle gerechten Forderungen Gottes in dieser Hinsicht erfüllt:
Der in Hebr.9,5 verwendet Begriff hilasterion, auf Deutsch "Sühnungsdeckel/Gnadenstuhl", findet auch bei dem Namen des Deckels der Bundeslade Verwendung, der das Gesetz bedeckte/verbarg. Dieser Deckel wurde am "Großen Versöhnungstag" in 3.Mose 16,14 mit Blut des Altars besprengt, wodurch der "Richterstuhl" zum "Gnadenstuhl" wurde (Hebr.9,11-15). Analog dazu wurde der Thron Gottes durch das Werk auf Golgatha, die Besprengung mit dem Blut Jesu Christi, für alle Erlösten ein "Thron der Gnade" (Hebr.4,14-16). Die "Versöhnung" in 1.Joh.2,2.4,10 zeigt uns die Erfüllung aller Forderungen Gottes zur Sühnung unserer Sünden.
Wir dürfen wissen, dass das Werk unseres Herrn Jesus Christus auf Golgatha die Forderungen Gottes vollständig erfüllte. Der Herr Jesus erlitt die "gerechte Strafe", doch für unsere Sünden!
4. Der Tod Jesu Christi für unsere Sünden befriedigte Gott nicht nur, sondern ist auch die Basis, das Verhältnis zwischen Gott und der Welt zu bereinigen:
Der für "Versöhnung" verwendete Begriff katallasso hat den Wortsinn, das Verhältnis Gottes zu dem Menschen durch grundlegende Umkehr des Menschen zu bereinigen. Lies dazu beispielsweise Röm.5,10-11; Röm.11,15; 1.Kor.7,11; 2.Kor.5,18-20; Eph.2,16 und Kol.1,20-21!
Gott minderte seine Forderungen zur Versöhnung des Menschen mit ihm nicht, das Opfer Jesu Christi erfüllte sie vollkommen!
Durch sein Opfer sind unsere Sünden vergeben, wir sind gerechtfertigt und "passend gemacht" (Kol.1,12), mit Gott versöhnt zu sein!
Das Opfer reicht aus, "die ganze Welt mit Gott zu versöhnen" (2.Kor.5,9; 2.Petr.2,1; 2.Joh.2,1-2), auch wenn es nicht jeder in Anspruch nehmen wird.
5. Der Tod Jesu Christi beseitigte alle moralischen Hinderungsgründe, aus denen wir nicht zu Gott finden konnten:
Wir sind durch das Blut Jesu Christi gerechtfertigt und bedürfen "nur" dieses Status, um mit Gott versöhnt zu werden. Jedermann kann zu Gott finden, das Opfer seines Sohnes ist mehr wert als alle möglichen sonstigen Opfer!
6. Der Tod Jesu Christi nahm unsere persönliche Schuld als Sünder Gott gegenüber fort:
Er trug nicht nur "die Sünde der Welt", nein, ich darf dieses Opfer ganz persönlich für mich in Anspruch nehmen (3.Mose 16,21; Jes.53,6; Matth.20,28; Luk.22,37; Joh.10,11; Röm.5,6-8; 1.Petr.3,18)!
Meine persönliche Schuld, die mich von Gott trennte, wurde gesühnt! Ich bin aus der Macht Satans befreit und darf mich darüber freuen und ihn dafür verehren und anbeten (Röm.15,13; Hebr.9,14; 10,2)!
Gott, der Sohn: Seine Auferstehung
Dass es eine Auferstehung gibt, wird bereits im Alten Testament angedeutet: "ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen; und ist nach meiner Haut dieses da zerstört, so werde ich aus meinem Fleische Gott anschauen" (Hiob 19,25-27). Die Auferstehung aller Menschen wird uns in Joh.5,28-29 und Offb.20,4-6.12-13 bestätigt.
Auch alttestamentliche Prophetien stellen uns die Auferstehung vor Augen:
- "O daß du in dem Scheol mich verstecktest, mich verbärgest, bis dein Zorn sich abwendete, mir eine Frist setztest und dann meiner gedächtest! Wenn ein Mann stirbt, wird er wieder leben? Alle Tage meiner Dienstzeit wollte ich harren, bis meine Ablösung käme! Du würdest rufen, und ich würde dir antworten; du würdest dich sehnen nach dem Werke deiner Hände." (Hiob 14,13-15)
- "Ich, ich werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bilde." (Psalm 17,15)
- "Gott aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols; denn er wird mich aufnehmen." (Psalm 49,15)
- "Deine Toten werden aufleben, meine Leichen wieder erstehen. Wachet auf und jubelt, die ihr im Staube lieget!13Eig. ihr Bewohner des Staubes Denn ein Tau des Lichtes ist dein Tau; und die Erde wird die Schatten auswerfen." (Jes.26,19)
- "Und viele von denen, die im Staube der Erde schlafen, werden erwachen: diese zu ewigem Leben, und jene zur Schande, zu ewigem Abscheu." (Dan.12,2)
- "Von Gewalt des Scheols werde ich sie erlösen, vom Tode sie befreien! Wo sind, o Tod, deine Seuchen? Wo ist, o Scheol, dein Verderben?" (Hos.13,14)
- "indem er (Abraham) urteilte, daß Gott auch aus den Toten zu erwecken vermöge, von woher er ihn auch im Gleichnis empfing" (Hebr.11,17-19)
Weitere Verweise finden wir in den folgenden Bibelstelllen:
| Referenzvers | Kommentar |
| Psalm 16,9-10 | David bezeugt darin klar, dass weder seine Seele noch "dein Frommer" (der Herr Jesus) lange genug im Grab sein wird, um zu vergehen! |
| Apg.2,24-31 | Petrus zeigt, dass der Herr Jesus, nachdem er die "Wehen des Todes" aufgelöst hatte, nicht von ihnen "behalten" werden konnte. |
| Apg.13,34 | Paulus bezeugt die Auferstehung des Herrn Jesus Christus und dass er nicht zur Verwesung zurückkehren wird. |
| Psalm 118,22-24; Apg.4,10-11 | Der von den Bauleuten verworfene Stein, der zum Eckstein wurde |
| 1.Mose 14,18; Hebr.7,15-17.23-25 | Die Priesterschaft Melchisedeks |
| 3.Mose 14,4-7 | Das Opfer des "lebendigen Vogels" |
| 3.Mose 23,10-11 | Die "Garbe der Erstlinge" |
| 4.Mose 14,8 | Der "Stab Aarons" |
So finden wir schon im Alten Testament viele Hinweise zu der Tatsache der Auferstehung im Allgemeinen und des Herrn Jesus im Besonderen.
Aussagen des Herrn Jesus selbst zu seinem Tod und seiner Auferstehung
Der Herr Jesus selbst spricht an vielen Stellen des Neuen Testaments von seinem Tod und seiner Auferstehung. Darin erkennen wir, dass er sich bewusst und willentlich als Opferlamm zur Verfügung stellte.
- "Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, daß er nach Jerusalem hingehen müsse und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten vieles leiden, und getötet und am dritten Tage auferweckt werden müsse" (Matth.16,21)
- "Der Sohn des Menschen wird überliefert werden in der Menschen Hände, und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferweckt werden. Und sie wurden sehr betrübt." (Matth.17,22-23)
- "Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überliefert werden, und sie werden ihn zum Tode verurteilen; und sie werden ihn den Nationen überliefern, um ihn zu verspotten und zu geißeln und zu kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen." (Matth.20,18-19)
- "Denn indem sie diese Salbe über meinen Leib geschüttet hat, hat sie es zu meinem Begräbnis getan. [...] Denn dieses ist mein Blut, das des neuen Bundes, welches für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch aber, daß ich von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken werde, bis an jenem Tage, da ich es neu mit euch trinken werde in dem Reiche meines Vaters. [...] Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr werdet euch alle in dieser Nacht an mir ärgern; denn es steht geschrieben: "Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden. Nachdem ich aber auferweckt sein werde, werde ich vor euch hingehen nach Galiläa." (Matth.26,12.28-29.31-32)
- "er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird überliefert in der Menschen Hände, und sie werden ihn töten; und nachdem er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen." (Mark.9,31)
- "Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle ärgern, denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden. Nachdem ich aber auferweckt sein werde, werde ich vor euch hingehen nach Galiläa." Mark.14,28)
- "Der Sohn des Menschen muß vieles leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und getötet und am dritten Tage auferweckt werden." (Luk.9,22)
- "Er nahm aber die Zwölfe zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was durch die Propheten auf den Sohn des Menschen geschrieben ist; denn er wird den Nationen überliefert werden und wird verspottet und geschmäht und angespieen werden; und wenn sie ihn gegeißelt haben, werden sie ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen." (Luk.18,31-34)
- "Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten. Da sprachen die Juden: Sechsundvierzig Jahre ist an diesem Tempel gebaut worden, und du willst ihn in drei Tagen aufrichten? Er aber sprach von dem Tempel seines Leibes." (Joh.2,19-21)
- "Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, auf daß ich es wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Gewalt, es zu lassen, und habe Gewalt, es wiederzunehmen. Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen." (Joh.10,17-18)
Beweise zur Auferstehung des Herrn Jesus Christus
Das Neue Testament bestätigt an mindestens 17 Stellen die Auferstehung des Herrn Jesus:
| Referenz | Erscheinung |
| Joh.20,11-17; Mark.16,9-11 | Er erscheint Maria Magdalena |
| Matth.28,9-10 | Er erscheint Maria Magdalena und "der anderen Maria" |
| Luk.24,34; 1.Kor.15,5 | Er erscheint Petrus |
| Mark.16,12-13; Luk.24,36-43 | Er erscheint den Emmaus-Jüngern |
| Mark.16,14; Luk.24,36-43; Joh.20,19-24 | Er erscheint "den Elfen" (eigentlich 10, da Thomas zu der Zeit abwesend war) |
| Joh.20,26-29 | Er erscheint "den Elfen" (inkl. Thomas) eine Woche nach seiner Auferstehung |
| Joh.21,1-23 | Er trifft sieben seiner Jünger auf dem See von Galiläa |
| 1.Kor.15,6 | Er erscheint "mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal" |
| 1.Kor.15,7 | Er erscheint Jakobus, seinem Bruder |
| Matth.28,16-20; 1.Kor.15,7 | Er erscheint elfen seiner Jünger auf dem Berg in Galiläa |
| Luk.24,44-53; Apg.1,3-9 | Er erscheint den Jüngern auf dem Ölberg und "wird hinaufgetragen" in den Himmel |
| Apg.7,55-56 | Er erscheint Stephanus bei dessen Steinigung "zur Rechten Gottes stehend" |
| Apg.9,3-6;Apg.22,6-11; Apg.26,13-18; 1.Kor.15,8 | Er erscheint Saulus auf der Straße nach Damaskus |
| Apg.20,24; Apg.26,17; Gal.1,12.17 | Er erscheint Paulus in Arabien |
| Apg.22,17-21;Apg.9,26-30;Gal.1,18 | Er erscheint Paulus im Tempel |
| Apg.23,11 | Er erscheint Paulus im Gefängnis von Cäseräa |
| Offb.1,12-20 | Er erscheint dem Apostel Johannes in einer Offenbarung |
Diese Vielfalt (hinsichtlich Anzahl und der Verschiedenartigkeit der Begebenheiten) ist ein deutlicher Beweis, dass unser Herr Jesus Christus wirklich auferstanden ist!
Wenngleich das sichtbare Erscheinen des Herrn Jesus Christus der eindeutigste Beweis seiner Auferstehung ist, sprechen weitere Beweise deutlich für seine Auferstehung, beispielsweise war sein Grab nach seiner Auferstehung leer (Matth.28,6; Mark.16,6; Luk.24,3.6,12; Joh.20,2.5-8).
Die Zeugen der Auferstehung des Herrn Jesus Christus waren keine leichtgläubigen Personen, sie konnten die Wahrheit der Auferstehung selbst zunächst nicht fassen (Joh.20,9.11-15.25). Als sie aber "in der Praxis" erkannten, dass es Leben nach dem Tod gibt, waren sie sogar bereit, für diesen Glauben zu sterben!
Auch bei den Jüngern wandelte sich die Sorge und Furcht in Freude und Glauben!
Es ist eine gewisse Verzweiflung aus den Versen aus Matth.28,11-15, die wir auch als Beweis rechnen können: "Während sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündeten den Hohenpriestern alles, was geschehen war (nämlich zumindest die Tat des "Engels des Herrn"). Und sie versammelten sich mit den Ältesten und hielten Rat; und sie gaben den Soldaten Geld genug und sagten: Sprechet: Seine Jünger kamen bei Nacht und stahlen ihn, während wir schliefen. Und wenn dies dem Landpfleger zu Ohren kommen sollte, so werden wir ihn zufriedenstellen und machen, daß ihr ohne Sorge seid. Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie unterrichtet worden waren. Und diese Rede ist bei den Juden ruchbar geworden bis auf den heutigen Tag.".
Gründe für die Auferstehung des Herrn Jesus Christus
Grundsätzlich werden 7 Gründe der Auferstehung unterschieden:
1. Der Herr Jesus erstand auf, weil er der war, der er war und nicht im Tode gehalten werden konnte (Apg.2,24)
2. Der Herr Jesus erstand auf, um den Bund Davids zu erfüllen (2.Sam.7,12-16; Psalm 89,20-37; Jes.9,6-7; Luk.1,31-33; Apg.2,25-31)
3. Der Herr Jesus erstand auf, um Geber des Wiederauferstehungslebens zu werden (Joh.10,10-11.11,25-26; Eph.2,6; Kol.3,1-4; 1.Joh.5,11-12)
4. Der Herr Jesus erstand auf, um die Quelle des Wiederauferstehungskraft zu werden (Matth.28,18; Eph.1,19-21; Phil.4,13)
5. Der Herr Jesus erstand auf, um das "Haupt der Versammlung" zu sein (Eph.1,20-23)
6. Der Herr Jesus erstand auf, weil das Werk als Basis unserer Rechtfertigung vollendet war (Röm.4,25)
7. Der Herr Jesus erstand auf, um "Erstling der Entschlafenen" zu sein (1.Kor.15,20-23)
Die Bedeutung der Auferstehung des Herrn Jesus Christus
Zunächst ist die Auferstehung der deutlichste Beweis seiner Gottheit! Darüber hinaus unterstreicht dieser gewaltige Sieg über Sünde und Tod Gottes Macht und Kraft, wie sie in Eph.1,19-21 geschildert wird: "Welches die überschwengliche Größe seiner Kraft an uns, den Glaubenden, nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, in welcher er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte (und er setzte ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern, über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen, und hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt)"!
Dieses überwältigende Ereignis, dessen Tragweite nur im Ansatz erfassen können, wird deswegen (in diesem Zeitalter) jeden ersten Tag der Woche gefeiert! Es handelt sich um einen wesentlichen Tragpfeiler unseres Glaubens, nicht umsonst sagt Paulus in 1.Kor.15,17-18: "Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube eitel; ihr seid noch in euren Sünden. Also sind auch die, welche in Christo entschlafen sind, verloren gegangen."!
Da Christus aber aus den Toten auferstanden ist ... ist unser Glaube nicht eitel, ... ist unser Glaube sicher verankert, ... ist der endgültige Sieg Christi unabwendbar, ... und unser christlicher Glaube gerechtfertigt!
Gott, der Sohn: Seine Entrückung und sein priesterlicher Dienst
In einer Reihe von Machtbeweisen des Herrn Jesus Christus ist die Entrückung nach seiner Auferstehung der zweite große Gegenstand. Er wurde in den Himmelentrückt und übt dort seinen priesterlichen Dienst aus!
Die Tatsache der Entrückung Jesu Christi
Die Entrückung wird uns an drei Stellen in Gottes Wort geschildert (Mark.16,19; Luk.24,50-51; Apg.1,9-11).
Es wird häufig die Frage gestellt, ob der Herr Jesus Christus vor seiner öffentlichen Entrückung in den Himmel aufgenommen wurde. Gern wird dabei auf das Wort des Herrn Jesus zu Maria Magdalena verwiesen: "Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu [meinem] Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott." (Joh.20,17).
Unterstützend wird dazu auch Hebr.9,12.23-24 angeführt: "auch nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blute, ist ein für allemal in das Heiligtum eingegangen, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte. [...] Es war nun nötig, daß die Abbilder der Dinge in den Himmeln hierdurch gereinigt wurden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Schlachtopfer als diese. Denn der Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, ein Gegenbild des wahrhaftigen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen".
Eine weitere Frage, die auftritt, ist, ob Apg.1 buchstäblich stattgefunden hat. Doch die Entrückung hat ebenso stattgefunden wie seine Menschwerdung. Es werden uns vier Facetten beschrieben:
- er wurde emporgehoben (Apg.1,9)
- er wurde durch eine Wolke von ihren Augen hinweg aufgenommen (Apg.1,9)
- er fuhr auf (Apg.1,10)
- er wurde "von ihnen weg" in den Himmel aufgenommen (Apg.1,11)
Das ist von großer Bedeutung, da sein "Zweites Kommen" mit eben diesen Rahmenbedingungen (nur eben umgekehrt) erfolgen wird: "Dieser Jesus [...] wird also kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel." (Apg.1,11)!
Beweise, dass Jesus Christus im Himmel ist
Neben der detaillierten Beschreibung seiner Entrückung bezeugt auch seine Ankunft im Himmel die Tatsache seiner Entrückung:
- Apg.2,33-36; 3,21; 7,55-56; 9,3-6; 22,6-8; 26,13-15
- Röm.8,34
- Eph.1,20-22; 4,8-10
- Phil.2,6-11; 3,20
- 1.Thess.1,10; 4,16
- 1.Tim.3,16
- Hebr.1,3.13; Hebr.2,7; Hebr.4,14; Hebr.6,20; Hebr.7,26; Hebr.8,1; Hebr.9,24; Hebr.10,12-13; Hebr.12,2
- 1.Joh.2,1
- Offb.1,7.13-18; Offb.5,5-12; Offb.6,9-17; Offb.7,9-17; Offb.14,1-5; Offb.19,11-16
Neben dem Beweis seiner Entrückung und seiner Existenz in den Himmeln offenbart uns Gott in diesen Versen viele Tätigkeiten unseres Herrn Jesus Christus, die vom Himmel aus tätigt!
Die Bedeutung der Entrückung Jesu Christi
Die Entrückung Jesu Christi bedeutete das Ende seines irdischen Dienstes. Zugleich bedeutete es die Rückkehr in seine Herrlichkeit, die als Mensch verborgen war, selbst nach seiner Auferstehung. Seine Rückkehr in den Himmel war ein großartiger Triumpf und manifestierte den erfolgreichen Abschluss seines Werkes auf der Erde und den Eintritt in die Aufgabenebene zur Rechten des Vaters.
Der Status/Rang unseres Herrn im Himmel ist der eines allgewaltigen Herrschers, dessen finaler Triumpf und Wiederkunft kurz bevor steht. Bis zu dem Zeitpunkt sitzt er "zur Rechten des Vaters":
- "Jehova sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!" (Psalm 110,1, Verweise unter Matth.22,44; Mark.12,36; Luk.20,42)
- "Der Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgenommen und setzte sich zur Rechten Gottes." (Mark.16,19)
- "Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht Gottes." (Luk.22,69)
- "Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der [auch] auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet." (Röm.8,34)
- "nach der Wirksamkeit der Macht seiner Stärke, in welcher er gewirkt hat in dem Christus, indem er ihn aus den Toten auferweckte (und er setzte ihn zu seiner Rechten in den himmlischen Örtern, über jedes Fürstentum und jede Gewalt und Kraft und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird, nicht allein in diesem Zeitalter, sondern auch in dem zukünftigen, und hat alles seinen Füßen unterworfen und ihn als Haupt über alles der Versammlung gegeben" (Eph.1,19-22)
- "Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so suchet, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes." (Kol.3,1)
- "welcher, der Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines Wesens seiend und alle Dinge durch das Wort seiner eigenen Macht tragend, nachdem er [durch sich selbst] die Reinigung der Sünden bewirkt, sich gesetzt hat zur Rechten der Majestät in der Höhe; [...] Zu welchem der Engel aber hat er je gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße?" (Hebr.1,3.13)
- "Die Summe dessen aber, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät in den Himmeln, ein Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Hütte, welche der Herr errichtet hat, nicht der Mensch." (Hebr.8,1-2)
- "Er aber, nachdem er ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht, hat sich auf immerdar gesetzt zur Rechten Gottes, fortan wartend, bis seine Feinde gelegt sind zum Schemel seiner Füße." (Röm.10,12-13)
- "hinschauend auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, der Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes." (Hebr.12,2)
- "Jesus Christus, welcher, in den Himmel gegangen, zur Rechten Gottes ist, indem Engel und Gewalten und Mächte ihm unterworfen sind." (1.Petr.3,21.22)
Der Thron, den der Herr Jesus Christus eingenommen hat, ist der Thron des Vaters, den wir nicht mit dem Davidianischen Thron auf der Erde verwechseln dürfen.
Die Welt erwartet seine Wiederkunft, bei der sie zum "Schemel seiner Füße" wird und sein Thron auf der Erde errichtet wird (Matth.25,31). Bis dahin bekleidet er eine Funktion voller Ehre und Autorität zur Rechten Gottes im Einklang mit seiner Funktion als Haupt der Versammlung.
Das Wirken Jesu Christi im Himmel
In seiner Position "zur Rechten des Vaters" erfüllt Jesus Christus 7 Bilder in Bezug auf seine Versammlung:
1. Jesus Christus als der "letzte Adam" und als Haupt der "neuen Schöpfung"
2. Jesus Christus als das "Haupt des Leibes des Christus"
3. Jesus Christus als der "gute Hirte seiner Herde"
4. Jesus Christus als der "wahre Weinstock"
5. Jesus Christus als der "Eckstein" der Steine seiner Versammlung
6. Jesus Christus als der Hohepriester mit seiner Versammlung als königliche Priesterschaft
7. Jesus Christus als der Bräutigam der Versammlung als Braut
Wenn wir seine "Hauptaufgabe", die Repräsentation seiner Versammlung als Hoherpriester vor dem Thron Gottes, betrachten, müssen wir vier Wahrheiten dieser Funktion betrachten:
1. Als Hoherpriester der wahren Stiftshütte (der "wahrhaftigen Hütte") ist unser Herr Jesus Christus in der Herrlichkeit, um den Gottesdienst für die Seinen als Priester wahrzunehmen (Hebr.8,1-2)
Nach seiner Entrückung setzte er sich, da Gott, der Vater seinen irdischen Dienst als erfüllt akzeptierte, zur Rechten Gottes. Das zeigt und deutlich, dass sein Werk für diese Welt abgeschlossen war!
Er setzte sich auf den "Thron des Vaters", nicht auf einen eigenen. Das verstärkt den elementaren Gedanken von Gottes Wort, dass er erwartet, "sein Reich" auf der Erde anzutreten. Die Königreiche dieser Welt warten auf die Erfüllung von Offb.11,15: "Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit."! Er, der auf dieser Erde verschmähte Christus, wird von seinem Vater sein Erbteil fordern, und dieser wird ihm "zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum die Enden der Erde." (Psalm 2,8).
