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Wozu eine "strukturierte Bibeleinführung"?

Gott bietet uns durch Sein Wort eine wertvolle Hilfe für die heutige Zeit an. In unseren unruhigen Tagen ist es mehr denn je erforderlich, Gottes Willen zu erkennen und ein "Gefühl" zu haben, wie wir diesen in vielfältigen Situationen erkennen und anwenden können.

Wenn wir ein "Bild gesunder Worte" haben, also die Grundzüge des Wesens und Wirkens Gottes und Seines Wortes verinnerlicht haben, so haben wir gutes "Rüstzeug" um ein gottgemäßes Leben zu führen und in Problemen und Widerständen bestehen zu können.

"Halte fest das Bild gesunder Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christo Jesu sind. Bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt." (2.Tim.1,13) "... weil du [...] die heiligen Schriften kennst, die vermögend sind, dich weise zu machen zur Seligkeit" (2.Tim.3,15).

Wir sind uns im Klaren, dass das "Aneignen" dieses Schutzes Fleiß erfordert und uns nur beschränkte Zeit zur Verfügung steht, wir also möglichst effektiv arbeiten müssen. Dass es sich aber lohnt, zeigt uns exemplarisch der folgende Abschnitt:

"wenn du meine Reden annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst, so dass du dein Ohr auf Weisheit merken lässt, dein Herz neigst zum Verständnis; ja, wenn du dem Verstande rufst, deine Stimme erhebst zum Verständnis; wenn du ihn suchst wie Silber, und wie nach verborgenen Schätzen ihm nachspürst: dann wirst du die Furcht Jehovas verstehen und die Erkenntnis Gottes finden. Denn Jehova gibt Weisheit; aus seinem Munde kommen Erkenntnis und Verständnis. Er bewahrt klugen Rat auf für die Aufrichtigen, er ist ein Schild denen, die in Lauterkeit wandeln; indem er die Pfade des Rechts behütet und den Weg seiner Frommen bewahrt. Dann wirst du Gerechtigkeit verstehen und Recht und Geradheit, jede Bahn des Guten. Denn Weisheit wird in dein Herz kommen, und Erkenntnis wird deiner Seele lieblich sein; Besonnenheit wird über dich wachen, Verständnis dich behüten: um dich zu erretten von dem bösen Wege [...]" (Spr.2,1-12)

Die folgende Grobstruktur stellt eine "Grundausstattung" aus unserer Sicht dar. Erweiterungen sind herzlich willkommen, wir haben uns zunächst auf die wesentlichen Leitlinien beschränkt.

Inhaltsverzeichnis


Die Bibel

Einleitung

Der Begriff "Bibel" stammt vom griechischen Wort "biblos" (="ein Buch") ab. Ausländische Übersetzungen verwenden zumeist den Begriff "Heilige Schrift", was den Wert dieses Buches treffender beschreibt. Handelt es sich doch um "Gottes Wort", das Gott selbst durch inspirierte Schreiber in für uns verständliche Worte fassen lies.

Untersuchen wir daher a) die Beweisführung der Bibel selbst, das es sich um ein Werk göttlichen Ursprungs handelt (biblische Belege) und b) die äußeren Indizien als Beleg des "übernatürlichen" göttlichen Ursprungs (außerbiblische Belege)

Die Bibel: Das Wort Gottes

Biblische Belege


Gottes Wort referenziert an vielen Stellen auf sich selbst und verwendet dabei die unterschiedlichsten Namen. Die vielen Verweise machen die Bibel so zu einer organischen Einheit.

Die Bibel bezeichnet sich selbst mit mehreren Namen, z.T. sind es Synonyme. Exemplarisch einige Verse, die die unterschiedlichen Wortverwendungen zeigen:

"Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest, und wenn du auf dem Wege gehst, und wenn du dich niederlegst, und wenn du aufstehst. Und du sollst sie zum Zeichen auf deine Hand binden, und sie sollen zu Stirnbändern sein zwischen deinen Augen; und du sollst sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore schreiben. [...] Ihr sollt fleißig beobachten die Gebote Jehovas, eures Gottes, und seine Zeugnisse und seine Satzungen, die er dir geboten hat. Und du sollst tun, was recht und gut ist in den Augen Jehovas, auf dass es dir wohl gehe und du hineinkommest und das gute Land in Besitz nehmest, welches Jehova deinen Vätern zugeschworen hat." (5.Mo.6,6-9.17-18)

"Gott, sein Weg ist vollkommen; Jehovas Wort ist geläutert; ein Schild ist er allen, die auf ihn trauen." (2.Sam.22,31)