Wenn wir solch ein Erbe antreten dürften, würden wir noch Gnadenzeit walten lassen? Gottes Wort zeigt uns, dass er das "Recht des Reiches" derzeit noch nicht einführt (Matth.25,31-46) sondern noch aus den Juden und Nationen "herausrettet" um seinem Leib, seiner himmlischen Braut anzugehören! Welch eine Gnade! Ist diese Frist abgelaufen, wird er "zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer [...] wieder bauen und sie wieder aufrichten; damit die übrigen der Menschen den Herrn suchen, und alle Nationen, über welche mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut" (Apg.15,16-17). Zweifelsohne ist er schon jetzt König und Priester in einer Person und "allen, die ihm gehorchen, der Urheber ewigen Heils geworden, von Gott begrüßt als Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks. Denn dieser Melchisedek, König von Salem, Priester Gottes, des Höchsten [...] bleibt Priester auf immerdar." (Hebr.5,10; Hebr.7,1.3), doch handelt er derzeit als Priester, nicht als König! Er wird aber wiederkommen und "König der Könige und Herr der Herren" sein (1.Tim.6,15; Offb.17,14; Offb.19,16), jetzt aber ist er "Haupt über alles der Versammlung gegeben, welche sein Leib ist" (Eph.1,22-23)!
2. Als unser Hoherpriester ist er der Geber aller Geistesgaben
Das Neue Testament zeigt uns Geistesgaben als Geschenk in Form einer göttlichen Befähigung, das der Glaubende durch den ihm innewohnenden Heiligen Geist erhält. Gott, der Heilige Geist hat Ziele, die er durch die Befähigung Einzelner erreicht. Es ist nicht der menschliche Wille, der das bewirken kann!
Wenn wir in Gottes Wort einige spezifische und individuelle Befähigungen vorgestellt bekommen (Röm.12,3-8; 1.Kor.12,4-11), gibt doch weit mehr Betätigungen des Heiligen Geistes in uns.
Jeder Glaubende hat bestimmte Gnadengaben anvertraut bekommen, der Segen aus dieser Befähigung und die Kraft in der Ausübung derselben hängt aber von der Hingabe gegenüber Gott ab (Röm.12,1-2.6-8)!
Wohl kaum werden Gläubige, die von dem Heiligen Geist erfüllt sind, zum Dienst ermuntert werden müssen, "denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken, nach seinem Wohlgefallen." (Phil.2,13). Und er sucht solche wertvollen Werkzeuge!
Die mit besonderen Geistesgaben ausgestatteten Gläubigen sind ein Geschenk des Christus an seinen Leib, nur er ernennt und befähigt diese (Eph.4,7-11)! Er weiß, welche Bedürfnisse sein Leib, die Versammlung, wirklich hat und setzt sie souverän ein (1.Kor.12,11.18)!
Menschliche Einmischung in dieser Frage mindert den Segen und kann "das Gleichgewicht" empfindlich stören. Es ist SEIN Leib und ER ist das Haupt!
3. Jesus Christus verwendet sich als Priester für die Seinen
Ein eindrückliches Beispiel finden wir in Joh.17,1-26, wo er sich schon auf der Erde für Gläubige und Ungläubige gleichermaßen verwendet.
Diesen Dienst vollzieht er auch in der Herrlichkeit, so lange "die Seinen" in der Welt sind! Welch ein liebendes und fürsorgliches Herz hat er!
Er verwendet sich für unsere Schwachheiten, unsere Macht- und Hilflosigkeit und weitere Unzulänglichkeiten, die durch die Begrenzung der Menschheit verursacht sind. Er kennt unsere Schwachheiten aus eigener Erfahrung und kennt auch die Listen Satans! Aber er ist der "Hirte und Aufseher unserer Seelen" (1.Petr.2,25), wie es auch Petrus erfahren durfte (Luk.22,31-32)!
"Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden." (Hebr.7,25)!
"Jehova ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. [...] Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens!" (Psalm 32,1.6)
4. Jesus Christus spricht zu uns aus der Gegenwart Gottes
Oft sind wir auch als Kinder Gottes in Sünde gefallen, was ein Hinzunahmen zum Thron Gottes unmöglich machte. Doch haben unseren Herrn und Heiland als Fürsprecher! Schlimm genug, dass wir durch Sünde unsere Freude, Kraft und den Frieden Gottes in uns hemmen oder gar verhindern, doch gilt "wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit." (1.Joh.1,9)! Unsere Sünden erfordern aber einen Fürsprecher, auch wenn wir selbst in sündigem Zustand Kinder Gottes bleiben!
Und diese Aufgabe nimmt unser Herr und Heiland für uns wahr! Als Vater von Kindern, für deren Fehler ich auch schon "fürsprechen" musste, erfüllt es mich mit großer Dankbarkeit, dass mein Herr dies wahrnimmt! Und er ist unser Fürsprecher gegenüber einem heiligen und gerechten Gott!
"Denn der Christus ist nicht eingegangen in das mit Händen gemachte Heiligtum, [...] sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns zu erscheinen." (Hebr.9,24; 1.Joh.2,1)
Und das auch gegen Satan, den "Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte" (Offb.12,10)!
Ohne unnüchtern zu werden, sollten wir uns vor Augen halten, dass jede aus unserer Sicht verborgene Sünde auf dieser Erde eine lautstarke Anklage Satans im Himmel zur Folge hat, die unser Fürsprecher Jesus Christus bereinigen muss! Es darf für uns kein Freischein zur Sünde sein! "Ich schreibe euch dieses, auf daß ihr nicht sündiget" (1.Joh.2,1)!
"Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der [auch] auferweckt, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. Wer wird uns scheiden von der Liebe Christi?" (Röm.8,34-35)
Das Wirken Jesu Christi auf der Erde
Jesus Christus befindet sich "zur Rechten Gottes", wirkt aber dennoch in seiner Versammlung auf dieser Erde. Er "innewohnt" seiner Versammlung und ist mit ihr:
- "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden.[...] Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters." (Matth.28,18.20)
- "Ich werde euch nicht als Waisen lassen, ich komme zu euch. [...] An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir und ich in euch." (Joh.14,18.20)
- "das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses sei unter den Nationen, welches ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit" (Kol.1,26-27)
Auch ist er der "Geber ewigen Lebens" für seine Versammlung:
- "In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." (Joh.1,4)
- "Ich bin gekommen, auf daß sie Leben haben und es in Überfluß haben." (Joh.10,10)
- "Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist." (Joh.11,25)
- "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich." (Joh.14,6)
- "Wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit." (Kol.3,4)
- "Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht." (1.Joh.5,12)
Gemeinsam mit Gott, dem Vater wohnt er in jedem Gläubigen der ihn liebt (Joh.14,23) und hat uns den Heiligen Geist gegeben, der Werke Gottes in uns wirken will!
Zusammenfassend können wir festhalten, dass es der Dienst des Herrn Jesus Christus ist, Ungläubige aus Juden und Nationen herauszuretten und seinem Leibe zuzufügen und sie durch den Heiligen Geist zu befähigen, seine Werke zu wirken!
Gott, der Sohn: Sein Wiederkommen für Seine Gläubigen
Unvollendete Prophetien zur Entrückung
Bewusst haben wir den Begriff "unvollendet" gewählt. Denn obwohl über ein Viertel von Gottes Wort zu dem Zeitpunkt der Verfassung zukünftige Dinge beschreibt, gibt es keine Voraussage, die anders eingetroffen ist als dort formuliert. Keine andere Schrift hat diese Dichte eingetroffener Voraussagen wie die Bibel. Wenn wir beispielsweise die Jahrhunderte zuvor getroffene Voraussage über die Menschwerdung des Herrn Jesus Christus sehen, so kam er wirklich aus dem Stamme Juda,ein Sohn Abrahams, ein Nachkomme Davids und wurde von Jungfrau in Bethlehem geboren. Auch sein stellvertretender Tod am Kreuz von Golgatha für unsere Sünden sowie die in Psalm 22 geschilderten Leiden trafen viele Jahre später präzise ein!
Die erfüllten Voraussagen lassen uns auch in das Eintreffen der noch unerfüllten Prophetien vertrauen! Wir dürfen die Wiederkunft unseres Herrn Jesus so erwarten, wie er von uns entrückt wurde (Apg.1,11)! Doch ist diese grundsätzliche Wahrheit Teile eines sehr komplexen und anspruchsvollen Themas in Gottes Wort.
Grundsätzlich unterscheiden wir das erste und zweite Kommen des Herrn: 1.Kommen: Der Herr kommt ums uns zu sich zu entrücken 2.Kommen: Der Herr kommt mit uns, um 1000 Jahre zu herrschen.
Die dazwischen liegende Zeit ist ebenfalls umfassend durch Prophetien beschrieben, beispielsweise die Entstehung einer "Weltkirche", das Aufkommen einer Weltherrschaft unter einen Diktator sowie ein nie dagewesener Weltkrieg, der zu der Zeit, in der der Herr sein Reich aufzubauen beginnt, wüten wird.
Die Voraussage, dass Christus für seine Versammlung kommen wird, wird uns nur im Neuen Testament gegeben, während die Ereignisse nach der Entrückung der Versammlung im Alten wie im Neuen Testament geschildert werden!
Prophetien der Entrückung
Den ersten Hinweis des 1.Kommens (also für die Seinigen) des Herrn Jesus Christus finden wir in Gottes Wort in Joh.14,2-3: "Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet.". Was werden die Jünger in diesem Moment empfunden haben, standen sie doch noch unter dem Eindruck von Matth.24,26-31, wo der Herr Ihnen seine glorreiche Wiederkunft zur Errichtung seines Reiches (also das 2.Kommen) erläutert! Und nun sagt ihr geliebter Herr, dass er sie vor der Zeit der Drangsal erst zu sich ziehen wird!
Sie wurden unterwiesen, dass
- das Haus des Vaters im Himmel ist
- ihr Herr sie verlässt um ihnen dort Wohnungen zu bereiten
- ihr Herr nach Fertigstellung zurückkehren und sie zu sich nehmen wird.
Die umfassenden Details aus 1.Thess.4,13-18 waren ihnen verborgen: "Wir wollen aber nicht, Brüder, daß ihr, was die Entschlafenen betrifft, unkundig seid, auf daß ihr euch nicht betrübet wie auch die übrigen, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, daß Jesus gestorben und auferstanden ist, also wird auch Gott die durch Jesum Entschlafenen mit ihm bringen. Denn dieses sagen wir euch im Worte des Herrn, daß wir, die Lebenden, die übrigbleiben bis zur Ankunft des Herrn, den Entschlafenen keineswegs zuvorkommen werden. Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes herniederkommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein. So ermuntert nun einander mit diesen Worten.".
Gott offenbart uns also in seinem Wort die folgenden Schritte:
| Ereignis | Kommentar |
| "Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes" (Vers 16) | |
| "herniederkommen vom Himmel" (Vers 16) | Zu dem Zeitpunkt hat er also bereits des Vaters Thron verlassen in die Lüfte über der Erde |
| "und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen" (Vers 16) | lies dazu auch Joh.5,28-29: "es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören, und hervorkommen werden: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts." Darüber hinaus zeigt 1.Thess.4,14, dass Gott "die durch Jesum Entschlafenen mit ihm (Jesus Christus) bringen" wird. Dort werden sie dann ihre Auferstehungsleiber "treffen". |
| "danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft" (Vers 17) | Die Luft über der Erde, von dem aus der "gebietende Zuruf" erfolgte |
| "und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein." (Vers 17) | Die Erfüllung seines Sehnens aus Joh.14,3 und Joh.17,24 |
Weitere Details können wir 1.Kor.15,51-54 entnehmen und erfahren, dass es sich um "ein Geheimnis" handelt (siehe auch Röm.16,25-26; Kol.1,26), also eine Wahrheit, die nicht bereits im Alten Testament geoffenbart wurde.
Zudem erfahren wir,
- dass die Entrückung "in einem Nu, in einem Augenblick erfolgen wird" (Vers 51)
- dass die auferstandenen Körper "Unverweslichkeit angezogen haben" und nicht mehr der Macht des Todes unterliegen (Vers 53)
Gottes Wort zeigt uns auch, dass der Auferstehungsleib sündlos sein wird: (Eph.5,27; Phil.3,20-21)! Denn weder lebende noch gestorbene Leiber wären geeignet gewesen, deshalb müssen wir auch alle verwandelt werden (1.Kor.15,51).
Die Auferstehung derer, die vor Pfingsten gestorben waren oder nach der Entrückung sterben werden, wird bei dem 2.Kommen des Herrn Jesus zum Errichten seines Reiches erfolgen (Dan.12,1-2; Offb.20,4). Die "Bösen" werden erst nach der 1000jährigen Regentschaft des Herrn Jesus Christus zum Gericht auferweckt (Offb.20,5).
Wir können das Kommen des Herrn Jesus für die Seinen mit 15 Ereignissen beschreiben:
1. Der Herr Jesus Christus wird das Haus des Vaters verlassen, in dem er uns eine Wohnstätte
bereitet (Joh.14,1-3; 1.Thess.4,16).
2. Er wird „wiederkommen, um uns zu sich zu nehmen“ (Joh.14,1-3).
3. Er wird die „in ihm Entschlafenen“ mit sich bringen (1.Thess.4,14-15).
4. Der Herr wird mit „gebietendem Zuruf“ (1.Thess.4,16) herniederkommen vom Himmel.
5. Wir werden die „Stimme des Erzengels“ hören (1.Thess.4,16).
6. Wir werden die „Posaune Gottes“ hören (1.Thess.4,16), das ist aber nicht die „letzte
Trompete“ aus Offb.11,15!
7. Die „Toten in Christi“ werden zuerst auferstehen (1.Thess.4,16; Joh.5,28-29) in
Unverweslichkeit (1.Kor.15,52-54) und ihre Seelen treffen, die Jesus Christus mit sich bringt
(1.Thess.4,14).
8. Dann werden „die Lebenden“ verwandelt werden (1.Kor.15,51) und „Unverweslichkeit und
Unsterblichkeit“ anziehen (1.Kor.15,53).
9. Die Lebenden werden zugleich mit den auferstandenen Toten entrückt (1.Thess.4,17).
10. Wir werden gemeinsam in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft emporsteigen
(1.Thess.4,17); verwandelte Lebendige und jetzt lebendige Heimgegangene als eine Einheit!
11. Wir werden unseren Herrn Jesus Christus in der Luft wiedersehen (1.Thess.4,17).
12. Er wird uns empfangen und in das „Haus des Vaters“ bringen, damit wo er ist, auch wir sind
(Joh.14,3)!
13. „und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein“ (1.Thess.4,17).
14. Im Zuge des Rufes seiner Gläubigen werden wir vor dem Richterstuhl des Christus
erscheinen (Röm.14,10; 2.Kor.5,10) und eine Bewertung unserer Taten erhalten (Details
siehe 1.Kor.3,11-15). Doch sind und bleiben wir erlöst!
15. Nach dem Gericht über unsere Taten sind wir bereit für die „Hochzeit des Lammes“
(Offb.19,7). Jesus Christus wird die Versammlung, seine Braut, treffen und das
Hochzeitsmahl wird stattfinden. Während dessen erfährt die Erde nach der Entrückung der
Christen die „große Drangsal“ (Matth.24,21)!
Gott, der Sohn: Sein Wiederkommen mit Seinen Gläubigen
Ereignisse/Zeichen, die das "Kommen mit den Seinen" ankündigen
Die Zeitspanne zwischen der Entrückung der Gläubigen und seines Kommens mit den Seinen um sein Reich aufzurichten wird in drei Abschnitte eingeteilt:
Abschnitt 1: Der Entrückung der Gläubigen folgt eine Zeitspanne in der sich 10 Nationen zusammenschließen um das alte Römische Reich wiederaufleben zu lassen. Aus diesem Reich wird ein Diktator aufstehen, der erst über drei der Reiche, dann über alle zehn herrscht.
Abschnitt 2: Dieser Diktator wird eine Periode des Friedens im Mittelmeerraum einführen, der mit einem Bündnis mit Israel beginnt und sieben Jahre geplant ist (Dan.9,27).
Abschnitt 3: Nach Ablauf von dreieinhalb Jahren wird der Diktator den Vertrag brechen, es beginnt eine schwere Verfolgung aller Israeliten und Gläubigen. Die diktatorische Herrschaft wird weltweit ausgeweitet und alle Religionen werden durch Zwang zur Verehrung des Diktators ersetzt. Flankiert werden diese "religiösen Bemühungen" durch die totale wirtschaftliche Kontrolle, so dass niemand ohne seine Zustimmung etwas kaufen oder verkaufen kann! Der Abschnitt der zweiten dreieinhalb Jahre wird "die große Drangsal" genannt (Dan.12,1; Matth.24,21; Offb.7,14). In dieser Zeit wird Gott zudem schwere Gerichte über die Erde bringen, die uns in Offb.6,1-18,24 beschrieben werden. Münden wird diese schwere Drangsalszeit in einem Weltkrieg (Offb.16,14-16). Zu dem Höhepunkt dieses Weltkrieges wird Jesus Christus eingreifen und diejenigen der Seinen, die noch nicht als Märtyrer gestorben sind, zu sich entrücken. Zugleich wird er die Erde richten und mit der Errichtung seines Reiches beginnen!
Diese drei Zeitperioden werden dem zweiten Kommen des Herrn (mit den Seinen) vorausgehen und die Ereignisse sind derart öffentlichen Charakters, dass sie bei Eintreffen nicht übersehen werden können!
Zentrale Wahrheiten zu dem "Kommen mit den Seinen"
Zu dem Kommen der Herrn Jesus Christus mit den Seinen offenbart Gottes Wort uns an vielen Stellen Details, so dass wir einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse erhalten:
1. Der Herr Jesus wird persönlich (Matth.25,31; Offb.19,11-16) auf die Erde zurückkehren (Sach.14,4)
Er wird kommen in Wolken (Matth.24,30; Apg.1,11). Es wird ein triumphaler Moment sein (Offb.1,7)!
2. Das Kommen des Herrn wird sein "gleichwie der Blitz ausfährt von Osten und scheint bis gen Westen" (Matth.24,27)
In gleicher Beschreibung finden wir, dass "nach der Drangsal jener Tage die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben wird, die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden." (Matth.24,29). Weitere Einzelheiten werden uns in Offb.6,12-17 und Offb.16,1-21. Jeder auf dieser Erde wird die Wiederkunft des verherrlichten Herrn sehen (Matth.24,30; Offb.1,7) "und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes" (Vers 30), denn das Gros der auf der Erde lebenden Menschen werden Ungläubige sein, die das Gericht erwartet. Wie unwesentlich wird plötzlich ihr "Weltkrieg" sein!
3. Er wird bei seinem Kommen mit den Seinen von Heiligen und Engeln begleitet werden
Welch gewaltiges Ereignis: "Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, genannt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit. Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupte sind viele Diademe, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt, als nur er selbst; und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewande, und sein Name heißt: Das Wort Gottes. Und die Kriegsheere, die in dem Himmel sind, folgten ihm auf weißen Pferden, angetan mit weißer, reiner Leinwand. Und aus seinem Munde geht hervor ein scharfes, zweischneidiges Schwert, auf daß er damit die Nationen schlage; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, und er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen. Und er trägt auf seinem Gewande und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren." (Offb.19,11-16). Es wird vielfach ausgelegt, dass dieser Vorgang lange dauern wird, da sich die Erde (damit ihn auch alle sehen können) einmal um die Achse drehen muss; doch ist dies nicht anhand Gottes Wort belegbar und auch nicht erforderlich! Enden wird die Wiederkunft jedenfalls auf dem Ölberg, an dem Ort, an dem auch seine Entrückung stattfand (Sach.14,1-4; Apg.1,9-12). In dem Moment, in dem er den Ölberg betritt, werden dort geographische Anpassungen stattfinden: "Und seine Füße werden an jenem Tage auf dem Ölberge stehen, der vor Jerusalem gegen Osten liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin, zu einem sehr großen Tale, und die Hälfte des Berges wird nach Norden und seine andere Hälfte nach Süden weichen." (Sach.14,4)!
4. Er wird die Armeen der Welt richten (Offb.19,15-21)
Wenn er sein Reich aufrichtet, wird er Israel sammeln und richten (Hes.20,34-38), ob sie würdig sind, in das 1000jährige Reich einzutreten. Gleichermaßen wird er die Gläubigen der Zeit sammeln und richten (Matth.25,31-46). Dann wird er sein Reich aufrichten in Gerechtigkeit und Frieden. Satan wird gebunden und jedweder Widerstand gerichtet sein!
Gott, der Sohn: Unterschiede zwischen dem ersten / zweiten Kommen des Herrn Jesus Christus
Da das erste (das Kommen für die Seinen) und zweite Kommen (das Kommen mit den Seinen) des Herrn Jesus Christus teils vermischt werden, möchten wir einige Unterschiede zwischen den beiden Ereignissen hervorheben:
| Das Kommen für die Seinen (1.Kommen) | Das Kommen mit den Seinen (2.Kommen) |
| Schwerpunkt: "unser Versammeltwerden zu ihm hin" 2.Thess.2,1 | Schwerpunkt "die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus" 2.Thess.2,1 |
| Er kommt als "Morgenstern" Offb.2,28; Offb.22,16; 2.Petr.1,19 | Er kommt als "Sonne der Gerechtigkeit" Mal.4,2 |
| Es ist des "Tag Jesu Christi" 1.Kor.1,8; 2.Kor.1,14; Phil.1,6.10; 2,16 | Es ist der "Tag des Herrn" 2.Petr.3,10 |
| Ein "vorzeichenfreies" Ereignis - | Ein "absehbares" Ereignis 1.Thess.5,4; Hebr.10,25 |
| Es kann jeden Moment geschehen - | Folgt auf konkrete Vorereignisse 2.Thess.2,2-3 |
| Satan herrscht unbeeinflusst weiter - | Das Böse endet, Satan wird gebunden 2.Thess.2,8; Offb.19,20; Offb.20,1-4 |
| Israel wird nicht tangiert - | Alle Bündnisse sind erfüllt Jer.23,5-8; Jer.30,3-11; Jer.31,27-37 |
| Dir Kirche wird von der Erde entrückt - | Die Kirche kehrt mit ihrem Haupt, Jesus Christus, zurück 1.Thess.4,17; Jud.14-15; Offb.19,20; Offb.20,1-4 |
| Die Nationen werden nicht tangiert - | Die Nationen werden gerichtet Matth.25,31-46 |
| Die Schöpfung wird nicht verändert - | Die Schöpfung wird von Verderbnis befreit Jes.35; Jes.65,17-25 |
| Ein "Geheimnis", das erst im Neuen Testament gelüftet wurde - | Eine im Alten und Neuen Testament bekannte Wahrheit Dan.7,13-14; Matth.24,27-30; 1.Kor.15,51-52 |
| "der Herr ist nahe" Phil.4,5 | "dein Reich komme" Matth.6,9 |
| Jesus Christus erscheint als Bräutigam, Haupt der Versammlung und Herr Eph.5,25-27; Tit.2,13 | Er erscheint als König, Messias und Israels Immanuel Jes.7,14; 9,6-7; 11,1-2 |
| Ein "unbemerktes" Ereignis - | Ein Ereignis voller Macht und Herrlichkeit Matth.24,27.30; Offb.1,7 |
| Christen werden "zur Belohnung" gerichtet 2.Kor.5,10 | Nationen werden "für das Königreich" gerichtet Matth.25,31-46 |
| siehe auch: Joh.14,1-3; 1.Kor.15,51-52 1.Thess.4,13-18; Phil.3,20-21 | siehe auch: 5.Mose 20,1-10; Psalm 72 |
Die Wahrheit des baldigen 1.Kommens des Herrn Jesus Christus für die Seinen ist eine sehr lebendige Wahrheit! Die thessalonischen Gläubigen werden ermahnt, "dem lebendigen und wahren Gott zu dienen und seinen Sohn aus den Himmeln zu erwarten, den er aus den Toten auferweckt hat, Jesum, der uns errettet von dem kommenden Zorn." (1.Thess.1,9b-10)! Ihre und unsere Hoffnung ist es nicht, die Zeit der Drangsal zu durchstehen, sondern entrückt zu sein vor dem Zorn Gottes, der diese Erde treffen wird (Offb.6,17; 1.Thess.5,9).
Diese Hoffnung tröstet uns...
- "Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubet an an Gott, glaubet auch an mich. Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, würde ich es euch gesagt haben; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, auf daß, wo ich bin, auch ihr seiet." (Joh.14,1-3)
- "So ermuntert nun einander mit diesen Worten." (1.Thess.4,18)
Diese Hoffnung reinigt uns...
- "Sehet, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, daß wir Kinder Gottes heißen sollen! Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat." (1.Joh.3,1)
Diese Hoffnung macht glückselig...
- "indem wir erwarten die glückselige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus" (Tit.2,13)
Während die Ungläubigen den Herrn erst bei seinem 2.Kommen sehen werden und das fürchten müssen, ist es für uns eine glückselige Hoffnung, ihn bei seinem 1.Kommen zu sehen, der sich für uns hingegeben hat!
Gott: Der Heilige Geist
Gott, der Heilige Geist: Seine Person
Bei dem "Heiligen Geist" handelt es sich um die "dritte Person" Gottes.
Die "Gewichtung" seiner Person
Zu der Person "Gottes, des Heiligen Geistes" müssen wir auf Aussagen zurückgreifen, die über ihn getroffen werden, da er nie selbst über sich spricht! Dennoch handelt es sich um eine nicht minder machtvolle Person, die zudem noch mächtig in uns wirkt!
"Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus (von) sich selbst reden, sondern was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen." (Joh.16,13)
"Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werke aus, zu welchem ich sie berufen habe." (Apg.13,2
"Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen." (Joh.16,14)
Viele Jahrhunderte war die Person Gottes, des Heiligen Geistes falsch beurteilt worden und wurde nicht als Person Gottes gesehen. Danach wurde Gott, der Vater, Gott, der Sohn und Gott, der Heilige Geist als unabhängige Personen gesehen und erst seit kurzer Zeit wurde die Tatsache der göttlichen Dreieinheit erkannt!
Die "Persönlichkeit" des Heiligen Geistes in Gottes Wort
1. Die Aufgaben des "Heiligen Geistes" lassen erkennen, dass es sich um eine Person handelt:
Der Heilige Geist überführt die Welt:
- "Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht." (Joh.16,8)
Der Heilige Geist lehrt uns:
- "jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh.14,26)
- "Und du gabst ihnen deinen guten Geist, um sie zu unterweisen" (Neh.9,20)
- "Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus (von) sich selbst reden, sondern was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er empfangen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist mein; darum sagte ich, daß er von dem Meinen empfängt und euch verkündigen wird." (Joh.16,13-15)
- "Und ihr, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand belehre, sondern wie dieselbe Salbung euch über alles belehrt und wahr ist und keine Lüge ist, und wie sie euch belehrt hat, so werdet ihr in ihm bleiben." (1.Joh.2,27)
Der Heilige Geist spricht in uns:
- "Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater!" (Gal.4,6)
Der Heilige Geist vermittelt / verwendet sich:
- "Desgleichen aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich's gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern." (Röm.8,26)
Der Heilige Geist leitet:
- "Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter Gesetz." (Gal.5,18)
- "Der Geist aber sprach zu Philippus: Tritt hinzu und schließe dich diesem Wagen an." (Apg.8,29)
- "Während aber Petrus über das Gesicht nachsann, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich." (Apg.10,29)
- "Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werke aus, zu welchem ich sie berufen habe." (Apg.13,2)
- "Sie durchzogen aber Phrygien und die galatische Landschaft, nachdem sie von dem Heiligen Geiste verhindert worden waren, das Wort in Asien zu reden; als sie aber gegen Mysien hin kamen, versuchten sie nach Bithynien zu reisen, und der Geist Jesu erlaubte es ihnen nicht." (Apg.16,6-7)
- "Und nun siehe, gebunden in meinem Geiste gehe ich nach Jerusalem, nicht wissend, was mir daselbst begegnen wird, außer dass der Heilige Geist mir von Stadt zu Stadt bezeugt und sagt, daß Bande und Drangsale meiner warten." (Apg.20,22-23)
- "Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes." (Röm.8,14)
Der Heilige Geist beruft Diener zu einem spezifischen Dienst:
- "Während sie aber dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir nun Barnabas und Saulus zu dem Werke aus, zu welchem ich sie berufen habe." (Apg.13,2)
- "Habet nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu hüten, welche er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen." (Apg.20,28)
Der Heilige Geist ist ebenfalls berufen:
- "Wenn aber der Sachwalter gekommen ist, den ich euch von dem Vater senden werde, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird er von mir zeugen." (Joh.15,26)
Der Heilige Geist ist auch aktiv Handelnder:
- Er erneuert: "Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist." (Joh.6,3)
- Er versiegelt: "Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung." (Eph.4,30)
- Er tauft: "Denn auch in (in der Kraft des) einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt worden." (1.Kor.12,13)
- Er erfüllt: "Und berauschet euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geiste erfüllt" (Eph.5,18)
2. Er wird von Dritten als Person behandelt:
Der Heilige Geist ist Gesandter:
- Gesandter "Gottes, des Vaters": "und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit [...] Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh.14,16.26)
- Gesandter "Gottes, des Sohnes": "Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden." (Joh.16,7)
Dem Heiligen Geist wird widerstanden:
- Er kann betrübt werden: "Sie aber sind widerspenstig gewesen und haben seinen heiligen Geist betrübt [...] Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung." (Jes.63,10; Eph.4,30)
- Er kann verhindert werden: "Den Geist löschet nicht aus" (1.Thess.5,19)
- Er kann verlästert werden: "Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden." (Matth.12,31)
- Er kann belogen werden: "Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den Heiligen Geist belogen und von dem Kaufpreis des Feldes beiseite geschafft hast?" (Apg.5,3)
- Er kann geschmäht werden: "wieviel ärgerer Strafe, meinet ihr, wird der wertgeachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt worden ist, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?" (Hebr.10,29)
- Es kann ihm widersprochen werden: "Und wer irgend ein Wort reden wird wider den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber irgend wider den Heiligen Geist reden wird, dem wird nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen." (Matth.12,32)
3. In Gottes Wort wird er als Person impliziert:
Er ist der "andere Sachwalter", das lässt erkennen, dass er im gleichem Maße eine Person ist wie der Gott, der Sohn selbst:
- "und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. [...] Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh.14,16-17.26)
- "Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden." (Joh.16,7, vergleiche 1.Joh.2,1-2)
Er wird ein Geist genannt, und zwar in der gleichen persönlichen Form wie Gott selbst:
- "Gott ist ein Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten" (Joh.4,24)
Im Griechischen wird ein Personalpronom verwendet, dass eindeutig für eine Persönlichkeit spricht:
- "und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. [...] Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." (Joh.14,16-17.26)
- "Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden." (Joh.16,7)
3. Der Heilige Geist ist als Person Gott, dem Vater und Gott, dem Sohn gleichwertig:
Er wird als Gott bezeichnet
- Vergleichen wir dazu Jes.6,8.9 mit Apg.28,25-26: "Und ich hörte die Stimme des Herrn, welcher sprach: Wen soll ich senden, und wer wird für uns gehen? Da sprach ich: Hier bin ich, sende mich. Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volke: Hörend höret, und verstehet nicht; und sehend sehet, und erkennet nicht! [...] Als sie aber unter sich uneins waren, gingen sie weg, als Paulus ein Wort sprach: Trefflich hat der Heilige Geist durch Jesaias, den Propheten, zu unseren Vätern geredet und gesagt: Gehe hin zu diesem Volke und sprich: Hörend werdet ihr hören und nicht verstehen, und sehend werdet ihr sehen und nicht wahrnehmen."
- Analog dazu können wir auch Jer.31,31-34 mit Hebr.10,15-17 vergleichen: "Siehe, Tage kommen, spricht Jehova, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen werde: nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tage, da ich sie bei der Hand faßte, um sie aus dem Lande Ägypten herauszuführen, welchen meinen Bund sie gebrochen haben; und doch hatte ich mich mit ihnen vermählt, spricht Jehova. Sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel machen werde nach jenen Tagen, spricht Jehova: Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben; und ich werde ihr Gott, und sie werden mein Volk sein. Und sie werden nicht mehr ein jeder seinen Nächsten und ein jeder seinen Bruder lehren und sprechen: Erkennet Jehova! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht Jehova. Denn ich werde ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken. [...] Das bezeugt uns aber auch der Heilige Geist: denn nachdem er gesagt hat: Dies ist der Bund, den ich ihnen errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Indem ich meine Gesetze in ihre Herzen gebe, werde ich sie auch auf ihre Sinne schreiben; und: Ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken."!
Ein Trend unserer Zeit, insbesondere in der charismatischen Bewegung, besteht darin, den Heiligen Geist als heiliger zu sehen als Gott, der Vater und Gott, der Sohn. Doch auch wenn sein Name "Heiliger Geist" lautet, so sind Gott, der Vater und Gott, der Sohn nicht etwa weniger heilig!
Er besitzt Eigenschaften Gottes:
- "Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über den Wassern." (1.Mose 1,2)
- "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben; uns aber hat Gott es geoffenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also weiß auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes." (1.Kor.2,9-11)
- "wieviel mehr wird das Blut des Christus, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, um den lebendigen Gott zu dienen!" (Hebr.9,14)
Er führt Werke Gottes aus:
- "Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen belebt mich." (Hiob 33,4)
- "Du sendest deinen Odem (Eig. Hauch, od. Geist) aus: sie werden erschaffen, und du erneuerst die Fläche des Erdbodens." (Psalm 104,30)
- "Wenn sie euch aber vor die Synagogen und die Obrigkeiten und die Gewalten führen, so sorget nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in selbiger Stunde lehren, was ihr sagen sollt." (Luk.12,11-12)
- "denn Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden nach nunmehr nicht vielen Tagen." (Apg.1,5)
- "Habet nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher gesetzt hat, die Versammlung Gottes zu hüten, welche er sich erworben hat durch das Blut seines Eigenen." (Apg.20,28)
- "Und solches sind euer etliche gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und durch den Geist unseres Gottes." (1.Kor.6,11)
- "Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer redeten, getrieben vom Heiligen Geiste." (2.Petr.1,21)
Der Heilige Geist wird in Gottes als eigenständiger Gegenstand des Glaubens und des Gehormsams gezeigt:
- "Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!" (Psalm 51,11)
- "Gehet nun hin und machet alle Nationen zu Jüngern, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matth.28,19)
- "Während aber Petrus über das Gesicht nachsann, sprach der Geist zu ihm: Siehe, drei Männer suchen dich. Stehe aber auf, geh hinab und ziehe mit ihnen, ohne irgend zu zweifeln, weil ich sie gesandt habe. Petrus aber ging zu den Männern hinab und sprach: Siehe, ich bin's, den ihr suchet. Was ist die Ursache, weshalb ihr kommet?" (Apg.10,19-21)
Der gläubige Christ, der in Nachfolge im Heiligen Geist lebt, wird seine Kraft, seine Führung, seine Anleitung erleben und Gottes Wort weiter erschliessen können!
Gott, der Heilige Geist: Seine Verbreitung
Das Kommen des Heiliges Geistes auf diese Erde zu Pfingsten stellt eine wesentliche Änderung in seinem Auftreten dar, jedoch wirkte er bereits in den vergangenen Zeitaltern. Im Alten Testament wirkte er als Teil des allgewaltigen Gottes und kam zu Pfingsten auf diese Erde. Dort bleibt er bis zum Tage der Entrückung der Versammlung (1.Kommen).
Das Wirken des Heiligen Geistes im Alten Testament
Schon im Alten Testament wirkte der Heilige Geist schon zu vielen Gelegenheiten und in vielen Personen:
- "Und der Pharao sprach zu seinen Knechten: Werden wir einen finden wie diesen, einen Mann, in welchem der Geist Gottes ist?" (1.Mose 41,38)
- "und habe ihn (Bezaleel) mit dem Geiste Gottes erfüllt, in Weisheit und in Verstand und in Kenntnis und in jeglichem Werk" (2.Mose 31,3; 2.Mose 35,31)
- "Und Jehova sprach zu Mose: Nimm dir Josua, den Sohn Nuns, einen Mann, in dem der Geist ist, und lege deine Hand auf ihn" (4.Mose 27,18)
- "Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen belebt mich." (Hiob 33,4)
- "Wohin sollte ich gehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem Angesicht?" (Psalm 139,7)
- Und nun sei stark, Serubbabel, spricht Jehova; und sei stark, Josua, Sohn Jozadaks, du Hoherpriester, und seid stark, alles Volk des Landes, spricht Jehova, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht Jehova der Heerscharen. Das Wort, welches ich mit euch eingegangen bin, als ihr aus Ägypten zoget, und mein Geist bestehen in eurer Mitte: Fürchtet euch nicht!" (Hag.2,4-5)
- "Da antwortete er und sprach zu mir und sagte: Dies ist das Wort Jehovas an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht Jehova der Heerscharen." (Sach.4,6)
Einige wichtige Grundwahrheiten zu dem Heiligen Geist im Alten Testament sind also:
- Er wirkte bei der Erschaffung der Erde mit
- Er nahm eine wichtige Funktion bei der Offenbarung göttlicher Wahrheiten gegenüber Gläubigen und Propheten ein
- Er inspirierte die Heiligen Schriften, die zu der Zeit verfasst wurden
- Er wirkte den Dienst, Sünde zurch seine Präsenz zu hemmen
- Er befähigte Individuen zu einem spezifischen Dienst
- Er bewirkte mehrere Wunder / übernatürliche Ereignisse
Wenngleich der Heilige Geist schon im Alten Testament rege tätig war, finden wir doch keinen Hinweis, dass er in jedem Gläubigen wohnte und wirkte. Er war bei ihnen, aber nicht in ihnen (Joh.14,17)!
Deshalb finden wir auch keine Hinweise über den Heiligen Geist mit seinem Dienst der Taufe und der Versiegelung vor seinem Kommen zu Pfingsten (Apg.2).
Das Wirken des Heiligen Geistes während der Präsenz des Herrn Jesus Christus auf der Erde
Die Menschwerdung Gottes, des Sohnes beeinflusste die Tätigkeit Gottes, des Heiligen Geistes, was ja auch zu erwarten war!
1. Es bestand eine innige Beziehung zwischen Gott, dem Sohn und Gott, dem Vater:
Gottes Wort offenbart uns, dass der Heilige Geist den Menschen Jesus Christus zeugte (Matth.1,18; Luk.1,35). Die enge Beziehung wird auch deutlich, wenn der Heilige Geist wie eine Taube auf den Herrn Jesus Christus herniederkommt (Matth.3,16; Mark.1,10; Luk.3,22; Joh.1,32). Im Hinblick auf sein Werk auf Golgatha lesen wir von dem "Blut des Christus, der durch den ewigen Geist sich selbst ohne Flecken Gott geopfert hat" (Hebr.9,14).
2. Der Heilige Geist wurde schrittweise "eingeführt":
Der Herr Jesus Christus sagte denen, die Gott darum bitten, die Gabe des Heiligen Geistes zu: "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisset, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!" (Luk.11,13)
Zum Ende seines Dienstes auf dieser Erde, direkt vor sein Tod, sagte er: "und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein." (Joh.14,16-17)
Nach seiner Auferstehung "hauchte er sie (die Jünger) an und spricht zu ihnen: Empfanget den Heiligen Geist!" (Joh.20,22). Doch dieses Geschenk war auch nur temporären Charakters. Sie sollten in Jerusalem bleiben, bis sie den Heiligen Geist dauerhaft empfangen konnten:
- "Dann öffnete er ihnen das Verständnis, um die Schriften zu verstehen, und sprach zu ihnen: Also steht geschrieben, und also mußte der Christus leiden und am dritten Tage auferstehen aus den Toten, und in seinem Namen Buße und Vergebung der Sünden gepredigt werden allen Nationen, anfangend von Jerusalem. Ihr aber seid Zeugen hiervon; und siehe, ich sende die Verheißung meines Vaters auf euch. Ihr aber, bleibet in der Stadt, bis ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe." (Luk.24,49)
- "Und als er mit ihnen versammelt war, befahl er ihnen, sich nicht von Jerusalem zu entfernen, sondern auf die Verheißung des Vaters zu warten, die ihr von mir gehört habt; denn Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden nach nunmehr nicht vielen Tagen." (Apg.1,4)
Das Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten
Wie von Gott, dem Vater (Joh.14,16-17.26) und Gott, dem Sohn (Joh.16,7) zugesagt, kam der Heilige Geist zu Pfingsten auf diese Erde. Er war auch vorher schon als Person Gottes "allgegenwärtig", sein Kommen ist im Sinne eines "Wohnung machen" zu verstehen. Gott, der Vater ist ebenfalls allgegenwärtig (Eph.4,6), doch ist sein Wohnsitz in den Himmeln (Matth.6,9). Analog dazu ist Gott, der Sohn ebenfalls allgegenwärtig (Matth.18,20; Kol.1,27), doch ist sein Sitz zur Rechten Gottes (Hebr.1,3; Hebr.10,12). Und der Heilige Geist nahm zu Pfingsten seine Wohnung auf der Erde ein. Und das war eine wichtige Voraussetzung für das Zeitalter der Gnade, auf das die Jünger in Luk.24,49 und Apg.1,4 warten sollten!
Wir betrachten nun also das Wesen und Wirken des Heiligen Geistes in unserem gegenwärtigen Zeitalter. Und erst in diesem Zeitalter waren die Voraussetzungen für Joh.16,7-11 erfüllt: "Es ist euch nützlich, daß ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Sachwalter nicht zu euch kommen; wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden. Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht. Von Sünde, weil sie nicht an mich glauben; von Gerechtigkeit aber, weil ich zu [meinem] Vater gehe, und ihr mich nicht mehr sehet; von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist.". Erst in diesem Zeitalter ist Satan durch das Werk auf Golgatha besiegt!
Das "Überführen" ist Akt der Gnade, wenn nämlich ungläubigen Menschen die von Satan verblendeten Augen geöffnet werden und sie ihre wahre Situation erkennen! Und das geschieht in drei Phasen bzw. auf drei Grundlagen:
1. Der Ungläubige wird in die Lage versetzt zu erkennen, dass Jesus Christus sein persönlicher Heiland sein will und nur sein Unglaube dazwischen steht:
Es ist keine Frage persönlicher Ein- oder Wertschätzung bzw. seiner Empfindungen! Nein, der Unglaube reicht aus, um seine Errettung zu verhindern. "Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes." (Joh.3,18).
2. Der Ungläubige wird in Kenntnis über Gottes Gerechtigkeit gesetzt:
Nach der Entrückung Gottes, des Sohnes lebt auf der Erde kein moralisch vollkommener Mensch mehr, deshalb ist es nun Aufgabe des "anderen Sachwalters" (also des Heiligen Geistes), Gottes Verständnis und Anforderungen zur Gerechtigkeit zu vermitteln. Und da kommen wir Menschen bei objektiver Sichtweise sehr schnell dazu unsere absolute Unfähigkeit zur Erfüllung dieser Anforderungen zu erkennen! Ebenfalls scheitert unser Bemühen der Werksgerechtigkeit an einem objektiven Auge mit dem Maßstab des Heiligen Geistes! Aber, Gott sei Dank!, leben wir nicht im Zeitalter des Gesetzes, deshalb vermittelt uns der Heilige Geist auch das Wissen über die Rechtfertigung durch Glauben an den Herrn Jesus Christus! Er wird auf Basis der "persönlichen Bankrotterklärung" und Annahme von Jesus Christus als erforderliches Mittel zur Erlangung der Gerechtigkeit gerechtfertigt und von Gott akzeptiert:
- "Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen. Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin geoffenbart aus Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte aber wird aus Glauben leben." (Röm.1,16-17)
- "Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesum Christum gegen alle und auf alle, die da glauben." (Röm.3,22)
- "Dem aber, der nicht wirkt, sondern an den glaubt, der den Gottlosen rechtfertigt, wird sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet." (Röm.4,5)
3. Der Ungläubige erfährt, dass der Herrscher dieser Welt, Satan, am Kreuz von Golgatha besiegt wurde und ewige Pein erleiden wird:
Darin beinhaltet ist die Tatsache, dass das Erlösungswerk abgeschlossen ist und von Gott angenommen ist! Daraus ergibt sich zudem, dass Gericht für unsere Sünden stattgefunden hat und nun jeder, der Jesus Christus als persönlichen Heiland annimmt, errettet wird!
Das Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten änderte bzw. erweiterte sein Wirken in der Versammlung Gottes deutlich:
Er erneuert jeden Gläubigen:
- "Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Male in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist. Verwundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müsset von neuem geboren werden. [...] Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm." (Joh.3,3-7.36)
Er wohnt in jedem Gläubigen:
- "An dem letzten, dem großen Tage des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war." (Joh.7,37-39)
- "Indem ich aber zu reden begann, fiel der Heilige Geist auf sie, so wie auch auf uns im Anfang. Ich gedachte aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden. Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, daß ich vermocht hätte, Gott zu wehren?" (Apg.11,15-17)
- "denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben worden ist." (Röm.5,5)
- "die aber, welche im Fleische sind, vermögen Gott nicht zu gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen." (Röm.8,9-11)
- "Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlichet nun Gott in eurem Leibe." (1.Kor.6,19-20)
Als "innewohnender Geist" versiegelt er uns auf den Tag der Erlösung:
- "Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung." (Eph.4,30)
Wir sind durch den Heiligen Geist zu einem Leibe getauft worden:
- "Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt worden." (1.Kor.12,13)
Er möchte uns erfüllen:
- "Und berauschet euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geiste erfüllt, redend zueinander in Psalmen und Lobliedern und geistlichen Liedern, singend und spielend dem Herrn in eurem Herzen" (Eph.5,18-19)
Wir können durch ihn / in ihm wandeln:
- "Ich sage aber: Wandelt im Geiste (durch den Geist), und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen." (Gal.5,16)
Wir erkennen bei dem Betrachten dieser Aspekte sehr schnell, dass der Heilige Geist nicht nur zu unser Errettung erforderliche Aufgaben wahrnimmt, sondern dass wir ihn für unser tagtägliches Leben benötigen soll es gottgemäß sein!
Wenn der Heilige Geist bei der Entrückung der Versammlung ebenfalls in den Himmel zurückkehrt, bleibt er dennoch allgegenwärtig und somit auch auf der Erde. Doch ist dann sein besonderer Auftrag, Seelen aus Juden und Nationen zu erretten und zu dem Leibe der Versammlung zu formen, abgeschlossen!
Gott, der Heilige Geist: Die "Wiedergeburt/Erneuerung"
Da unser Christenleben mit der Wiedergeburt beginnt, ist die "Erneuerung" ein wichtiger Aspekt unseres Daseins als Christen! Denn sie betrifft nicht nur das einmalige Ereignis der Errettung sondern auch unser tägliches Leben.
"Wiedergeburt/Erneuerung": Eine Definition
Gottes Wort verwendet an zwei Stellen den Begriff der Wiedergeburt: In Matth.19,28 wird es zur Beschreibung der Erneuerung der Erde im Tausendjährigen Reich verwendet und hat somit keinen Bezug zu unserer Errettung. In Tit.3,5 heißt es aber "Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heilandgottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes", was ja direkt die Errettung betrifft.
Diese "Wiedergeburt und Erneuerung" findet Verwendung bei dem "neuen Leben", der "neuen Erde", "Neugeburt" und steht, grundsätzlich gesagt, für die Umwandlung in die übernatürliche Qualität, die wir als Söhne Gottes besitzen! Es ist nichts Eigenes, nein, es ist der "Übergang" von dem Zustand absoluten geistlichen Todes in den Zustand geistlichen Lebens in Christus!
Die "Wiedergeburt/Erneuerung" durch den Heiligen Geist
Die "Wiedergeburt/Erneuerung" als solche ist ein Werk Gottes, was wir an vielen Stellen finden:
- "welche nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind." (Joh.1,13)
- Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa zum zweiten Male in den Leib seiner Mutter eingehen und geboren werden? Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, daß jemand aus Wasser und Geist geboren werde, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist. Verwundere dich nicht, daß ich dir sagte: Ihr müsset von neuem geboren werden." (Joh.3,3-7)
- "Denn gleichwie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, also macht auch der Sohn lebendig, welche er will." (Joh.5,21)
- "stellet auch nicht eure Glieder der Sünde dar zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit, sondern stellet euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten, und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit." (Röm.6,13)
- "Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden." (2.Kor.5,17)
- "als auch wir in den Vergehungen tot waren, hat uns mit dem Christus lebendig gemacht, durch Gnade seid ihr errettet - Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, auf daß wir in ihnen wandeln sollen." (Eph.2,5.10)
- "und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit." (Eph.4,24)
- "errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes" (Tit.3,5)
- "Nach seinem eigenen Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit gezeugt, auf daß wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien." (Jak.1,18)
- "Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht" (1.Petr.2,9)
Aus diesen Versen erkennen wir auch, dass der Wiedergeborene bzgl. seines Status etwas "Neues" ist, nicht nur "runderneuert"! Aber was sollte an uns auch "für den Himmel verwertbar" sein?
Die Erlangung ewigen Lebens durch die Wiedergeburt
Das zentrale Ziel der erneuernden Wiedergeburt ist die Erlangung ewigen Lebens in Christus, unserem Herrn und Heiland! Wir, die wir Tod in Sünden und Vergehungen waren (Eph.2,1) hat Christus geistlich lebendig gemacht (Eph.2,5).
Nikodemus wurde gesagt, dass er "von Neuem" geboren werden muss um ewiges Leben zu erlangen (Joh.3,3.5. Diese Geburt steht im Gegensatz zu der leiblichen Geburt, da sie "nicht aus Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes" (Johannes1|Joh.1,13) ist. Es existiert bereits Leben, das aber in Gesamtheit geistlich nutzlos und nicht ewig ist! Dieser Aspekt geistlichen Lebens wird uns in Röm.6,13 und Eph.2,5 vorgestellt. Einen dritten Aspekt sehen wir in des "neu Geschaffenen" in Eph.4,24: "und angezogen habt den neuen Menschen, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit"! Ausdrücklich belegt finden wir diesen Gedanken auch in 2.Kor.5,17: "Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden.". Aus geistlicher Sicht musste alles Bestehende zu 100% ersetzt werden um Gott angenehm zu werden.
Diese Erneuerung können wir nicht durch Verbesserung unseres Wandels erlangen. In der Produktion können Kaizen-Projekte eine sukzessive Vervollkommnung bringen, wir sind aber von Natur aus wertlos ohne Anknüpfungspunkte, die Gott nur zu verbessern hätte!
Die Verhaltensänderung nach der Wiedergeburt ist in der Erneuerung begründet, also eine natürliche und gewünschte Folge.
Die Resultate der Wiedergeburt
Durch die Wiedergeburt wird das Fundament für viele Segnungen gelegt, die wir ohne sie nicht in Anspruch nehmen könnten! Wie sollte der Heilige Geist in uns wohnen, wenn doch das Licht in unserem Inneren Finsternis ausstrahlte? Unser Leib ist nun der "Tempel des Heiligen Geistes" (1.Kor.6,19), in dem er wohnt!
Wenn wir Jesus Christus im Glauben annehmen und wiedergeboren werden, "ziehen wir den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit." (Eph.4,24), haben also eine neue Identität. Damit geht meist ein gravierender Wechsel in Gesinnung und Wandel einher, haben wir doch nun endlich alle erforderlichen Mittel, der Sünde zu trotzen! Unser "neuer Mensch" hat auch Sehnsucht "Dinge Gottes" zu wirken. Natürlich können wir dies nicht in Unabhängigkeit des Heiligen Geistes tun, denn unsere guten Werke sind von Gott vorab geplant (Eph.2,10). Doch die Wiedergeburt ist ein einschneidendes Erlebnis und gibt unserem eine andere Richtung und eine ganz neue Perspektive.
Dabei ist die Wiedergeburt als Prozess nicht das, was unser Empfinden ändert und alle bisherigen Paradigmen durcheinanderwirft. Es ist das "neue, ewige Leben", das dies bewirkt:
- Wir waren blind und sind nun sehend (Joh.9,39)
- Wir waren tot und besitzen nun geistliches Leben (Eph.2,1.5)
- Wir waren entfremdet und sind nun versöhnt (Kol.1,21)
Es ein wunderbarer Beweis seine Liebe und Macht, was sein Werk auf Golgatha sogar aus uns machen konnte!
Zugleich stellt die Wiedergeburt (neben vielen anderen Punkten) auch die Unmöglichkeit des Verlorengehens dar! Wir sind eine neue Schöpfung, wir können (analog zu der "natürlichen Geburt") nicht "zurückverwandelt" werden! Den Genuss können wir durch unsere Untreue sicher verlieren, doch nicht unseren Status! Der ist in dem vollkommenen Opfer Jesu Christi verankert, nicht in einem von uns beeinflussbaren Faktor! Oder denkst Du wirklich, Du könntest etwas tun, dass sich gegen den Wert des Blutes Christi gegenrechnen lässt?! Nein, Gott, der Vater wird unser Vater bleiben, unserem Fürsprecher Jesus Christus sei Dank! Wir sind eine neue Schöpfung, über die keine "Macht des Todes" besteht!
Gott, der Heilige Geist: Innewohnend und Versiegelnd
Während der Heilige Geist in der Zeitspanne des Alten Testaments bis ins Neue Testament an Pfingsten nur zeitweise in den Gläubigen wirkte, wohnt er im neuen Testament konstant in den Gläubigen.
Das permanente Innewohnen als neuer Zustand
Das Innewohnen des Heiligen Geistes in jedem Gläubigen ist erst seit dem Kommen des Heiligen Geistes auf diese Erde zu Pfingsten der Fall. Wir sehen das in Joh.14,17 in dem Unterschied zwischen "bei Euch" und "in Euch": "den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt. Ihr [aber] kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein". Dieser Zustand wird im Tausendjährigen Reich weiter bestehen, doch vor dem derzeitigen Zeitalter wohnte der Heilige Geist nicht permanent in den Gläubigen!
Das grundsätzliche Innewohnen des Heiligen Geistes
Auch wenn bei uns Christen unterschiedliche geistliche Kraft und unterschiedliche "Frucht des Geistes" erkennbar sind, wissen wir doch aus Gottes Wort, dass seit Pfingsten der Heilige Geist in jedem wiedergeborenen Christen wohnt; es ist keine weitere Qualifikation erforderlich!
Einzige Fälle "verzögerten Innewohnens" sind die folgenden Stellen aus der Apostelgeschichte:
- "Als aber die Apostel, welche in Jerusalem waren, gehört hatten, daß Samaria das Wort Gottes angenommen habe, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen; welche, als sie hinabgekommen waren, für die beteten, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten; denn er war noch nicht auf einen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist." (Apg.8,14-17).
- "Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die oberen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand etliche Jünger und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? Sie aber [sprachen] zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist da ist. Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe Johannes'. Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße1Eig. eine Bußtaufe getauft, indem er dem Volke sagte, daß sie an den glauben sollten, der nach ihm käme, das ist an Jesum. Als sie es aber gehört hatten, wurden sie auf den Namen des Herrn Jesus getauft; und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten." (Apg.19,1-6)
Das Innewohnen des Heiligen Geistes in jedem Gläubigen eine unbestreitbare Tatsache, die Gottes Wort an vielen Stellen belegt:
- "An dem letzten, dem großen Tage des Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, gleichwie die Schrift gesagt hat, aus dessen Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geiste, welchen die an ihn Glaubenden empfangen sollten; denn noch war der Geist nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht worden war." (Joh.7,37-39)
- "ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden. Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, daß ich vermocht hätte, Gott zu wehren?" (Apg.17,16b-17)
- "denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben worden ist." (Röm.5,5)
- "Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. [...] Wenn aber der Geist dessen, der Jesum aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christum aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes." (Röm.8,9.11)
- "Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, auf daß wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind" (1.Kor.2,12)
- "Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden; verherrlichet nun Gott in eurem Leibe." (1.Kor.6,19-20)
- "Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt worden." (1.Kor.12,13)
- "Der uns aber eben hierzu bereitet hat, ist Gott, der uns [auch] das Unterpfand des Geistes gegeben hat." (2.Kor.5,5)
- "Dies allein will ich von euch lernen: Habt ihr den Geist aus Gesetzeswerken empfangen, oder aus der Kunde des Glaubens?" (Gal.3,2)
- "Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater!" (Gal.4,6)
- "Und wer seine Gebote hält, bleibt in ihm, und er in ihm; und hieran erkennen wir, daß er in uns bleibt, durch den Geist, den er uns gegeben hat." (1.Joh.3,24)
- "Hieran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geiste gegeben hat." (1.Joh.4,13)
Aus diesen Versen erkennen wir, dass der Heilige Geist nach Pfingsten nicht mehr punktuell sondern ganzheitlich in den Gläubigen wohnte und wirkte!
Darüber hinaus kennzeichnet der fehlende innewohnende Geist Ungläubige (Röm.8,9; Jud.19)! Selbst Gläubige, die sich außerhalb des Willens Gottes und des erkennbaren Wirkens des Heiligen Geistes bewegen, besitzen ihren Leib als von ihm bewohnten "Tempel des Heiligen Geistes" (1.Kor.6,19), selbst wenn er nicht durch sie wirken kann! Doch dieser Zustand ist eher eine Katastrophe als eine Beruhigung!
Es ist ein Geschenk Gottes an uns, für das wir uns gar nicht qualifizieren mussten und konnten. Nur der Blick auf das Werk Gottes, des Sohnes konnte dieses Geschenk rechtfertigen, nicht unser Dazutun (Joh.7,37-39; Apg.17,16b-17; Röm.5,5; 1.Kor.2,12; 2.Kor.5,5)!
Vergleichen wir es mit dem Dienst des Priesters, die geheiligt und für ihren Dienst abgesondert wurden: Wir wurden zum Zeitpunkt der Errettung mit dem Heiligen Geist geheiligt und der uns innewohnende Heilige Geist sondert uns für Aufgaben Gottes ab (2.Kor.1,21; 1.Joh.2,20.27)!
"Problematische Stellen" zum "Innewohnen"
Natürlich wird auch diese Wahrheit gern angegriffen und einige Sekten setzen viel Kraft ein, diese Wahrheit zu torpedieren und Unsicherheit zu generieren. Mit Hilfe abstrakter Konstrukte verstehen sie es, eine unheilige "Personalbindung" an ihre "Gemeinde" zu realisieren! Die wesentlichen Konfliktpunkte möchten wir deshalb folgend anhand des Wortes Gottes untersuchen:
1. "Aber der Geist Jehovas wich von Saul, und ein böser Geist von Jehova ängstigte ihn." (1.Sam.16,14)
2. "Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Heiligkeit nimm nicht von mir!" (Psalm 51,11)
Diese ersten beiden "Konfliktpunkte" können dadurch gelöst werden, dass wir erkennen, dass es sich bei dem jeweiligen Zeitpunkt um das Alte Testament handelt und der Heilige Geist wirklich souverän gegeben und souverän genommen wurde und nicht grundsätzlich innewohnte. Und auch wir können die Empfindungen wie in diesen beiden verspüren, wenn wir in Sünde fallen! Wir haben auch keinen Genuss mehr an dem in uns wohnenden Heiligen Geist und dem neuen Leben. Wir haben den Heiligen Geist nicht aus seinem Tempel, unserem Leib "vertrieben" und könnten verloren gehen, wir haben ihn in seiner Wirkung und im Genuss aber "ausgelöscht"!
3. "Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisset, wieviel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten!" (Luk.11,13)
4. "Und wir sind seine Zeugen von diesen Dingen, aber auch der Heilige Geist, welchen Gott denen gegeben hat, die ihm gehorchen." (Apg.5,32)
Es ist das "Bitten um das neue Leben" und der "Gehorsam gegenüber dem Evangelium", der für das Empfangen des Heiligen Geistes erforderlich ist! Es ist kein konstanter Gehorsam gegenüber dem gesamten Willen Gottes erforderlich um den Heiligen Geist zu empfangen, es würde dann wohl auch niemand dazu geeignet sein!
Die Gläubigen, die durch Philippus in Samaria zum Glauben kamen, mussten erst mit dem Werk der Apostel in Jerusalem in Verbindung gebracht werden: "Dann legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist." (Apg.8,17). Es war eine "Umbruchphase", schon in der Begebenheit mit Cornelius in Apg.10 war die "neue Grundlage" gültig!
5. "Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, daß Paulus, nachdem er die oberen Gegenden durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und er fand etliche Jünger und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist da ist. Und er sprach: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe Johannes'. Paulus aber sprach: Johannes hat mit der Taufe der Buße getauft, indem er dem Volke sagte, daß sie an den glauben sollten, der nach ihm käme, das ist an Jesum. Als sie es aber gehört hatten, wurden sie auf den Namen des Herrn Jesus getauft; und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten." (Apg.19,1-6)
Die in diesem Abschnitt angeführten Gläubigen hatten an Johannes, den Täufer geglaubt, doch noch nicht an Jesus Christus! Aus diesem Grund mussten sie in die "neue Grundlage" überführt werden, da auch sie sich in einer Umbruchphase befanden!
Alle anderen Stellen in Gottes Wort zeigen uns das "Geheiligtwerden" als einmaligen Akt:
- "Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Gesicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen das angenehme Jahr des Herrn" (Luk.4,18)
- "Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit wider deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels" (Apg.4,27)
- "Jesum, den von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geiste und mit Kraft gesalbt hat, der umherging, wohltuend und heilend alle, die von dem Teufel überwältigt waren; denn Gott war mit ihm." (Apg.10,38)
- "Der uns aber mit euch befestigt in Christum9di. mit Christo fest verbindet und uns gesalbt hat, ist Gott," (2.Kor.1,21)
- Und ihr habt die Salbung von dem Heiligen und wisset alles. [...] Und ihr, die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand belehre, sondern wie dieselbe Salbung euch über alles belehrt und wahr ist und keine Lüge ist, und wie sie euch belehrt hat, so werdet ihr in ihm bleiben." (1.Joh.2,20.27)
Das Innewohnen im Unterschied zu anderen Diensten des Heiligen Geistes
Das Innewohnen des Heiligen Geistes ist, um Missverständnisse auszuschließen, von anderen Betätigungen in und an uns zu trennen! Beispielsweise ist nicht jeder Gläubige "von dem Heiligen Geist erfüllt", auch wenn er sich in jedem Gläubigen befindet!
Im Gegensatz zu der Heiligung/Ölung des Alten Testaments handelt es sich um einen einmaligen Akt (Joh.14,17; Röm.7,6; 8,9; 1.Kor.6,19-20; 2.Kor.1,21; 3,6; 1.Joh.2,20.27) mit unwiderruflicher Wirkung!
Dennoch gibt es viele Übereinstimmungen und Anwendungsmöglichkeiten zwischen beiden Ereignissen:
| Heiligung/Ölung des AT | Innewohnen des Heiligen Geistes |
| Jeder, der mit dem Öl in Berührung kam, war geheiligt (2.Mose 40,9-15) | In gleicher Weise wirkt heute der Heilige Geist (Röm.15,16; 1.Kor.6,11; 2.Thess.2,13; 1.Petr.1,2) |
| Propheten wurden durch Öl geheiligt (1.Kön.9,16) | Jesus Christus prophezeite ebenfalls durch den Heiligen Geist (Jes.61,1; Luk.4,18) und wir Gläubigen sind seine Zeugen (Apg.1,8) |
| Priester wurden durch Öl geheiligt (2.Mose 40,15) | Der Herr Jesus in seinem Opfer ebenfalls (Hebr.9,14), und auch die Gläubigen (Röm.8,26; 12,1; Eph.5,18-20) |
| Könige wurden durch Öl geheiligt (1.Sam.16,12-13) | Jesus Christus wurde mit "Freudenöl" gesalbt (Psalm 45,7) |
| Öl wurde zur Heilung verwendet (Luk.10,34) | Die Seele wird durch die Errettung geheilt (Apg.2,27) |
| Das Öl machte das "Angesicht strahlen", ein Ausdruck der Freude! (Psalm 45,7) Es wurde frisches Öl benötigt (Psalm 92,10) | Die "Frucht des Geistes" ist auch "Freude" (Gal.5,22) |
| Das Öl für die Lampen wird in 2.Mose 25,6 beschrieben. Der Docht musste in dem Öl bleiben um brennen zu können! Zudem musste der Docht dann und wann "zurechtgestutzt werden". | Das Öl ist der Heilige Geist, der Docht zeigt uns den Christen als "Kanal des Öls" um zu leuchten (Licht)! Doch dazu müssen wir die "Füße im Geist behalten" (1.Thess.5,19) und auch gereinigt werden (1.Joh.1,9)! |
Doch zu dem "neuen Öl" könnten keine irdischen Zutaten verwendet werden: "Was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch, und was aus dem Geiste geboren ist, ist Geist. [...] Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt" (Joh.3,6; Gal.5,17)!
Die Versiegelung durch den Heiligen Geist
Die Versiegelung mit dem Heiligen Geist, ein Werk Gottes, wird uns an drei Stellen in Gottes Wort beschrieben:
"Der uns aber mit euch befestigt in Christum und uns gesalbt hat, ist Gott, der uns auch versiegelt hat und hat das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben." (2.Kor.1,22)
"auf welchen auch ihr gehofft, nachdem ihr gehört habt das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, in welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung" (Eph.1,13)
"Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung." (Eph.4,30)
Dieses Werk Gottes beginnt, wie auch das Innewohnen des Heiligen Geistes, mit der Errettung. Es ist keine mögliche Gnade und auch kein Lohn für eine besondere Geistlichkeit sondern gehört als untrennbarer Teil zu der Errettung. Die Versiegelung hält bis zu dem "Tag der Erlösung", selbst wenn wir den Geist betrüben (Eph.4,30)!
Wie auch das Innewohnen des Heiligen Geistes ist dies keine gewaltige Erfahrung, sondern eine Tatsache, die wir nur akzeptieren müssen! Sie beinhaltet die Gewissheit, dass wir geschützt sind und sicher den "Tag der Erlösung" erreichen werden!
Gleich den Tieren in der Arche mit ihrer von Gott versiegelten Tür "schwimmen" wir, versiegelt durch den Heiligen Geist, sicher und unabbringbar zu unserem Ziel!
Gott, der Heilige Geist: Die Taufe mit dem Heiligen Geist
Die Bedeutung der "Taufe mit dem Heiligen Geist"
Zu der "Taufe mit dem Heiligen Geist" bestehen die unterschiedlichsten Ansichten. Ein Meinung ist, dass sie zeitgleich mit der Wiedergebut und dem Innewohnen sowie der Versiegelung geschieht. Andere setzen die Taufe mit dem Heiligen Geist mit dem Erfülltwerden zeitlich gleich. Das führte dazu, dass viele von zwei "Taufen" ausgehen.
Wir finden in Gottes Wort elf Hinweise zur "Taufe mit dem Heiligen Geist":
- "Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der nach mir Kommende aber ist stärker als ich, dessen Sandalen zu tragen ich nicht würdig bin; er wird euch mit Heiligem Geiste und Feuer taufen" (Matth.3,11)
- "Ich zwar habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit Heiligem Geiste taufen." (Mark.1,8)
- "Ich zwar taufe euch mit Wasser; es kommt aber, der stärker ist als ich, dessen ich nicht würdig bin, ihm den Riemen seiner Sandalen zu lösen; er wird euch mit Heiligem Geiste und Feuer taufen" (Luk.3,16)
- "der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf welchen du sehen wirst den Geist herniederfahren und auf ihm bleiben, dieser ist es, der mit Heiligem Geiste tauft." (Joh.1,13)
- "Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden nach nunmehr nicht vielen Tagen." (Apg.1,5)
- "Ich gedachte aber an das Wort des Herrn, wie er sagte: Johannes taufte zwar mit Wasser, ihr aber werdet mit Heiligem Geiste getauft werden." (Apg.11,16)
- "Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, auf daß die Gnade überströme? Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollen wir noch in derselben leben? Oder wisset ihr nicht, daß wir, so viele auf Christum Jesum getauft worden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf daß, gleichwie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln." (Röm.6,1-4)
- "Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt worden." (1.Kor.12,13)
- "Denn so viele euer auf Christum getauft worden sind, ihr habt Christum angezogen." (Gal.3,27)
- "Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe" (Eph.4,5)
- "in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat." (Kol.2,12)
Die "Taufe mit dem Heiligen Geist" vor Pfingsten
Wenn wir die Bibelstellen aus den Evangelien (Matth.3,11; Mark.1,8; Luk.3,16; Joh.1,13) und die vor Pfingsten stattgefundene Aussage in Apg.1,5 betrachten, so erkennen wir, dass sie auf ein in der Zukunft stattfindendes Ereignis referenzieren das vorher niemals stattgefunden hatte! In diesen Stellen erkennen wir zudem, dass es Jesus Christus, der die Taufe durch den Heiligen Geist durchführt. Der Schwerpunkt ist somit der Kontrast, dass nicht mehr Johannes der Taufende ist sondern dass es er Heilige Geist "im Auftrag" des Herrn Jesus Christus ist!
Das Getauftsein aller Heiligen im jetzigen Zeitalter
Diese wunderbare Tatsache, dass jeder Christ bei seiner Wiedergeburt durch den Heiligen Geist "dem Leibe hinzugetauft" wird, ist oft angegriffen worden! Doch erkennen wir dies deutlich in 1.Kor.12,13. Interessant ist auch, dass im griechischen Text hier ausdrücklich die Präposition "en" verwendet wird (wie auch in Luk.4,1; 1.Kor.6,2; Kol.1,16; Jud.1), die Taufe geschieht also wirklich durch den Heiligen Geist!
Und diese Taufe geschieht einmalig (Eph.4,5), es ist kein Ziel, dass wir uns zu erarbeiten haben. Damit steht die "Taufe durch den Heiligen Geist" im Gegensatz zu dem zu erarbeitenden "Erfülltsein mit dem Heiligen Geist" (Eph.5,18)!
Die Taufe "Christ => Leib Christi"
Die "Taufe mit dem Heiligen Geist" hat zwei wunderbare Folgen: wir werden dem Leicb Christi und Christus selbst zugefügt! Diese beiden Ereignisse geschehen zeitgleich.
Diese Taufe führt zu einem Hinzufügen zu dem Leib Christi, also werden wir Teil der Gemeinschaft mit allen Gläubigen, gleich welcher Rasse oder Gemeinde dieses Zeitalters!
Diesen "Leib Christi", dessen Teil wir durch die "Taufe mit dem Heiligen Geist" bei der Wiedergeburt geworden sind, finden wir an vielen Stellen des Neuen Testaments beschrieben:
- "Der Herr aber tat täglich zu der Versammlung hinzu, die gerettet werden sollten." (Apg.2,47)
- "Wisset ihr nicht, daß eure Leiber Glieder Christi sind?" (1.Kor.6,15)
- "Denn gleichwie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: also auch der Christus. Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden, es seien Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geiste getränkt worden. Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele." (1.Kor.12,12-14)
- "und die beiden in einem Leibe mit Gott versöhnte durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte." (Eph.2,16)
- "Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung. [...] aus welchem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maße jedes einzelnen Teiles, für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe." (Eph.4,4)
- "Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleische und von seinen Gebeinen. Deswegen wird ein Mensch seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die zwei werden ein Fleisch sein". Dieses Geheimnis ist groß; ich aber sage es in Bezug auf Christum und auf die Versammlung." (Eph.5,30-32)
- "Jetzt freue ich mich in den Leiden für euch und ergänze in meinem Fleische, was noch rückständig ist von den Drangsalen des Christus für seinen Leib, das ist die Versammlung" (Kol.1,24)
- "und nicht festhaltend das Haupt, aus welchem der ganze Leib, durch die Gelenke und Bande Darreichung empfangend und zusammengefügt, das Wachstum Gottes wächst." (Kol.2,19)
Jesus Christus ist das Haupt dieses Leibes und koordiniert alle Aktivitäten und Aufgaben (1.Kor.11,3; Eph.1,22-23; Eph.5,23-24; Kol.1,18). Er trägt Sorge für diesen seinen Leib (Eph.5,29; Phil.4,13; Kol.2,19). Er war auch tätig, seine Braut durch Heiligung zu reinigen: "Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie auch der Christus die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, auf daß er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, auf daß er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern daß sie heilig und tadellos sei." (Eph.5,25-27)!
Als "Glied des Leibes" wurden uns auch Aufgaben übertragen, die wir treu ausüben sollen:
- "Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben worden, jedem, der unter euch ist, nicht höher von sich zu denken, als zu denken sich gebührt, sondern so zu denken, daß er besonnen sei, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Denn gleichwie wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber die Glieder nicht alle dieselbe Verrichtung haben, also sind wir, die Vielen, ein Leib in Christo, einzeln aber Glieder voneinander. Da wir aber verschiedene Gnadengaben haben, nach der uns verliehenen Gnade: es sei Weissagung, so laßt uns weissagen nach dem Maße des Glaubens; es sei Dienst, so laßt uns bleiben im Dienst; es sei, der da lehrt, in der Lehre; es sei, der da ermahnt, in der Ermahnung; der da mitteilt, in Einfalt; der da vorsteht, mit Fleiß; der da Barmherzigkeit übt, mit Freudigkeit." (Röm.12,3-8)
- "Ihr aber seid Christi Leib, und Glieder insonderheit. Und Gott hat etliche in der Versammlung gesetzt: erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, sodann Wunderkräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Regierungen, Arten von Sprachen." (1.Kor.12,27-28)
- "Jedem einzelnen aber von uns ist die Gnade gegeben worden nach dem Maße der Gabe des Christus. Darum sagt er: Hinaufgestiegen in die Höhe, hat er die Gefangenschaft gefangen geführt und den Menschen Gaben gegeben. Das aber: Er ist hinaufgestiegen, was ist es anders, als daß er auch hinabgestiegen ist in die unteren Teile der Erde? Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllte. Und er hat die einen gegeben als Apostel und andere als Propheten und andere als Evangelisten und andere als Hirten und Lehrer, zur Vollendung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Auferbauung des Leibes Christi, bis wir alle hingelangen zu der Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes, zu dem erwachsenen Manne, zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus; auf daß wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Winde der Lehre, die da kommt durch die Betrügerei der Menschen, durch ihre Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum; sondern die Wahrheit festhaltend in Liebe, laßt uns in allem heranwachsen zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus, aus welchem der ganze Leib, wohl zusammengefügt und verbunden durch jedes Gelenk der Darreichung, nach der Wirksamkeit in dem Maße jedes einzelnen Teiles, für sich das Wachstum des Leibes bewirkt zu seiner Selbstauferbauung in Liebe." (Eph.4,7-16)
Das "Haupt des Leibes" hat uns seinem Leibe hinzugefügt. Das stellt sicher, dass es eine Einheit aller Gläubigen ist und auch, dass jeder eine dem Leibe dienliche Aufgabe hat! Auch wenn die Glieder unterschiedlich sind, so ist es doch ein harmonisches Gesamtgefüge!
Die Taufe "Christ => Christus"
Durch die Wiedergeburt werden wir "in den Leib Christ getauft" und haben nun auch unsere Position "in Christus"! Da uns dieser Gedanke uns rational denkende Menschen irritieren kann, möchten wir ihn folgend anhand des Wortes Gottes untersuchen:
"An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin, und ihr in mir und ich in euch." (Joh.14,20)
Durch die "Taufe mit dem Heiligen Geist" werden wir also "Teilhaber Christi":
- "Was sollen wir nun sagen? Sollten wir in der Sünde verharren, auf daß die Gnade überströme? Das sei ferne! Wir, die wir der Sünde gestorben sind, wie sollen wir noch in derselben leben? Oder wisset ihr nicht, daß wir, so viele auf Christum Jesum getauft worden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf daß, gleichwie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln." (Röm.6,1-4)
- "mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat." (Kol.2,12)
In dem wunderbaren Bild des einen Leibes erkennen wir auch, dass wir (untergeordnete, er ist das Haupt!) Teile von ihm sind! Nur deshalb kommen wir in den Genuss vieler Segnungen Gottes.
Die "Taufe mit dem Heiligen Geist" im Hinblick auf Ursache und Wirkung
Die "Taufe mit dem Heiligen Geist" ist ein Werk Gottes, dass wir im Glauben annehmen! Wenngleich Folgen die "Taufe mit dem Heiligen Geist" bestätigen können, erfolgt die Taufe doch nicht selbstverdient und auf Basis einer besonderen "Erleuchtung" oder eines besonderen Werkes.
Mehrere Gemeinden unserer Zeit streben auch aktiv die "Taufe mit dem Heiligen Geist" ihrer Mitglieder an um in Sprachen reden zu können. Aus allen drei Stellen, in denen wir hiervon lesen (Apg.2.10.19), wir aber deutlich, dass ein spezifisches Ereignis war, was heute nicht mehr der Fall ist! Es ist immer eine Gefahr, wenn wir geistliche Segnungen zur eigenen Bereicherung in Anspruch nehmen wollen (siehe das Beispiel Simon, des Zauberers in Apg.8,19-20)! Wenn wir uns rühmen, dann doch nur der Gnade Gottes, die uns das alles schenkt (1.Kor.4,8)! Und auch die Korinther "redeten in Sprachen" ohne von dem Heiligen Geist erfüllt zu sein! Unser Maßstab ist die "Frucht des Geistes", die wir in Gal.5,22-23 finden!
Ein verbreiteter Irrtum ist auch, dass es sich bei der Taufe in Apg.2 um eine grundlegende andere Art als in 1.Kor.12,13 handelt! Wenn wir die Unterhaltung mit Kornelius in Apg.10f mit Apg.2 vergleichen, so erkennen wir, dass an ihm das Gleiche geschah wie an den Jüngern auf Pfingsten!
Gott, der Heilige Geist: das „Erfülltsein“
Im Gegensatz zu den einmalig und dauerhaft bei der Errettung geschehen Ereignisse wie der Wiedergeburt, dem Innewohnen des und der Versiegelung mit dem Heiligen Geist finden wir bei dem "Erfülltsein" sehr wohl eine relative Komponente. Sie ist abhängig von der Hingabe, Treue und der Erfahrungen mit dem Herrn, der Zustand des Christen ist somit verursachend!
Eine Definition des "Erfülltseins"
In einzelnen Fällen wurden schon vor Pfingsten mit dem Heiligen Geiste erfüllt (2.Mose 28,3; 31,3; 2.Mose 35,31; Luk.1,15.41.67; Luk.4,1). Wir können davon ausgehen, dass auch an vielen anderen Stellen der Geist seine Diener erfüllte und zu einem Dienst für ihn ermächtigte! Doch wirkte er vor Pfingsten eher punktuell zur Realisierung seiner konkreten Zwecke. Wir finden aber keinen Hinweis, dass jedem Gläubigen, der in Hingabe seinem Gott gegenüber lebte, die Möglichkeit des "Erfülltseins" offenstand.
Nach Pfingsten begann durch das Innewohnen eine neue Dimension des Wirkens des Heiligen Geistes in allen Gläubigen. So konnte jeder, der die "Anforderungen" erfüllte, mit dem Heiligen Geist erfüllt werden:
- "Und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen." (Apg.2,4)
- "Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geiste, zu ihnen: Oberste des Volkes und Älteste von Israel! [...] Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit." (Apg.4,8.31)
- "So sehet euch nun um, Brüder, nach sieben Männern aus euch, von gutem Zeugnis, voll Heiligen Geistes und Weisheit, die wir über dieses Geschäft bestellen wollen; wir aber werden im Gebet und im Dienst des Wortes verharren. Und die Rede gefiel der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes" (Apg.6,3.5)
- "Als er aber, voll Heiligen Geistes, unverwandt gen Himmel schaute, sah er die Herrlichkeit Gottes, und Jesum zur Rechten Gottes stehen" (Apg.7,55)
- "Ananias aber ging hin und kam in das Haus; und ihm die Hände auflegend, sprach er: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir erschienen ist auf dem Wege, den du kamst, damit du wieder sehend und mit Heiligem Geiste erfüllt werdest." (Apg.9,17)
- "Denn er (Barnabas) war ein guter Mann und voll Heiligen Geistes und Glaubens; und eine zahlreiche Menge wurde dem Herrn hinzugetan." (Apg.11,24)
- "Saulus aber, der auch Paulus heißt, erfüllt mit Heiligem Geiste, blickte unverwandt auf ihn hin [...] Die Jünger aber wurden mit Freude und heiligem Geiste erfüllt." (Apg.13,9.52)
- "Und berauschet euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geiste erfüllt" (Eph.5,18)
Das "Erfülltsein" können wir als geistlichen Zustand sehen, in dem er alles in unserem Herzen und Leben erfüllt. Es ist kein Zustand zur "Mehrung des Geistes", sondern dass er uns ausfüllt! Es sollte der Normalzustand eines treuen Christen sein, da es, wenn er uns nicht ausfüllen kann, "eigene Winkel" gibt, die er nicht erfüllen soll/darf!
Das "Erfülltsein" ist ebenfalls nicht abhängig von der Dauer, wie lange wir schon errettet sind! Auch ein jungbekehrter Christ kann ein brennendes Herz für den Herrn haben und ihm die Leitung seines gesamten Lebens übergeben; er kann auch dann erfüllt sein mit dem Heiligen Geist! Lediglich der "Wirkungsgrad" in dem Status des Erfülltseins ist bei einem erfahrenen Christen reicher als bei einem Jungbekehrten. Deshalb ist Wachstum wichtig, wir können nur bis zur Ernte wachsen (Matth.13,30)! Und wir sollen in Glauben, Wissen und geistlichem Wuchs wachsen (Eph.4,11-16). Zu Beginn sind wir "Kinder, die der unverfälschten und vernünftigen Milch bedürfen" (1.Petr.2,2) und sollen "wachsen in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus." (2.Petr.3,18).
Er nach einer Zeit gesunden Wachstums ist ein Christ in der Lage, ohne Schaden mit ungeistlichen Dingen konfrontiert zu werden! Prüfen wir, welchen Einflüssen wir unsere Kinder aussetzen!
Das "Erfülltsein" ist somit ein Zustand, in dem der Heilige Geist uneingeschränkt in und durch uns wirken und seinen Plan mit uns ungehindert verfolgen kann!
Es ist Gottes Wunsch, dass wir mit dem Heiligen Geist erfüllt sind. Während im Alten Testament bis auf eine Ausnahme keine "Anregung" hierzu erfolgte (gegenüber Serubbabel in Sach.4,6), so ist es nach Pfingsten sein Wunsch, dass es bei uns Normalzustand ist (Eph.5,18)! Gleich dem Wein, der (negativ) Körper und Geist beeinflusst, so soll der Heilige Geist auch alle unsere Funktionen beeinflussen und leiten! Doch wie auch die Wirkung des Weines (erfreulicherweise) nachlässt, so ist (leider) auch die "Erfüllung mit dem Heiligen Geist" kein einmal angestoßener und dauerhaft bleibender Zustand!
Voraussetzungen für das "Erfülltsein"
Es ist nun sehr interessant, die Anforderungen zu untersuchen, deren Erfüllung uns diesen Zustand ermöglichen! Im Wesentlichen sind es drei an der Zahl:
"Den Geist löschet nicht aus (oder: unterdrücket, dämpfet nicht)" (1.Thess.5,19)
"Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, durch welchen ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erlösung." (Eph.4,30)
"Wandelt im Geiste, (oder: durch den Geist) und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen." (Gal.5,16)
Die Frage ist nun, wie wir diese Verse konkret und in vollem Umfang verstehen können:
1. Wie kann der Geist "ausgelöscht" werden?
Das Bild des Heiligen Geistes als "Feuer" steht hier nicht ohne Grund, finden wir in Gottes Wort doch hilfreiche Aussagen, wie das Feuer ausgelöscht werden kann (Matth.12,20; Hebr.11,34)! Es ist jede Form der Unterdrückung der Wirkung des Heiligen Geistes in uns, ein Verneinen seiner Wege in und an uns. Auflehnung gegen Gott war schon die Sünde, die Satan zu Fall brachte (Jes.14,14) und auch heute noch ist es Eigenwille, wenn wir "ich will" sagen statt "nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!" (Luk.22,42)!
Unser Leben muss, um mit dem Heiligen Geist erfüllt sein zu können, ihm restlos hingegeben sein. Wir können nicht zwei Herren dienen (Matth.6,24), und Röm.6,13 sagt uns: "stellet auch nicht eure Glieder der Sünde dar zu Werkzeugen der Ungerechtigkeit, sondern stellet euch selbst Gott dar als Lebende aus den Toten, und eure Glieder Gott zu Werkzeugen der Gerechtigkeit."! Einen ähnlichen Gedanken finden wir in Röm.12,1-2: "Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, welches euer vernünftiger Dienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, daß ihr prüfen möget, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.". In beiden Stellen wird im griechischen Text ein Begriff verwendet, der für die "Hingabe an Gott, einmal und für immer" steht! Der Christ muss also eine Entscheidung für diese Hingabe als "lebendiges Schlachtopfer" treffen!
Die Hingabe beinhaltet auch Treue in vielerlei Hinsicht:
- gegenüber dem Wort Gottes
- gegenüber seiner Leitung (Röm.8,14, siehe das Beispiel in Apg.16,6.7/Apg.19,10)
- auch im Leiden treu zu sein
Ein wunderbares Vorbild sehen wir hier in unserem Herrn Jesus Christus: "Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christo Jesu war, welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte (oder: sich selbst entäußerte oder entleerte) und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam ward bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuze. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf daß in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters." (Phil.2,5-11)
2. Wie kann der Geist "betrübt" werden?
Der Kontext macht deutlich, dass es sich bei diesem Fall um "eingeschlichene Sünde" handelt, die die Hingabe hemmte. Es ist nun wichtig, nicht in dieser Sünde weiter fortzuschreiten sondern das Hemmnis auszuräumen! Bis dahin ist der Heilige Geist gehindert, frei zu wirken und sich in dem Gläubigen, aber auch nach außen, zu entfalten. Es ist, als wenn wir unter starken Entbehrungen versuchen würden, Höchstleistung zu bringen. Das geht erst wieder nach der Anwendung von 1.Joh.1,9 auf Basis von 1.Joh.2,1: "Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. [...] Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf daß ihr nicht sündiget; und wenn jemand gesündigt hat wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesum Christum, den Gerechten."! Das ist der Weg zurück in die innige Gemeinschaft ihm, der Weg aus der empfundenen Leere und der nicht zufriedenstellenden Fruchtlosigkeit in geistlichen Belangen!
Ernste Warnungen für den Fall des Fortschreitens entgegen der Buße und Korrektur finden wir in Hebr.12,5-6: "und habt der Ermahnung vergessen, die zu euch als zu Söhnen spricht: Mein Sohn! Achte nicht gering des Herrn Züchtigung, noch ermatte, wenn du von ihm gestraft wirst; denn wen der Herr liebt, den züchtigt er". Auch 1.Kor.11,31-32 zeigt uns, dass Gott uns (gerade weil er uns liebt und wir ihm nicht egal sind!) in dem Fall züchtigen muss: "Aber wenn wir uns selbst beurteilten,so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber gerichtet werden, so werden wir vom Herrn gezüchtigt, auf daß wir nicht mit der Welt verurteilt werden."!
Er muss dann mit uns handeln wie mit einem ungehorsamen Kind, doch hat er immer das Ziel der Zurechtbringung, des Erfülltseins mit dem Heiligen Geist!
3. Wie können wir "im Geiste" wandeln?
Dieser positive Befehl beinhaltet einen Wandel in der Kraft um in den Segnungen des "innewohnenden Heiligen Geistes"! Wir haben die kraft dazu in uns (nicht aus uns!) und können diesem Wunsch in Abhängigkeit und Hingabe entsprechen. Zudem benötigen wir Glauben, "im Geiste" zu wandeln. Denn aus uns können wir die hohen Anforderungen nicht erfüllen:
- "Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet, auf daß, gleichwie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebet." (Joh.13,34)
- "Dies ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe." (Joh.15,12)
- "indem wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus" (2.Kor.10,5)
Auch "Früchte des Geistes" können wir nur genießen, wenn wir "im Geiste wandeln":
- "Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit" (Gal.5,22)
- "Freuet euch allezeit; betet unablässig; danksaget in allem, denn dieses ist der Wille Gottes in Christo Jesu gegen euch." (1.Thess.5,16-18)
Seien wir uns auch bewusst, dass wir in einem Umfeld leben, dass gerade diesen "Wandel im Geiste" widerspricht:
- "Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt wegnehmest, sondern daß du sie bewahrest vor dem Bösen." (Joh.17,15)
- "Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes, daß ihr prüfen möget, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist." (Röm.12,2)
- "Seid nicht in einem ungleichen Joche mit Ungläubigen. Denn welche Genossenschaft hat Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit? Oder welche Gemeinschaft Licht mit Finsternis?" (2.Kor.6,14)
- "Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch welchen mir die Welt gekreuzigt ist, und ich der Welt." (Gal.6,14)
- "Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm" (1.Joh.2,15)
Wir werden in den Kampf mit Satan als Gegner Gottes hineingezogen, da seine und Gottes Interessen entgegengesetzt sind:
- "in welchen der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, welcher das Bild Gottes ist." (2.Kor.4,4)
- "Und kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt die Gestalt eines Engels des Lichts an" (2.Kor.11,14)
- "Denn unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern." (Eph.6,12)
Auch dürfen wir nicht die "alte Natur" in uns unterschätzen, deren Wille es ist, das Wirken unserer neuen Natur zu verhindern:
- "auf daß, gleichwie die Sünde geherrscht hat im Tode, also auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesum Christum, unseren Herrn." (Röm.5,21)
- "indem wir dieses wissen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, auf daß der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen." (Röm.6,6)
- "einen solchen dem Satan zu überliefern zum Verderben des Fleisches, auf daß der Geist errettet werde am Tage des Herrn Jesus." (1.Kor.5,5)
- "Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes." (2.Kor.7,1)
- "Denn obwohl wir im Fleische wandeln, kämpfen wir nicht nach dem Fleische; denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern göttlich mächtig zur Zerstörung von Festungen" (2.Kor.10,3-4)
- "Ich sage aber: Wandelt im Geiste, und ihr werdet die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, der Geist aber wider das Fleisch; diese aber sind einander entgegengesetzt, auf daß ihr nicht das tuet, was ihr wollt. Wenn ihr aber durch den Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter Gesetz. Offenbar aber sind die Werke des Fleisches, welche sind: Hurerei, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Sekten, Neid, Totschlag, Trunkenheit, Gelage8Die Wörter "Feindschaft" bis "Gelage" stehen im Griech. in der Mehrzahl und dergleichen, von denen ich euch vorhersage, gleichwie ich auch vorhergesagt habe, daß, die solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden. Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit; wider solche gibt es kein Gesetz. Die aber des Christus sind, haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten." (Gal.5,16-24)
- "Denn wer für sein eigenes Fleisch sät, wird von dem Fleische Verderben ernten; wer aber für den Geist sät, wird von dem Geiste ewiges Leben ernten." (Gal.6,8)
- "unter welchen auch wir einst alle unseren Verkehr hatten in den Lüsten unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten und von Natur Kinder des Zorns waren, wie auch die übrigen." (Eph.2,3)
Nur wenn wir unseren Weg in Abhängigkeit und Selbstverleugnung gehen wird er "im Geiste" sein können!
Wirkungen des "Erfülltseins"
Das "Erfülltsein" mit dem Heiligen Geist und das "Wandeln im Geiste" birgt reiche Frucht:
1. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, erfährt eine zunehmende Heiligung in einem Leben, dass die "Frucht des Geistes" (Gal.5,22) hervorbringt!
2. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, kann Gottes Wort tiefer erschließen (Joh.16,12-14; 1.Kor.2,9-1.Kor.3,2)
3. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, kann Gottes Willen besser erkennen und sich in seinen Umständen besser orientieren (Röm.12,2; 1.Mose 24,27; Röm.8,14; Gal.5,18)
4. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, hat eine unerschütterliche Heilsgewissheit (Röm.8,16; Gal.4,6; 1.Joh.3,24; 4,13)
5. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, kann wahren Gottesdienst und "Liebe von Gott" ausüben (Eph.5,18; Joh.4,24)
6. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, hat ein "erfolgreiches" Gebetsleben (Röm.8,26)
7. Der Christ, der "im Geiste" wandelt, kann durch den Heiligen Geist verwendet werden (Joh.7,38-39)
Es kann sein, dass ein reich mit Gaben beschenkter Christ diese nicht wirksam einsetzen kann, da er nicht im Geiste wandelt und ein Christ, der seine wenigen Talente dem Herrn treu zur Verfügung stellt, reichere Frucht bringt und von dem Heiligen Geist erfüllt wird!
Die Haushaltungen/Zeitalter
"Haushaltungen" oder "Zeitalter" sind in Gottes Wort in sich geschlossene Perioden, die wir bei der Betrachtung beachten müssen! Jedes Zeitalter hatte unterschiedliche Paradigmen, deshalb ist zum richtigen Verständnis bestimmter Begebenheiten die Berücksichtigung der Rahmenbedingungen (Haushaltung) des jeweiligen Zeitalters notwendig. "Zeitalter" und "Haushaltung" ist in Gottes Wort nicht identisch, denn "Zeitalter" beschreibt eine Zeitspanne und die "Haushaltung" ein in sich geschlossenes "Regelwerk". Jedes "Zeitalter" hat also eine entsprechende "Haushaltung".
Den Gedanken, dass voneinander getrennte Zeitabschnitte existieren, finden wir an vielen Stellen der Schrift:
- "auf daß er in den kommenden Zeitaltern den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christo Jesu." (Eph.2,7)
- "welches in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen nicht kundgetan worden, wie es jetzt geoffenbart worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geiste: [...] und alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her verborgen war in Gott, der alle Dinge geschaffen hat" (Eph.3,5.9)
- "Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne" (Hebr.1,1)
Bei dem Bibelstudium ist die Berücksichtigung der Haushaltungen eine große Hilfe und das Verständnis der von Gott gesetzten individuellen Regelwerke ermöglicht erst die korrekte Bibelauslegung. Ansonsten ist die Gefahr, Begebenheiten oder Bibelstellen aus ihrem Kontext zu reißen, sehr groß!
Vereinfacht gesagt, beginnt jede Haushaltung mit einem "Vertragspartner" Gottes, der in eine neue Stellung mit neuen Rechten und Pflichten ausgestattet wird. Die (vergangenen) Haushaltungen enden mit dem Versagen des Menschen, der den Anforderungen an ihn nicht gerecht wird. Bei allen Variablen in den Zeitaltern es aber immer der gleiche, gerechte, heilige Gott.
So können wir also festhalten, dass nur die Inhalte des "Zeitalters" der Gnade direkt an uns adressiert sind, die Inhalte "anderer Zeitalter" sind aber auch "zu unserer Belehrung" geschrieben und indirekt zu berücksichtigen! Wir sind nicht Adam, doch können wir wertvolle Schlüsse aus dem Sündenfall ziehen! Wir stehen nicht unter Gesetz, doch erkennen wir Gottes heiligen Charakter und danken für das "Zeitalter der Gnade"!
So unterschiedlich wie Gottes Ziele mit den einzelnen Haushaltungen sind auch die Zielsetzungen für die "Vertragspartner". Und, wie auch die Jünger, können wir nicht einfach Inhalte eines anderen Zeitalters 1:1 anwenden: "Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem hin gerichtet war. Als aber seine Jünger Jakobus und Johannes es sahen, sprachen sie: Herr, willst du, daß wir Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren heißen, wie auch Elias tat? Er wandte sich aber um und strafte sie und sprach: Ihr wisset nicht, wes Geistes ihr seid." (Luk.9,53-55)! Gott wird in unserem Zeitalter der Gnade auch keine Steinigung anordnen (4.Mose 15,32-36).
Erschwerend kommt hinzu, dass manche Bibelübersetzungen "Vollendung des Zeitalters" an vielen Stellen "Ende der Welt" übersetzen (beispielsweise in Matth.13,49). Wir können dankbar für unsere gute Übersetzung sein und sollten sie auch verwenden!
Grundsätzlich werden sieben Haushaltungen unterschieden, wobei drei von besonderer Bedeutung für uns sind (mit + gekennzeichnet):
- Die "Haushaltung der Unschuld"
- Die "Haushaltung des Gewissens"
- Die "Haushaltung der Menschlichen Verwaltung"
- Die "Haushaltung der Verheißung / der Patriarchen"
- Die "Haushaltung des Gesetzes" (+)
- Die "Haushaltung der Gnade" (+)
- Die "Haushaltung des Tausendjährigen Reiches" (+)
Haushaltung der "Unschuld"
| Beginn: | Erschaffung des Menschen (1.Mose 1,28) |
| Ende: | Sündenfall (1.Mose 3,6) |
| Vertragspartner (Haushalter): | Adam (1.Mose 2,16) |
| Vertragsinhalt: | (a) Fruchtbarkeit, Vermehrung, Füllen der Erde (b) Unterwerfung der Erde (c) Herrschen über alle Geschöpfe der Erde (1.Mose 1,28) |
| Prüfung: | Meidung der Frucht des "Baumes der Erkenntnis" als Nahrung (1.Mose 2,17) |
| Versagen: | Essen von der Frucht des "Baumes der Erkenntnis" (1.Mose 3,6) |
| Strafe: | Vertreibung (1.Mose 3,23) |
| Segen trotz Versagen: | Offenbarung des Messias der Satan besiegt, den Fluch überwindet und beseitigt (1.Mose 3,14-15) |
| Anwendung für uns: | Für Erlösung ist ein stellvertretendes Opfer notwendig, sinnbildlich in dem "Bekleiden mit Fell" zu erkennen (1.Mose 3,21); zudem erkennen wir Gottes souveränes Handeln mit seinen Geschöpfen, und seinen Wesenszug der Gnade (1.Mose 3,22-24) |
Haushaltung des "Gewissens"
| Beginn:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Vertreibung von Eden (1.Mose 3,7) |
| Ende: | Ende der Gerichts-Flut (1.Mose 8,19) |
| Vertragspartner (Haushalter): | Adam |
| Vertragsinhalt: | (a) Gehorsam gegenüber dem adamitischen Bund (b) Pflichten der Frau und des Mannes |
| Prüfung: | (a) Gehorsam gegenüber den Forderungen des Gewissens im Wissen um Gut und Böse (siehe auch Röm.2,15) (b) im Falle des Versagens Opferung eines annehmbaren, blutigen Opfers (1.Mose 4,7) |
| Versagen: | Verderbtheit des Menschen (1.Mose 6,5.11-12): Tötung Abels (1.Mose 4,8) falsche Opfer (1.Mose 4,3) sündige Nachkommen (1.Mose 4,16-24) |
| Strafe: | Gericht durch Flut (1.Mose 7,10) |
| Segen trotz Versagen: | Errettung Henochs (1.Mose 5,24) Errettung Noahs mit seiner Familie (1.Mose 6,8-10; Hebr.11,7) |
| Anwendung für uns: | Das Gewissen kann uns nur verurteilen, nicht aber Sieg schenken (Joh.8,9; Röm.2,15; 1.Kor.8,7; 1.Tim.4,2); somit erneutes Versagen des Menschen in den neuen "Rahmenbedingungen". Doch Gottes Wesenszug der Gnade wird ebenso vertieft wie der Gedanke des stellvertretenden Opfers! |
Haushaltung der "Menschlichen Verwaltung"
| Beginn:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Noah's Brandopfer auf dem Altar (1.Mose 8,20) |
| Ende: | Sprachverwirrung/Zerstreuung (1.Mose 11,9) |
| Vertragspartner (Haushalter): | Noah, sein Same und "jedes lebendige Wesen von allem Fleische, das auf Erden ist." (1.Mose 9,1.16) |
| Vertragsinhalt: | Der "Noah-Bund": (a) Keine weitere Flut dieses Ausmaßes (1.Mose 8,21; 1.Mose 9,11) (b) Erhaltung der natürlichen Jahreszeiten (1.Mose 8,22) (c) Auftragswiederholung zur Mehrung (1.Mose 9,1) (d) Auftragswiederholung zum Herrschen über alle Geschöpfe der Erde (1.Mose 9,2) (e) Erlaubnis zum Verspeisen von Tieren, nicht aber deren Blut (1.Mose 9,4) (f) Erlaubnis zum Töten von Mördern (1.Mose 9,5-6) |
| Prüfung: | (a) Recht herrschen (b) sich ausbreiten |
| Versagen: | Noah's Trunkenheit (1.Mose 9,21) Ham's Respektlosigkeit (1.Mose 9,22) Menschliche Überhebung/Geltungsdrang, die im Turmbau zu Babel gipfeln (1.Mose 11,4) |
| Strafe: | Sprachverwirrung (1.Mose 11,5-7) Zerstreuung (1.Mose 11,8-9) |
| Segen trotz Versagen: | Bewahrung eines Überrests (Abram in 1.Mose 11,10-12,3) |
| Anwendung für uns: | Streben nach Ehre und Anerkennung sowie "einen Namen machen" verurteilt Gott! Das Streben nach einem Zentralreich statt einzelner Staaten wurde von Gott unterbunden! Gott offenbart in dieser Haushaltung neben seiner souveränen Bewahrung des Überrests seinen Wesenszug der Gnade, da er von der gesamten Ausrottung der Menschheit absieht und dies durch den Regenbogen sichtbar bezeugt (1.Mose 9,13)! |
Haushaltung der "Verheissung" / der "Patriarchen"
| Beginn:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Ruf Abrams (1.Mo.11,10) |
| Ende: | Gabe des Gesetzes (2.Mo.19,2); Ende als "Haupt-Prüfungskriterium" |
| Vertragspartner (Haushalter): | Abraham und sein Same |
| Vertragsinhalt: | "Abraham-Bund": (a) Verlassen der Heimat, der Verwandtschaft und des Vaterhauses in ein noch unbenanntes Land (1.Mose 12.1) (b) Verheißung, eine große Nation zu werden, einen großen Namen zu haben und ein Segen zu sein (1.Mose 12.2) (c) Nachkommen an Zahl wie der "Staub der Erde" (1.Mose 13,16) (d) Nachkommen an Zahl wie die "Sterne des Himmels" (1.Mose 15,5) (e) Nachkommen werden zu Nationen werden und Könige werden aus ihnen hervorkommen (1.Mose 17,6) (f) Ein ewiger Bund (1.Mose 17,7.13.19; 1.Chron.16,16-17; Psalm 105,10) |
| Prüfung: | Vertrauen in die Abraham gegenüber geäußerten Versprechen ohne die Erfüllung zu sehen |
| Versagen: | (a) Zögerlich, nach Kannaan zu gehen (1.Mose 11,31) (b) Abraham zeugt Ismael (1.Mose 16,1-16) (c) Der Weg nach Ägypten (1.Mose 12,10-13,1) (d) Isaaks Annährung an Ägypten (1.Mose 26,6-16) (e) Jakob glaubte den Verheißungen nicht (1.Mose 25,23; 1.Mose 28,13-15.20) (f) Israel glaubte den Verheißungen nicht (2.Mose 2,23; 2.Mose 4,1-10; 2.Mose 5,21; 2.Mose 14,10-12; 2.Mose 15,24) (g) Israel hatte Sehnsucht nach Ägypten (2.Mose 14,11-12) (h) Israel murrte gegen Gott (2.Mose 15,24; 2.Mose 16,2; 4.Mose 14,2; 4.Mose 16,11.41; Jos.9,18) (i) Joseph wird verkauft (1.Mose 26) |
| Strafe: | Sklaverei in Ägypten Temporärer Verlust des Landes 38 zusätzliche Jahre Wüstenreise |
| Segen trotz Versagen: | Bewahrung, ungeachtet, wo sie sich befanden Gabe des Passahfestes (2.Mose 12) |
| Anwendung für uns: | Wir erkennen die Mühe, die das mangelnde Vertrauen in Gottes Treue zu seinen Zusagen verursachte! Doch sehen wir auch, dass Gott uns nicht lässt und weiter schützt. Zudem zeigt diese Haushaltung deutlich das Werben um Israel und die kompromisslose Liebe Gottes zu seinem Volk! |
Haushaltung des "Gesetzes"
| Beginn:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Gesetzgebung Moses (2.Mo.19,1) |
| Ende: | Pfingsten (Apg.2); Erfüllung des Gesetzes am Kreuz (Röm.10,4; 2.Kor.3,11-14; Gal.3,19.25) |
| Vertragspartner (Haushalter): | Gottes Volk Israel |
| Vertragsinhalt: | "Gesetzes-Bund:" (a) Allgemeine Anordnungen Gottes (2.Mose 20,1-26) (b) Die Gerichtsbarkeit (2.Mose 21,1 - 2.Mose 24,11) (c) "Religiöse" Verordnungen (2.Mose 24,12 - 2.Mose 31,18) Das Opfersystem war gleichermaßen Zeichen der Gnade und Gerichtsbarkeit Die "Regierung" war eine Theokratie, eine Regierung Gottes durch Könige, Priester und Propheten
|
| Prüfung: | (a) Das ganze Gesetz halten (Jak.2,10) (b) Annehmen und seinem Worte glauben (5.Mose 18,15-18) |
| Versagen: | (a) Werksgerechtigkeit (Römer 10,1-3) (b) Details siehe auch Matth 23, 1-39 |
| Strafe: | (a) Zerstörung Jerusalems / Zerstreuung in alle Welt (70n.Chr.) (b) Assyrische Gefangenschaft (c) Babylonische Gefangenschaft (d) siehe auch 5.Mose 28,1 - 5.Mose 30,20 |
| Segen trotz Versagen: | Opfersystem: Menschen wurden, durch Gnade auf Glauben gerettet. Gottes Gabe: Richter, Propheten, Könige |
| Anwendung für uns: | In dem "Gesetz" offenbarte Gott erstmalig ein vollständiges religiöses System als Grundlage für Reinigung, Vergebung, Gottesdienst, Gebet und gab Hoffnung für die Zukunft. Da die Nationen nicht unter Gesetz standen, standen und stehen auch wir nicht unter Gesetz! Das Gesetz war ein "Zuchtmeister zu Christus hin" (Gal.3,24) und vermochte nicht zu rechtfertigen (Röm.3,20; Gal.2,16), zu heiligen (Hebr.7,18-19), es war zeitlich und inhaltlich beschränkt (Gal.3,19), es konnte nicht erneuern (Gal.3,21-22) und konnte nur Sünde offenbaren (Röm.7,5-9; 8,3; 1.Kor.15,56). Es war ein Werkzeug zu zeigen, dass der Mensch aus sich selbst nur schuldig sein kann (Röm.3,19) und wies auf Jesus Christus als notwendiges Opfer hin (Röm.7,7-25; Gal.3,21-27)! |
Haushaltung der "Gnade"
| Beginn:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Pfingsten (Wohnen des Heiligen Geistes auf der Erde: Apg.2) |
| Ende: | Das Kommen des Herrn Jesus Christus für die Seinen (1.Thess.4,16) |
| Vertragspartner (Haushalter): | Die "Kirche" Jesu Christi; (Die Welt an sich verbleibt in der "Haushaltung des Gewissens" bzw. der der "Menschlichen Verwaltung") |
| Vertragsinhalt: | (a) Errettung durch Glaube allein (Röm.1,16; 3,22-28; 4,16; 5,15-19) (b) Gnade in einmaliger Weise durch die Menschwerdung Jesu Christi entfaltet (Joh.1,17) |
| Prüfung: | Annahme der Gabe der Gerechtigkeit, die Gott allen Menschen durch Jesus Christus, dem Messias Israels, anbietet |
| Versagen: | (a) Niedergang und Abfall (1.Tim.4,1-3; 2.Tim.3,1-13; 2.Petr.2-3; Judas); siehe auch die Sendschreiben in Offb.2-3! |
| Strafe: | (a) Gericht des unerlösten Teiles der Kirche zwischen dem Kommen für die Seinen und dem mit den Seinen (Matth.24,1-26; Offb.6-19; Offb.17,16) (b) Die "wahre Kirche" wird vor dem Richterstuhl des Christus gerichtet (2.Kor.5,10-11) |
| Segen trotz Versagen: | (a) Gnade (Joh.13,34-35; Röm.12,1-2; Phil.2,5; Kol.1,10-14; 3,1; 1.Thess.5,23) (b) Möglichkeit der Erlösung für Juden wie Nationen (Röm.3,24; 5,1-2.15-21;Gal.1,1-Gal.2,21; Eph.2,4-10) (c) Gnade als Lebensregel des Christen (Gal.3,1-5,26) "Denn der Herr selbst wird mit gebietendem Zuruf, mit der Stimme eines Erzengels und mit der Posaune Gottes hernieder- kommen vom Himmel, und die Toten in Christo werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und also werden wir allezeit bei dem Herrn sein." (1.Thess.4,16f) |
| Anwendung für uns: | Nutzen wir die verbleibende Zeit indem wir die "gelegene Zeit auskaufen" (Eph.5,15-16; Kol.4,5; Röm.13,12; 2.Kor.6,2). Die "unsichtbare Kirche" wird vor der großen Trübsal hinweg genommen; die "sichtbare Kirche" geht durch die Trübsal. |
Haushaltung des "Tausendjährigen Reiches"
| Beginn:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Das 2.Kommen des Herrn, Errichtung des Tausendjährigen Reiches (Matth.24; Offb.19) |
| Ende: | 1000 Jahre später |
| Vertragspartner (Haushalter): | Königreich |
| Vertragsinhalt: | Gehorsam gegenüber dem König, Jesus Christus, der mit eiserner Rute herrscht (Jes.11,3-5; Offb.19,15) Bekenntnis zu ihm/Nachfolge (Jes.2,2-4) Theokratisches System mit neuem Opfer- und Priesterdienst (Jes.66,21-23; Hes.40-48) Satan ist gebunden, kein Wirken durch seine Dämonen (Offb.20,1-3.7) |
| Prüfung: | Persönliche Annahme des Königs als seinen persönlichen Herrn Treue gegenüber seiner Anordnungen |
| Versagen: | Sünde (Jes.65,20) Rebellion (Offb.20,7-9) Versagen der Anbetung beim Laubhüttenfest (Sach.14,16-19) |
| Strafe: | Vernichtung der Rebellen durch Feuer (Offb.20,9 Zerstörung der "alten Himmel und Erde" durch Feuer (2.Petr.3,7.10-12) |
| Segen trotz Versagen: | Göttliche Gnade durch: Erfüllung des "neuen Bündnisses" (Jer.31,31-34) Errettung (Jes.12) Wohlstand/Wohlergehen (Jes.35) Offenbarung seiner selbst (Jer.31,33-34) Vergebung von Sünden (Jer.31,34) Sammlung Israels (Jes.11,11-12; Jer.30,1-11; Hes.39,25-29) |
| Anwendung für uns: | Das "Tausendjährige Reich" bildet den Abschluss der Prüfung des Menschen durch Gott! Auf jedwede Art konnte sich der Mensch bewähren, Gott gab sogar seinen Sohn als vollkommenes und "stellvertretendes Opfer"! Aus dieser Haushaltung können wir erkennen, dass wir nicht einmal auf "perfekte Umstände" mit unbedingter Treue reagieren. Die Hinweise des Alten und Neuen Testaments zu dem "neuen Königreich" sollten wir in diesem Rahmen auch zumindest gelesen haben (Psalm 72; Jes.2,1-5; Jes.9,6-7; Jes.11; Jer.33,14-17; Dan.2,44-45; Dan.7,9-14.18.27; Hos.3,4-5; Sach.14,16-19) |
Die Bündnisse
Bündnisse sind "Verträge" Gottes mit menschlichen Vertretern, die zumeist einen konkreten Zweck verfolgen. Gottes Wort zeigt uns acht Bündnisse, die wir in bedingte und bedingungslose Bündnisse unterscheiden können:
1. Der Eden-Bund (bedingter Bund)
2. Der Adam-Bund (unbedingter Bund)
3. Der Noah-Bund (unbedingter Bund)
4. Der Abraham-Bund (unbedingter Bund)
5. Der Mose-Bund (bedingter Bund)
6. Der Land-Bund (unbedingter Bund)
7. Der David-Bund (unbedingter Bund)
8. Der Neue Bund (unbedingter Bund)
Der Eden-Bund
| Art: | Bedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | 1.Mose 1,26-31; 1.Mose 2,16-17 |
| Ende: | Sündenfall (1.Mose 3,6) |
| Vertragspartner: | Adam als "Vertreter der Menschheit" (1.Mose 2,16) |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | (a) Vater der menschlichen Rasse (1.Mose 1,28) (b) Unterwerfung der Erde (1.Mose 1,26) (c) Herrschaft über alle Geschöpfe der Erde (1.Mose 1,26) (d) "Den Garten" bebauen und bewahren (1.Mose 2,15) (e) Meidung der Frucht des "Baumes der Erkenntnis" (1.Mose 2,16-17) (f) Vegetariertum (1.Mose 1,29) |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | - |
Aufgrund des Versagens fiel die gesamte Menschheit in Sünde! Das bedeutete für Adam: Geistlicher Tod; Körperlicher Tod (1.Mose 5,5); Gottesferne durch Vertreibung aus dem Garten (1.Mose 3,23).
Der Adam-Bund ist die "Verfassung" der "Haushaltung der Unschuld"!
Der Adam-Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Unbedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | 1.Mose 3,16-19 |
| Ende: | - |
| Vertragspartner: | Adam als "Vertreter der Menschheit" (1.Mose 3,17) |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | - |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | (a) Schlange verflucht (1.Mose 3,14; Röm.16,20; 2.Kor.11,3.14; Offb.12,9) (b) Feindschaft zwischen Satan und Menschen (1.Mose 3,14) (c) Feindschaft ihrem Samen (der Mensch Jesus Christus//Antichrist) (d) Der Schlange wird der Kopf zermalmt, Verheißung eines "Erlösers" (1.Mose 3,15) (e) "Dem Menschen" wird die Ferse zermalmt (1.Mose 3,15) (f) Eva: Mühsal der Schwangerschaft (1.Mose 3,16) (g) Eva: Kinder gebären mit Schmerzen (1.Mose 3,16) (h) Eva: Abhängigkeit vom Manne (1.Mose 3,16; 1.Kor.11,7-9; Eph.5,22-25; 1.Tim.2,11-14) (i) Adam: Erde um seinetwillen verflucht (1.Mose 3,17) (j) Adam: Grosse Mühsal bei der Arbeit (1.Mose 3,17) (k) Adam: Dornen und Disteln (1.Mose 3,18) (l) Adam: Essen des Krautes des Feldes (1.Mose 3,18) |
Der Adam-Bund ist die "Verfassung" der "Haushaltung des Gewissens"!
Der Noah-Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Unbedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | Noah's Brandopfer auf dem Altar (1.Mose 8,20) |
| Ende: | - |
| Vertragspartner: | Noah, sein Same und "jedes lebendige Wesen von allem Fleische, das auf Erden ist." (1.Mose 9,1.16) |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | (a) Vermehren und "die Erde füllen" (1.Mose9,1-9) |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | (a) Keine weitere Flut dieses Ausmasses (1.Mose 8,21; 1.Mose 9,11) (b) Erhaltung der natürlichen Jahreszeiten (1.Mose 8,22) (c) Auftragswiederholung zur Mehrung (1.Mose 9,1) (d) Auftragswiederholung zum Herrschen über alle Geschöpfe der Erde (1.Mose 9,2) (e) Erlaubnis zum Verspeisen von Tieren, nicht aber deren Blut (1.Mose 9,4) (f) Erlaubnis zum Töten von Mördern (1.Mose 9,5-6) (g) Prophetische Zusagen zu seinen drei Söhnen (1.Mose 9,25-27): =>Sem als "Vorgänger" des Messias =>Japhet steht für die Dominanz heidnischer Reiche |
Der Noah-Bund ist die "Verfassung" der "Haushaltung der Menschlichen Verwaltung"!
Der Abraham-Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Unbedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | Im Anschluss an den Tod Tarahs (1.Mose 11,32) |
| Ende: | |
| Vertragspartner: | Abram |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | - |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | (a) Sara wird einen Sohn gebären, aus ihr werden Nationen und Könige von Völkern hervorkommen (1.Mose 17,16) (b) Persönlicher Segen (1.Mose 13,14-15.17; 15,6.18; 1.Mose 24,34-35; Joh.8.56) Sein Name wird groß sein (1.Mose 12,2) Er selbst wird zum Segen sein (1.Mose 12,2) Die Verheißung, dass ein großes Volk (durch Jakob/Israel) entstehen wird (1.Mose 12,2) Dieses Volk wird das Land besitzen (1.Mose 12,7; 1.Mose 13,15; 1.Mose 15,18-21; 1.Mose 17,7-8) In ihm werden "Geschlechter der Erde" (1.Mose 12,3) Wer ihm fluchen wird, ist verflucht, wer ihn segnet, ist gesegnet (1.Mose 12,3) |
Der Abraham-Bund ist die "Verfassung" der "Haushaltung der Verheissung / der Patriarchen". Er ist noch weitgehend unerfüllt, die abschliessende Erfüllung wird das "Tausendjährige Reich" sein.
Der Mose-Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Bedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | Gesetzgebung auf dem Berge Sinai (2.Mose 20,1) |
| Ende: | "Ablösung" in 5.Mose 28 Erfüllung des Gesetzes am Kreuz (Röm.10,4; 2.Kor.3,11-14; Gal.3,19.25) |
| Vertragspartner: | Das Volk (Israel) |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | (a) Allgemeine Anordnungen Gottes (2.Mose 20,1-26) (b) Die Gerichtsbarkeit (2.Mose 21,1 - 2.Mose 24,11) (c) "Religiöse" Verordnungen (2.Mose 24,12 - 2.Mose 31,18) Das Opfersystem war gleichermaßen Zeichen der Gnade und Gerichtsbarkeit
|
| Vertragsinhalt (Zusagen): | Er wird mit Israel sein und ihnen nicht den Garaus machen (siehe auch Jer.30,11) |
Der Land-Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Unbedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | 5.Mose 30,1-10 |
| Ende: | - |
| Vertragspartner: | Das Volk (Israel) |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | (a) Freie Entscheidung zwischen Segen und Fluch (5.Mose 30,1) (b) Um in den Genuss zu kommen ist Umkehr und unbedingter Gehorsam erforderlich (5.Mose 30,2) |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | (a) Befreiung aus der Gefangenschaft und Erbarmen (5.Mose 30,3) (b) Sammeln des Volkes aus allen Völkern (5.Mose 30,3-4) (c) Gott wird Israel in ihr Land bringen, es sie besitzen lassen und sehr mehren (5.Mose 30,5) (d) Beschneidung ihrer Herzen, damit sie ihn mit ganzem Herzen und ganzer Seele lieben um sie am Leben zu erhalten (5.Mose 30,6) (e) Gott wird die Flüche von Israel auf ihre Feinde übertragen (5.Mose 30,7) (f) Sie werden "umkehren und der Stimme Jehovas gehorchen, und werden alle seine Gebote tun" (5.Mose 30,8) Gott wird ihnen "Überfluss geben bei allem Werke seiner Hände, an der Frucht seines Leibes und an der Frucht seines Viehes und an der Frucht seines Landes, zur Wohlfahrt" (5.Mose 30,9) (g) Jehova wird sich wieder über sie freuen zum Guten (5.Mose 30,9) |
Der "Land-Bund" beinhaltet zudem:
- die Zerstreuung wegen Unglauben und Ungehorsam (1.Mose 15,13; 5.Mose 28,63-68)
- Zeiten der Buße und Wiederherstellung (5.Mose 30,2)
- Die Sammlung Israels (5.Mose 30,3; Jer.23,8; 30,3; Jer.31,8; Hes.39,25-29; Amos 9,9-15; Apg.15,14-17)
- Israels Rückführung in ihr Land (Jes.11,11-12; Jer.23,3-8; Hes.37,21-25; Amos 9,9-15)
- Ihr geistlicher Gesinnungswandel, gefolgt von Wiederherstellung (Hos.2,14-16; Röm.11,26-27)
- Endgültige Sicherheit und Wohlstand als Nation (Amos 9,11-15)
- Endgültiges Gericht für ihre Widersacher (Jes.14,1-2; Joel 3,1-8; Matth.25,31-46)
Weitere Stellen zu der Beziehung zwischen Gott und Israel:
| Hes.16,1-7 | Gott liebt sein Volk |
| Hes.16,8-14 | auserwählt, geheiratet, Ehefrau |
| Hes.16,15-34 | Hure |
| Hes.16,35-52 | Zerstreuung |
| Hes.16,53-63 | Wiedergeburt |
Der Land-Bund ist voll gültig und wird im "Tausendjährigen Reich" erfüllt werden.
Der David-Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Unbedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | 2.Sam.7,11-16; 1.Chron.17,10-14 |
| Ende: | - |
| Vertragspartner: | David |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | (a) Wenn Zucht erforderlich ist, wird die Herrschaft durch Davids Nachkommen unterbrochen (2.Sam.7,11-16; Psalm 89,20-37), jedoch ohne den Bund aufzulösen |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | (a) Eine ewige Folge von Thronfolgern (1.Chron.17,14) (b) Ein ewiges Königtum (2.Sam.7,16; Her.33,21; Dan.7,14) (c) Ein ewiger Thron (2.Sam.7,16; Psalm 89,36) (d) David wird in Christi Königtum über Israel herrschen (Hes.34,23-24; 37,24) |
Der Neue Bund
| Art:xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx | Unbedingter Bundxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx |
| Beginn: | Jer.31,31-33 |
| Ende: | Erfüllung im "Tausendjährigen Reich" |
| Vertragspartner: | "Haus Israel" und "Haus Juda" (Jer.31,31) |
| Vertragsinhalt (Verantwortung): | - |
| Vertragsinhalt (Zusagen): | (a) Gott wird sein Gesetz in ihr Inneres legen und es auf ihr Herz schreiben (Jer.31,33; Hes.36,27) (b) Er wird ihr Gott und sie sein Volk sein (Jer.31,33) (c) Jeder einzelne wird ihn erkennen (Jer.31,34) (d) Er wird ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken (Jer.31,34) (e) Israel wir mit Segnungen überschüttet (Jer.32,41; Hes.34,25-27) (f) Das Heiligtum wird wieder erbaut (Hes.37,26-28) |
Der Neue Bund ist die "Verfassung" des "Tausendjährigen Reiches"!
Die Engel
Die Gattung der Engel
Nach Gottes Wort sind Engel Wesen, die schon lange vor dem Menschen in großer Anzahl geschaffen wurden. Wie der Mensch verfügen sie ebenfalls über Persönlichkeit und besitzen große Intelligenz und Moralempfinden.
Der Begriff "Engel" bedeutet "Bote", deshalb wird der Begriff "Engel" auch oftmals (außerhalb der Gattung "Engel") für Menschen benutzt, die die Aufgabe eines "Botschafters" wahrnehmen:
- der "Engel der Versammlung" aus den Sendschreiben (Offb.1,20;2,1.8.12.18;3,1.7.14)
- die "Boten des Johannes" (Luk.7,24)
- die "Engel", die bei Rahab Zuflucht fanden (Jak.2,25).
Darüber hinaus wird der Begriff für den Geist Verstorbener (Matth.18; Apg.12) eingesetzt, daraus wir fälschlicherweise oft abgeleitet, dass Christen nach dem Heimgang zu Engeln werden.
Wir alle kennen auch den Begriff des "Engel Jehovas", der im Alten Testament als Beschreibung Christi verwendet wird und einen Botschafter Gottes an den Menschen zeigt. Beispiele finden wir in 1.Mose 1,16; 21,17-19; 22,11-16.
Daraus erkennen wir, dass "Engel" nicht ausschließlich die Gattung der erstgenannten Wesen beschreibt, sondern als "Gattungsbegriff Gesandter" bedeutet.
Wir wollen uns aber ausschließlich mit den geschaffenen Wesen "Engel" beschäftigen, den "dienstbaren Geistern" Gottes (Hebr.1,14).
Entgegen dem Menschen wurden sie nicht sukzessive durch Fortpflanzung geschaffen, sind aber dennoch unzählbar (Hebr.2,22;Offb.5,11). Darüber hinaus sind sie nicht sterblich oder werden aufhören zu existieren. Oft unterschätzen wir ihre Eigenschaften, die sie aber zweifelsohne besitzen (Intelligenz, Moralverständnis, Sensibilität und die Fähigkeit, Gott zu loben wie in Psalm 148,2. Letztendlich sind sie für ihren Dienst und ihre moralischen Entscheidungen verantwortlich.
Sie sind keine körperlichen Wesen sondern geistige, wie es auch in 1.Kor.15,44 Verwendung findet, auch wenn sie zeitweise auf dieser Erde die menschliche Gestalt annehmen (Matth.28,3; Offb.15,6; Offb.18,1).
Grundsätzlich unterscheiden sich Engel wie auch Menschen durch eine wesentliches Merkmal. Es gibt "nicht gefallene Engel" (gleich dem "Menschen Gottes") und gefallene Engel" (analog zu dem Menschen in Sünde). Erstgenannte haben sich ihre Heiligkeit erhalten.
Bei allen Übereinstimmungen und Ähnlichkeiten, die Engel mit dem Menschen haben, bestehen doch wesentliche Unterschiede, die wir untersuchen möchten.
Die "nicht gefallenen Engel"
Diese sich in Heiligkeit erhaltenen Engel können ihren Dienst für Gott weiter ausüben und werden z.T. mit besonderen Titeln versehen:
- Wir kennen sicher Michael den Erzengel, der als Fürst über heilige (also heilig erhaltenen) Engel gesetzt ist (Dan.10,21). Er ist Sinnbild des Kämpfers für das Gute (Offb.12; 1.Thess.4,16; Jud.9; Offb.12,7-10).
- Gabriel (der "Held Gottes") wurde mit wichtigen Botschaften zu einzelnen Menschen geschickt: Daniel (Dan.8,16;Dan.9,21), Zacharias (als "Gabriel, der vor Gott steht": Luk.1,18-19), auch wandte sich Gabriel an die Jungfrau Maria (Luk.1,26-38).
- Viele Engel haben keinen konkreten Namen, werden aber erwählte Engel genannt (1.Tim.5,21). Wie Christen (wie z.B. in Mark.13,27) gibt es auch erwählte Engel.
- Die Begriffe Fürstentümer und Gewalten beinhalten gefallene und nicht gefallene Engel gleichermaßen. Diese Begriffe finden wir in Luk.21,26; Röm.8,38; Eph.1,21; 3,10; Kol.1,16; 2,10.15; 1.Petr.3,22.
- Einige Engel werden auch Cherubim genannt, die Gottes Heiligkeit vor jeglicher Schändigung (1.Mose 3,24; 2.Mose 25,18.20; Hes.1,1-28). Satan, Anführer der gefallenen Engel, wurde ursprünglich für eben diesen Zweck geschaffen (Hes.28,14). Abbilder von Cherubim finden wir im Beispiel der Cherubim, die die Bundeslade mit den Flügeln bedecken (2.Mose 25,20) und in dem Allerheiligsten in der Stiftshütte und im Tempel (1.Kön.6,27).
- An nur einer Stelle finden wir Seraphim Sie werden uns mit drei Flügelpaaren geschildert, haben als Aufgabe den Lobpreis Gottes und werden als Botschafter für diese Erde eingesetzt.
- Den zuvor genannten Begriff Engel Jehovas finden wir in erster Linie im Alten Testament, es handelt sich hierbei um Begebenheiten, in denen Christus in Menschenperson wirkte. Somit handelt es sich ausschließlich um eine Bezeichnung als Engel, da es sich bei der Person Jesu Christi um eine Person Gottes handelt. Beispiele finden wir in 1.Mose 18,1-19,29; 22,11.12; 31,11-13; 32,24-32; 48,15-16; Jos.5,13-15; Richt.13,19-22; 2.Kön.19,35; 1.Chron.21,12-30; Psalm 34,7. Die deutlichste Unterscheidung zwischen dem "Engel Jehovas" und Engelswesen finden wir in Hebr.1,4-14.
Die "gefallenen Engel"
Im Gegensatz zu den Engeln die heilig gebliebenen sind, gibt es eine Vielzahl Engel, die ihren "ersten Zustand verlassen" haben (Jud.6). Angeführt von Satan, der ursprünglich ebenfalls ein heiliger Engel war, rebellierten viele Engel gegen Gott selbst und wurden in ihrer Natur sündig und nicht mehr für gottgemäßen Dienst zu verwenden.
Namentlich wird uns von diesen gefallenen Engeln nur Satan genannt.
Die Gruppe der gefallenen Engel werden ebenfalls unterteilt: in gebundene und ungebundene Engel.
Es ist wahrscheinlich, dass Satan bei Seinem Fall (Joh.8,44) viele Engel "mitriss". Einige von diesen erwarten gekettet ihr Gericht (1.Kor.6,3; 2.Petr.2,4; Judas 6). Die anderen sind Dämonen oder betrügerische Geister, auf die wir im Neuen Testament viele Verweise finden (Mark.5,9.15; Luk.8,30; 1.Tim.4,1). Letztere unterstützen Satan bei seinen bösen Unternehmungen und teilen sein Schicksal (Matth.25,41; Offb.20,10).
Der Dienst der Engel
In den meisten Bibelstellen über Engel finden wir auch Angaben zu ihrem Aufgabenfeld.
In erster Linie wurden sie für den Lobpreis Gottes geschaffen, den wir am beeindruckendsten in Offb.4,8 finden, wo sie "Tag und Nacht nicht aufhören zu sagen: Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt!". Diesen Gedanken finden wir auch in Psalm 103,20 und Jes.6,3.
Grundsätzlich finden wir mehrere verschiedene Dienste von Engeln im Wort Gottes.
- Engel waren bei der Schöpfung anwesend (Hiob 38,7), bei der Gesetzgebung (Apg.7,53; Gal.3,19; Hebr.2,2; Offb.22,16), zur Geburt Christi (Luk.2,13), bei Seiner Versuchung (Matth.4,11), bei Seinem Gebet im Garten Gethsemane (Luk.22,43), bei Seiner Auferstehung (Matth.28,2); Seiner Himmelfahrt (Apg.1,10), auch werden Engel bei dem zweiten Kommen Jesu Christi anwesend sein (Matth.24,31; 25,31; 2.Thess.1,7).
- Auch sind Engel "ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche die Seligkeit ererben sollen" (Hebr.1,14; Psalm 34,7; 91,11). Auch wenn wir diesen andauernden Dienst nicht wahrnehmen, sollten wir für ihn dankbar sein.
- Die Engel schauen und bezeugen die Vorgänge auf der Erde (Psalm 103,20; Luk.12,8.9; 15,10; 1.Kor.11,10; 1.Tim.3,16; 1.Petr.1,12; Offb.14,10).
- Lazarus wurde von Engeln in den Schoß Abrahams getragen (Luk.16,22).
- Neben den in vergangenen Zeiten wahrgenommenen Aufgaben werden die Engel augenscheinlich bei dem zweiten Kommen Jesu Christi mit auf die Erde kommen und werden auch im "Neuen Jerusalem" dienen (Hebr.12,22-24; Offb.19,14; 21,12). Die "heilig erhaltenen" Engel werden zugleich mit den gefallenen Engeln (die dann in den Feuersee geworfen werden) belohnt/gerichtet.
Der uns in Gottes Wort geschilderte Dienst der Engel ist eine große Hilfe, Gottes Wege der Liebe und Souveränität durch die Zeitalter zu verstehen.
Satan: Wesen, Wirken und Zukunft
Einleitung
Satan wurde ursprünglich als das höchste Wesen über allen anderen Wesen geschaffen. Dennoch ist sein Status als geschaffenes Wesen nicht mit den Personen Gottes vergleichbar.
Satan wollte aber sein wie Gott, gab seine heilige Stellung auf und wurde ein Widersacher Gottes und Anführer der gefallenen Engel.
Satan: Sein Wesen
Auch wenn uns Satan in Gottes Wort nicht umfassend als Person beschrieben wird, können wir doch aus den vorhandenen Hinweisen viele Eigenschaften ableiten:
Satan wurde als Person erschaffen
Viele Aussagen finden wir in Kol.1,16.17:"Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn geschaffen. Und er ist vor allen, und alle Dinge bestehen zusammen durch ihn".
Wie alle lebendigen Wesen wurde auch Satan von Christus und für Christus geschaffen. Zu dem Zeitpunkt der Erschaffung Satans finden wir in Gottes Wort keine verbindlichen Angaben, dass aber über ihn als einziger Engel Aussagen zu den Umständen seiner Erschaffung getroffen werden, zeigt uns seine bevorzugte Stellung.
Zweifelsohne erkennen wir in Hes.28,11-19 anhand der Schilderung über den "König von Tyrus eine Darstellung der traurigen "Karriere" Satans: Und das Wort Jehovas geschah zu mir also: Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus und sprich zu ihm: So spricht der Herr, Jehova: Der du das Bild der Vollendung warst, voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit, du warst in Eden, dem Garten Gottes; allerlei Edelgestein war deine Decke: Sardis, Topas und Diamant, Chrysolith, Onyx und Jaspis, Saphir, Karfunkel und Smaragd und Gold. Das Kunstwerk deiner Tamburine und deiner Pfeifen war bei dir; an dem Tage, da du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet. Du warst ein schirmender, gesalbter Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berge, du wandeltest inmitten feuriger Steine. Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen worden, bis Unrecht an dir gefunden wurde. Durch die Größe deines Handels wurde dein Inneres mit Gewalttat erfüllt, und du sündigtest; und ich habe dich entweiht vom Berge Gottes hinweg und habe dich, du schirmender Cherub, vertilgt aus der Mitte der feurigen Steine. Dein Herz hat sich erhoben ob deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht wegen deines Glanzes; ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen. Durch die Menge deiner Missetaten, in der Unrechtlichkeit deines Handels, hast du deine Heiligtümer entweiht; darum habe ich aus deinem Innern ein Feuer ausgehen lassen, welches dich verzehrt hat, und ich habe dich zu Asche gemacht auf der Erde vor den Augen aller derer, die dich sehen. Alle, die dich kennen unter den Völkern, entsetzen sich über dich; ein Schrecken bist du geworden, und bist dahin auf ewig!"
Satan war als chirmender Cherub auf Gottes heiligem Berge eingesetzt, dem sinnbildlichen Zentrum des Regierungswirkens Gottes. Das schließt aus, dass es sich bei dem "König von Tyrus" um einen Menschen handelt.
Satan handelt als Person
Viele Beispiele in der Bibel zeigen uns das Wirken Satans als Person:
- Wenn wir Jesaja 14,12-17 untersuchen, erkennen wir ihn als "Sohn der Morgenröte": "Wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! zur Erde gefällt, Überwältiger der Nationen! Und du, du sprachst in deinem Herzen: Zum Himmel will ich hinaufsteigen, hoch über die Sterne Gottes meinen Thron erheben, und mich niedersetzen auf den Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will hinauffahren auf Wolkenhöhen, mich gleichmachen dem Höchsten. Doch in den Scheol wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube. Die dich sehen, betrachten dich, schauen dich an: Ist das der Mann, der die Erde beben machte, Königreiche erschütterte; der den Erdkreis der Wüste gleich machte und dessen Städte niederriß, dessen Gefangene nicht in die Heimat entließ?". Er, der "Überwältiger der Nationen" wollte sich "gleichmachen dem Höchsten", was ihm seine Heiligkeit nahm und der "Sohn der Morgenröte" wurde in Folge "zur Erde gefällt".
- Einen weiteren Hinweis finden wir in 1.Mose 3,15, wo Satan Schlange genannt wird. Zweifelsohne handelt es sich dabei nicht nur um eine Umschreibung sondern um eine reale Erscheinungsform. Der Begriff Schlange steht seitdem (neben "Drache") als ein Synonym Satans:
- "Ich fürchte aber, daß etwa, wie die Schlange Eva durch ihre List verführte, auch euer Sinn verderbt und abgewandt werde von der Einfalt gegen den Christus" (2.Kor.11,3.13-15).
- "Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt, geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen" (Offb.12,9).
- "Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche der Teufel und der Satan ist; und er band ihn tausend Jahre, und warf ihn in den Abgrund und schloß zu und versiegelte über ihm, auf daß er nicht mehr die Nationen verführe, bis die tausend Jahre vollendet wären" (Offb.20,2.3).
- Darüber hinaus beschreibt uns die Bibel Satan auch als brüllenden Löwen (1.Petr.5,8) und Engel des Lichts (2.Kor.11,13-15).
- Verschiedene Stellen zeigen uns, dass Satan Zugang zu Gott (Luk.22,31; Offb.12,19) wie auch zu Menschen (Eph.6,10-12; 1.Petr.5,8) hat.
- In den Schilderungen aus Luk.4,1-13 wird deutlich, dass Satan über Besitz verfügt (auch wenn ihm der Besitz nur gelassen wird). Er wollte werden "wie der Höchste" (Jes.12,14), hatte den Menschen mit diesem Ziel "geködert" (1.Mose 3,5) und ihn durch den Sündenfall unterworfen. Jesus Christus lehnte die Zurückgewinnung der Macht zum Preis seiner Unterwerfung unter Satan ab (Luk.4,5-8), deshalb ist "der Geist des Antichrists" existent (1.Joh.4,3; 2.Thess.2,8-10).
- Einen weiteren Gedanken finden wir in Eph.6,10-12: Als Söhne Gottes werden wir durch Satan attackiert und Satan versucht mit vielen Mitteln, uns zu Fall zu bringen und einen Teil von uns wieder unter seinen Einfluss zu bringen. Bei ungläubigen Menschen versucht er dies nicht, da sie ohnehin seiner Autorität unterstehen (Joh.8,44; Eph.2,2; 1.Joh.5,19).
Satans Macht
Auch wenn Satan gefallen ist und durch das Kreuz Christi besiegt wurde (Joh.12,31; 16,1; Kol.2,15), hat er dennoch nicht gleichermaßen seine Position und seine Macht und Kraft verloren. Seine persönliche Kraft und Macht unterteilen wir in zwei Bereiche:
Seine persönliche Stärke ist nach wie vor groß
Gemäß seiner Aussage, der Gottes Wort nicht wiederspricht, sind ihm Gewalt und Herrlichkeit der aller Reiche des Erdkreises gegeben, (Luk.4,6). Die gleiche Bibelstelle zeigt uns, dass er sie dem übergeben kann, dem er will.
Darüber hinaus hatte Satan nach Hebr.2,14 die "Macht des Todes", doch wurden die "Schlüssel des Todes und des Hades" von Jesus Christus durch sein Opfer auf Golgatha erkauft (Offb.1,18).
Wenn wir Satans Einfluss (soweit von Gott gewährt) auf uns untersuchen, erkennen wir in Hiob 2,7, Luk.22,31 und 1.Kor.5,5 deutliche Hinweise.
In Jes.14,12-17 finden wir eine weitere Schilderung seines machtvollen Wirkens auf dieser Erde:
- er "machte die Erde beben"
- er "erschüttere Königreiche"
- er "machte den Erdkreis der Wüste gleich"
- er "riß Städte nieder"
- er "entließ Gefangene nicht in die Heimat"
Selbst Michael der Erzengel "wagte nicht ein lästerndes Urteil über ihn zu fällen, sondern sprach: Der Herr schelte dich!" (Jud.9).
Trotz aller Macht und böser Motivation dürfen wir als Bluterkaufte wissen,
- dass wir durch die "Waffenrüstung Gottes" durchaus "zu bestehen vermögen wider die Listen des Teufels" (Eph.6,10-12) Und das selbst im Kampf gegen "die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern"!
- dass wir "aus Gott sind" und haben dadurch "die falschen Propheten überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist." (1.Joh.4,4)
- dass wir im Werk Christi ruhen dürfen, wir haben Satan und seine Gefolgschaft "überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes des Zeugnisses willen" (Offb.12,11).
Er wird durch gefallene Engel begleitet/unterstützt
Als "Anführer" der gefallenen Engel und Dämonen findet er in ihnen willige Diener. Da er im Gegensatz zu Gott nicht allgegenwärtig ist, diesen sie ihm zudem auch als Informationszuträger.
Insbesondere Dämonen werden uns in der Bibel als wesentlicher Baustein der Kontrolle Satans über die Erde geschildert. Ihr Wirken auf der Erde geschieht in seinem Auftrag (Mark.5,9). Sie sind in der Lage, unter ihren Einfluss geratene Tiere wie Menschen zu kontrollieren (Mark.5,2-5.11-13). Seine Vorliebe gilt auch dem Wirken durch sichtbare Wesen (Matth.12,43-44; Mark.5,10-12).
Sie nehmen oftmals nur Einfluss auf Menschen, andere Beispiele zeigen uns umfassende Inbesitznahme des Menschen (Matth.4,24; 8,16.28.33; 9,32; 12,22).
Wie Satan auch, sind sie durch und durch verdorben und beeinflussen den "besessenen" Menschen dahingehend (Matth.8,28; 10,1; Mark.1,23; 5,3-5; 9,17-26; Luk.6,18; 9,39-42).
Auch wenn sie in vielen Fällen ihr Wissen um die Gottheit Jesu Christi zeigen (Matth.8,28-32; Mark.1,23-24; Apg.19,15; Jak.2,19), unterwerfen sie sich ihm nicht.
Wie Satan auch wissen sie um ihre Zukunft der "ewigen Qual" (Matth.8,29; Luk.8,31) und quälen in Besitz genommene Menschen auf vielfältige Weise (Matth.12,22; 17,15-18; Luk.13,16) bis hin zum Wahnsinn (Mark.5,2-13).
Als Warnung für uns Christen sollte 1.Tim.4,1-3 gelten: "indem sie achten auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen, die in Heuchelei Lügen reden und, die betreffs des eigenen Gewissens wie mit einem Brenneisen gehärtet, verbieten zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten, welche Gott geschaffen hat zur Annehmung mit Danksagung"!
Lasst uns nicht denken, als Christen seien wir nicht Versuchen der Beeinflussung durch Dämonen ausgesetzt (Eph.6,12; 1.Tim.4,1-3)! Lasst uns aber ebenfalls nicht übersehen, dass der uns innewohnende Heilige Geist uns warnen wird und wir durch das vollbrachte Werk Christi auf Golgatha gewappnet sein können. Nicht nur gewappnet, wir sind mit der Waffenrüstung Gottes in der Lage zu "widerstehen" und "alle feurigen Pfeile des Bösen auszulöschen" (Eph.6,10.16!
Ist es nicht ein Trost: selbst Satan und seine Engel "bestehen durch Ihn" und "Er ist vor allen"(Kol.1,17). Satan kann trotz aller Macht und Unterstützung durch sein Heer nur das tun, was die Duldung Gottet besitzt!
Satans Wirken und Zukunft
Wir haben festgestellt, dass Satan ein Wesen mit großer (wenngleich auch nicht unumschränkter) Macht ist. Diese Macht verstärken als treue Vasallen die gefallen Engel und Dämonen, die sich ihm angeschlossen haben.
Das Wirken Satans
Grundlegende Aussagen über das Wirken Satans finden wir in dem Beispiel des Königs von Tyrus (Jes.14,12-17). Wir erkennen darin Angaben zu seiner Motivation und Gesinnung gleichermaßen!
Motivation des Wirkens Satans
Satan ist, wie in obigem Beispiel erkannt, primär von dem Wunsch getrieben, Gott gleich zu sein und ihm seine Macht streitig zu machen. Sein Ego brachte ihn zu Fall und er findet darin einen wirkungsvollen Anknüpfungspunkt in uns. Adam und Eva kamen auch durch den Gedanken zu Fall, Gott wolle ihnen etwas vorenthalten (1.Mose 3,5). Auch in uns birgt sich die Gefahr, Satan selbstfokussiert und unabhängig das Ohr zu leihen!
Dieses Vergehen ist durch den Fall den Menschen in jedem und uns und wir wurden zu "Kindern des Zorns" (Eph.2,3; 5,6; Röm.1,18) welche eine Wiedergeburt nötig haben (Joh.3,3) und Gott untertan werden!
Seine grenzenlose Anmaßung und seine Egozentrik werden in dem Beispiel aus Luk.4,5-7 deutlich, wo er Gott den Sohn zur Anbetung Satans führen möchte.
Satan wird derjenige sein "welcher widersteht und sich selbst erhöht über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, daß er Gott sei." (2.Thess.2,3-4). Diese Verehrung als Gott (Dan.9,27; Matth.24,15; Offb.13,4-8), das Ziel all seines Strebens, geschieht auch mit (kurzfristiger) Duldung Gottes.
Gesinnung des Wirkens Satans
Untersuchen wir die Angabe aus Jes.14,17, so erkennen wir, dass ihm an nichts weniger liegt als an seiner eigenen Entmachtung durch Freigabe der ihm unterjochten Seelen. Ungeachtet der Unvermögens, Menschen unter den Wirkungsbereich Christi zu entlassen, ihm sein Antrieb die Sicherung seiner eigenen Macht (Kol.1,13).
Sein Ansatz ist vielfach die Motivation des Menschen zum Ungehorsam (Eph.2,2) und versucht, dass verlorene Seelen nicht vom Licht des Evangeliums erreicht werden (2.Kor.4,3-4) und aus der "Welt, die im Bösen liegt" (1.Joh.5,19) gerettet werden.
Ein weiterer Zug der Gesinnung Satans ist, dass er Gott in dem Wunsch "dem Höchsten" gleich zu sein (Jes.14,14) nachahmt. Wir erkennen das beispielsweise in der Unterstützung von Menschen und Institutionen, die eine religiöse Form haben (1.Tim.4,1-3; 2.Kor.11,13-15), ohne Christus als Haupt zu akzeptieren. Die Lehrgrundlagen basieren meist auf einigen ausgewählten Bibelstellen, die jedoch nicht die Erfordernis des Blutes Christi als Gegenstand haben.
Satans Streben richtet sich in erster Linie gegen Gott selbst, es geht ihm dabei nicht um ein Wirken gegen Ungläubige. Auch das Wirken gegen gläubige Christen richtet sich nicht in erster Linie gegen sie selbst! Sein Wirken soll uns von treuer Nachfolge mit Frucht für Gott abhalten.
Die Zukunft Satans
Neben den detaillierten Angaben zu Satans Abstammung werden uns auch konkrete Angaben zu seiner Zukunft gegeben.
Gottes Wort zeigt uns Schritte des Gerichts Satans:
- Satans moralischer Fall, der ihn von Gott trennte, wird uns in Gottes Wort berichtet (Hes.28,15; 1.Tim.3,16), auch wenn der Zeitpunkt nicht genau definiert wird. Dabei verlor er jedoch nicht seine Position im und seinen Zugang zum Himmel oder seine Macht.
- Satans wesentliche Entmachtung erfolgte durch das Werk Christi auf Golgatha (Joh.12,31; 16,11; Kol.2,14-15), auch wenn Ausführung erst zukünftig erfolgen wird.
- Satans wird in der Mitte der Drangsalszeit infolge des Krieges im Himmel aus dem Himmel verbannt werden. Seine Macht und sein Verbleib ist von dann an auf die Erde beschränkt. Dies wird ihn in rasende Wut versetzen, da er weiß, dass ihm nur noch wenig Zeit des Wirkens bleibt (Offb.12,7-12; Luk.10,18).
- Satan wird für die Dauer des 1000jährigen Reiches gebunden in den Abgrund geworfen und es wird hinter ihm verschlossen und versiegelt, später wird er "eine kleine Zeit" (Offb.20,1-3.7) gelöst werden. Ziel dieses "Wegschließens" ist, Satans an jeglicher Aktivität gegenüber anderen zu hindern.
- Satans letztes Bemühen wird zugleich sein Untergang sein. Die in der "kleinen Zeit" gesammelten Gefolgsleute wird er in einen offenen Aufstand gegen Gott anführen, jedoch final besiegt werden. Infolge dieses Aufstands gegen Gott wird er mit seinen Gefolgsleuten in den Feuersee geworfen "und sie werden Tag und Nacht gepeinigt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit" (Offb.20,10).
Der Mensch
Als Menschen befinden wir uns inmitten eines wunderbaren Universums und sind die höchsten körperlichen Wesen der Schöpfung.
Es ist nur natürlich, wenn wir unsere Entstehung und unsere Entwicklung zu ergründen wünschen. Gottes Wort gibt uns in vielen Bibelstellen Angaben dazu.
Mensch: Seine Erschaffung
Zur der Erschaffung des Menschen bestehen neben den klaren Aussagen der Bibel viele Theorien, allen voran die Evolutionstheorie, die das Geschöpf Mensch als Produkt einer langen unkontrollierten Entwicklungsphase sieht. Ganz anders Gottes Wort, das uns eine große planerische Betätigung aus Liebe zu uns schildert.
Erschaffen als Geschöpf
Die Evolutionstheorie lehrt uns, dass wir das Resultat einer Vervollkommnung von Affen sind. Eine recht traurige Historie.
Vergleichen wir dazu einmal 1.Mose 1,26-27 mit 1.Mose 1,21.24.25:
- "Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen in unserem [Gottes] Bilde, nach unserem Gleichnis; und sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn; Mann und Weib schuf er sie."
- "Und Gott schuf die großen Seeungeheuer und jedes sich regende, lebendige Wesen, wovon die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alles geflügelte Gevögel nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. [...] Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendige Wesen nach ihrer Art: Vieh und Gewürm und Getier der Erde nach seiner Art! Und es ward also. Und Gott machte das Getier der Erde nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art, und alles was sich auf dem Erdboden regt, nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war."
Der Schöpfer von Himmel und Erde, der zugleich auch die Bibel inspiriert hat, legt also Wert auf die folgende Unterscheidung:
- Gott formte den Menschen direkt aus Erde zu einem Abbild Gottes und ausdrücklich "in seinem Bilde"!
- Gott schuf die Tiere nach ihrer Art, also nicht nach seinem Bilde.
Lesen wir neben 1.Mose 1,1-2,25 auch Joh.1,3, Kol.1,16, Hebr.11,3, so erkennen wir eindeutig unseren "Ursprung"!
Wir finden durchgängig Hinweise in Gottes Wort, dass wir als Teil der Schöpfung ohne "Vorformen" geschaffen wurden:
- "Denn in sechs Tagen hat Jehova den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles was in ihnen ist, und er ruhte am siebenten Tage; darum segnete Jehova den Sabbathtag und heiligte ihn." (2.Mose 20,11)
- "Wenn ich anschaue deinen Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der Mensch, daß du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, daß du auf ihn achthast? Denn ein wenig hast du ihn unter die Engel erniedrigt; und mit Herrlichkeit und Pracht hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt" (Psalm 8,3-6)
- "Er aber antwortete und sprach [zu ihnen]: Habt ihr nicht gelesen, daß der, welcher sie schuf, von Anfang sie Mann und Weib schuf und sprach: Um deswillen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und es werden die zwei ein Fleisch sein" (Matth.19,4f)
- "von Anfang der Schöpfung aber schuf sie Mann und Weib." (Mark.10,6-7)
- "Und er selbst, Jesus, begann ungefähr dreißig Jahre alt zu werden, und war [...] des Enos, des Seth, des Adam, des Gottes." (Luk.3,23.38)
Wir erkennen in diesen Bibelstellen einen ganz anderen "Stammbaum" als in menschlichen Theorien außerhalb der Schöpfung dargestellt! Gott krönte seine Schöpfung mit dem Menschen und setzte ihn ein um über diese Erde zu herrschen:
- "Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan; und herrschet über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf der Erde regt!" (1.Mose 1,28).
Die materielle und immaterielle Natur des Menschen
Wir haben untersucht, dass menschliche Geschöpfe äußerlich als Gottes Ebenbild geschaffen wurde. Gott selbst hauchte dem Menschen aber auch den "Odem des Lebens" (1.Mose 2,7) in die Nase. Das adelt den Menschen vor allen anderen Geschöpfen dieser Erde!
Gott hat uns also nach 1.Mose 2,7 materiell ("aus dem Staub") und immateriell ("hauchte in seine Nase den Odem des Lebens") geschaffen. Diese Sicht finden wir auch in 2.Kor.4,16 ("Deshalb ermatten wir nicht, sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert.") und 2.Kor.4,7 ("Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, auf daß die Überschwenglichkeit der Kraft sei Gottes und nicht aus uns").
Während der Körper nach dem Tod zum Staube zurückkehrt, werden Geist und Seele zu dem zurückkehren, der sie gegeben hat ("...und der Staub zur Erde zurückkehrt, so wie er gewesen, und der Geist zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat": Pred.12,7). Da Geist und Seele unsterblich sind, kann auch nur der Körper getötet werden (Matth.10,28).
Beschreibt Gottes Wort denn immateriellen Teil des Menschen, verwendet er wechselseitig die Begriffe Geist und Seele:
| "Und es geschah am Morgen, da war sein Geist voll Unruhe" (1.Mose 41,8) | "Mein Gott, es beugt sich nieder in mir meine Seele" (Psalm 42,6) |
| "Jetzt ist meine Seele bestürzt, und was soll ich sagen?" (Joh.12,27) | "Als Jesus dies gesagt hatte, ward er im Geiste erschüttert" (Joh.13,21) |
| "sondern ihr seid gekommen [...] zu den Geistern der vollendeten Gerechten" (Hebr.12,23) | "Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, welche geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen" (Offb.6,9) |
An anderen Stellen werden ausdrücklich Geist, Seele oder Leib voneinander unterschieden:
- "Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und euer ganzer Geist und Seele und Leib werde tadellos bewahrt bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus" (1.Thess.5,23)
- "Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist" (Hebr.4,12)
Geist und Seele wird in der Bibel eine deutlich höhere und wesentlichere Wertigkeit zugemessen als dem Leib als solchem:
- "Denn was wird es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewönne und seine Seele einbüßte? Denn was wird ein Mensch als Lösegeld geben für seine Seele?" (Mark.8,36-37)
- "Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstande und aus deiner ganzen Kraft" (Mark.12,30)
- "Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist hat frohlockt in Gott, meinem Heilande" (Luk.1,46)
- "auf daß wir durch zwei unveränderliche Dinge [...] die wir Zuflucht genommen haben zum Ergreifen der vor uns liegenden Hoffnung, welche wir als einen sicheren und festen Anker der Seele haben, der auch in das Innere des Vorhangs hineingeht" (Hebr.6,18-19)
- "Deshalb leget ab alle Unsauberkeit und alles Überfließen von Schlechtigkeit, und empfanget mit Sanftmut das eingepflanzte Wort, das eure Seelen zu erretten vermag" (Jak.1,21)
Meist wird dem Geist von uns die Zuständigkeit für Geistliches zugemessen und der Seele der Zuständigkeit für Irdisches, seien es Empfindungen, das Gewissen oder auch der Wille.
An vielen Stellen wird für Hinweise auf den immateriellen Menschen auch das Herz als Sitz der Empfindungen und Entscheidungen gewählt:
- "Und die Schriftgelehrten Ägyptens taten ebenso mit ihren Zauberkünsten; und das Herz des Pharao verhärtete sich, und er hörte nicht auf sie, so wie Jehova geredet hatte. Und der Pharao wandte sich und ging in sein Haus und nahm auch dies nicht zu Herzen." (2.Mose 7,22-23)
- "Ergötze dich an Jehova: so wird er dir geben die Bitten deines Herzens." (Psalm 37,4)
- "Ich sage die Wahrheit in Christo, [...] dass ich große Traurigkeit habe und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen" (Röm.9,1.2)
- "dass, wenn du mit deinem Munde Jesum als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Munde wird bekannt zum Heil." (Röm.10,9-10)
- "dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, indem ihr in Liebe gewurzelt und gegründet seid" (Eph.3,17)
- "Heute, wenn ihr seine Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht" (Hebr.4,7)
Darüber hinaus spricht die Bibel an vielen Stellen von dem Sinn oder dem Verstand des Menschen, der ebenfalls dem immateriellen Menschen zuzuordnen ist. Beider Begriffe werden meist verwendet, wenn es um (ehemals) verdorbenes Inneres geht:
- "Und gleichwie sie es nicht für gut fanden, Gott in Erkenntnis zu haben, hat Gott sie dahingegeben in einen verworfenen Sinn, zu tun was sich nicht geziemt; erfüllt mit aller Ungerechtigkeit, Bosheit, Habsucht, Schlechtigkeit; voll von Neid, Mord, Streit, List, Tücke; Ohrenbläser, Verleumder, Gottverhaßte, Gewalttäter, Hochmütige, Prahler, Erfinder böser Dinge, Eltern Ungehorsame, Unverständige, Treulose, ohne natürliche Liebe, Unbarmherzige; die, wiewohl sie Gottes gerechtes Urteil erkennen, daß, die solches tun, des Todes würdig sind, es nicht allein ausüben, sondern auch Wohlgefallen an denen haben, die es tun" (Röm.1,28)
- "Wenn aber auch unser Evangelium verdeckt ist, so ist es in denen verdeckt, die verloren gehen, in welchen der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, welcher das Bild Gottes ist" (2.Kor.4,4)
- "Dieses nun sage und bezeuge ich im Herrn, daß ihr forthin nicht wandelt, wie auch die [übrigen] Nationen wandeln, in Eitelkeit ihres Sinnes, verfinstert am Verstande, entfremdet dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verstockung ihres Herzens" (Eph.4,17-18)
- "Den Reinen ist alles rein; den Befleckten aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen" (Tit.1,15)
- "Er aber sprach zu ihm: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstande" (Matth.22,37)
- "Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung [eures] Sinnes, daß ihr prüfen möget, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist" (Röm.12,2)
- "Was ist es nun? Ich will beten mit dem Geiste, aber ich will auch beten mit dem Verstande; ich will lobsingen mit dem Geiste, aber ich will auch lobsingen mit dem Verstande" (1.Kor.14,15)
- "Darum seid nicht töricht, sondern verständig, was der Wille des Herrn sei" (Röm.5,17)
Geist uns Seele wohnen für die Dauer des Lebens also in dem Leib jedes Menschen, ob gläubig oder ungläubig. Dieser Leib zerfällt nach dem Tode, ist aber trotzdem Gegenstand der Auferstehung (Röm.8,11.17-18.23; 1.Kor.6,13-20; Phil.3,20-21).
Der Leib eines Christen ist aber keine einfache Hülle, auch ihr wird im Gegensatz zu dem Leib eines Ungläubigen Bedeutung als "Tempel" zugemessen (Joh.2,21; 1.Kor.6,19; Phil.1,20).
Abwenden und Fall des Menschen
Wir haben in der Abhandlung zu den Engeln gesehen, dass die Sünde als solche durch das Aufbegehren Satans Eintritt in das Universum fand.
Das erste sündige Wesen auf der Erde war in Folge Satan in Gestalt einer Schlange. Sein unaufrichtiger Einfluss auf Adam und Eva führte zu dem Fall derselben, dadurch ist Sünde "in die Welt gekommen und durch die Sünde der Tod" (Röm.5,12). Als Nachkommen Adams wurden wir durch "den Ungehorsam des einen Menschen in die Stellung von Sündern gesetzt" (Röm.5,19).
Wenn wir nun den unter Sünde gefallenen Menschen im Lauf der Zeiten untersuchen, so unterscheiden wir drei Epochen:
- Der Mensch vor dem Sündenfall
- Der in Sünde gefallene Mensch nach der Sünde
- Auswirkungen des Sündenfalls auf jeden Menschen (Erbsünde)
Adam & Eva vor dem Sündenfall
Adam und Eva wurden als sündlose Menschen geschaffen und repräsentierten die Menschheit als solche.
Wir haben keine Anhaltspunkte, wie lange dieser Zustand der Sündlosigkeit andauerte, doch waren Adam und Eva ausreichend in den Genuss der Gemeinschaft und Liebe Gottes gekommen. Sie waren voller Vertrauen mit der Benamung der Tiere beauftragt worden (1.Mose 2,19), auch hatte Adam miterleben dürfen, dass Gott ihm eine Hilfe seinesgleichen schenkte. Es ist wichtig, dass wir festhalten, dass der Mensch sich im vollen Bewusstsein und entgegen ausreichend Liebesbeweisen Gottes Satans Einflüsterungen mehr glaubte als Gottes Wort und Wirken.
Da der Mensch aber nicht nur nach dem "Bilde Gottes", sondern auch nach "seinem Gleichnis" (1.Mose 1,26) geschaffen wurde, verfügte er über einen freien Willen für Entscheidungen. Im Gegensatz zu Gott, der nicht sündigen kann, konnte er sich auch entscheiden zu sündigen (wie auch Satan trotz seines Status als Engelsfürst sündigte).
Der Mensch hatte seitens Gottes nur eine Regel zu beachten: "Und Jehova Gott gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baume des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du gewißlich sterben" (1.Mose 2,16-17). Eine sehr einfache Forderung angesichts der Fülle von Versorgungsmöglichkeiten. Zweifelsohne wäre auch bei Befolgen der Vorgabe Gottes kein Mangel jedweder Art für den Menschen entstanden.
Wenn wir uns nun Satans Wirken bei dem Sündenfall zuwenden, erkennen wir eine auch heute noch oft von ihm verwendete Strategie:
- Streuen von Zweifeln an Gottes Liebe
- Vortäuschen, dass Gottes Vorgaben zu unserem Guten eigentlich nur ein Vorenthalten sind
- Wecken von fleischlichen Bedürfnissen, oft gepaart mit dem Vortäuschen, dass er diese stillen kann
- Nach unserem Fall werden die Opfer im Stich gelassen (Satan hat nie versucht, sein Vergehen vor Gott zu bekennen und die Folgen seines Einflusses zu bereuen)
Wenn wir den Wortwechsel Evas und Satans untersuchen, erkennen wir leicht das Ziel der Beeinflussung Satans:
Gottes Vorgabe: "Und Jehova Gott gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baume des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du gewisslich sterben." (1.Mose 2,16-17)
Satans Fragestellung: "Und die Schlange war listiger als alles Getier des Feldes, das Jehova Gott gemacht hatte; und sie sprach zu dem Weibe: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr sollt nicht essen von jedem Baume des Gartens?" (1.Mose 3,1)
Evas Antwort: "Und das Weib sprach zu der Schlange: Von der Frucht der Bäume des Gartens essen wir; aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt, davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anrühren, auf daß ihr nicht sterbet."
Satans Erwiederung: "Und die Schlange sprach zu dem Weibe: Mit nichten werdet ihr sterben! sondern Gott weiß, dass, welches Tages ihr davon esset, eure Augen aufgetan werden, und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses." (1.Mose 3,4-5)
Der Vergleich der Aussage Gottes und der Wiedergabe durch Eva zeigt uns zwei Unterschiede:
- Eva war sich nicht mehr bewusst, dass sie aus allen anderen Bäumen zur Ernährung frei wählen konnten.
- Gottes warnendes "gewisslich" war Eva ebenfalls nicht mehr vor Augen.
Wir möchten nochmals warnend auf Satans Strategie hinweisen. Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass Gott uns grundsätzlich weit mehr schenkt als er an Verzicht wünscht und er sich an seine Aussagen hält, sei es im Hinblick auf positiven oder negativen Inhalt.
Die Ursachen des Sündenfalls erkennen wir deutlich, wenn wir 1.Joh.2,16 auf