"Jesus antwortete ihnen: Steht nicht in eurem Gesetz geschrieben: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?". Wenn er jene Götter nannte, zu welchen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann nicht aufgelöst werden), saget ihr von dem, welchen der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst, weil ich sagte: Ich bin Gottes Sohn?" (Joh.10,34ff)

Eine Vielfalt an Hinweisen, dass die Bibel Gottes Wort und Willen enthält, möchten wir folgend auflisten:

ReferenzBegriffKommentar
5.Mo.6,6-9.17-18Worte/Stirnbänder/Gebote Jehovas/Zeugnisse/Satzungen
Jos.1,8Buch des Gesetzes
Jos.8,32-35Worte des Gesetzes/Buch des Gesetzes
2.Sam.22,31Jehovas Wort
Psalm 1,2Gesetz Jehovas/sein Gesetz
Psalm 12,6Worte Jehovas/SilberBetont die Reinheit und den Wert des Wortes Gottes
Psalm 19,7-11Gesetz Jehovas/Zeugnis Jehovas/Vorschriften Jehovas/Gebot Jehovas
Psalm 93,5ZeugnisseBetont den Aspekt der Verbindlichkeit und Belegbarkeit
Psalm 119,9.11.18.89-93.97-100.104-105.140Dein Wort/Dein Gesetz/Dein Gebot/Deine Vorschriften/Deine Verordnungen
Spr.30,5-6Rede Gottes/Seine Worte
Jes.55,10-11Sein Wort
Jer.15,16.23.29Deine Worte
Jer.23,29Wort wie Feuer/Wort wie ein HammerGottes Wort ist kein passives Nachschlagewerk, es wirksam und mächtig
Dan.10,21Buch der WahrheitEs wird kein "böses Erwachen" geben, dass der Schatz, den wir aus Gottes Wort zusammentragen sich plötzlich als Phantasiegebilde herausstellt.
Matth.5,17-19Gesetz/Gebote
Matth.22,29die Schriften
Mk.13,31meine Worteder Begriff "mein" lässt und die persönliche Beziehung Gottes zu uns erkennen
Luk.16,17das Gesetz
Joh.2,22die Schrift/das Wort
Joh.5,24mein Wort
Joh.10,35Gesetz/Wort Gottes/Schrift
Apg.17,11das Wort/die Schriften
Röm.10,17Gottes WortDie Angabe des Autors zeigt uns analog zu dem Begriff "heilige" den Status der Bibel und die Ehrfurcht, die wir seinem Wort gegenüber empfinden sollten
Kol.3,16Wort des Christus
1.Thess.2,13Wort der Kunde Gottes/Gottes Wort
2.Tim.2,15Wort der Wahrheit
2.Tim.3,15-17heilige Schriften/die SchriftDer Begriff "heilige" verdeutlicht uns den Status der Bibel und die Ehrfurcht, die wir seinem Wort gegenüber empfinden sollten
1.Petr.1,23-25das lebendige und bleibende Wort GottesGottes Wort kann auch heute noch in allen Fragen helfen und behält seine Gültigkeit! Das Beschäftigen mit Gottes Wort ist eine Investition in etwas Bleibendes!
2.Petr.3,15-16Paulus' Briefe/die übrigen Schriften
Offb.1,2Wort Gottes/Zeugnis Jesu Christi
Offb.22,18Buch der Weissagung


Außerbiblische Belege


Die Bibel erhebt nicht nur den Anspruch, Gottes Wort zu sein, sondern belegt seine Einzigartigkeit auch mit deutlichen Argumenten.

Die Kontinuität


Die Bibel wurde von über 40 Autoren unterschiedlichster Stände und Funktionen geschrieben:

AutorBerufsstand
MosePrinz
JosuaOberbefehlshaber
DavidKönig
DanielMinisterpräsident
EsraPriester/Schriftgelehrter
NehemiaVorkoster
AmosHirte
MatthäusZollbeamter
LukasArzt
PaulusZeltmacher (heute: Sattler)



Der Zeitraum der Entstehung reicht von 1450 v.Chr. bis ca. ins Jahr 100, er umspannt also ungefähr 1500 Jahre. Doch ist die Bibel von 1.Mose bis zur Offenbarung aus "einem Guss".

Die Orte, an denen die einzelnen Bücher verfasst wurden, umfassen Asien, Europa und Afrika. Moses schrieb in der Wüste, Jeremia und Paulus in Gefängnissen, Lukas schrieb während seiner Reisen, Daniel im königlichen Palast, Johannes auf der Insel Patmos.

Beachten wir auch, dass die Bibel in den Sprachen Hebräisch, Aramäisch und Griechisch verfasst wurde und sich dennoch harmonisch zusammenfügt.

Betrachten wir die Zeitspanne, die in Gottes Wort behandelt wird, so reicht sie von vor der Erschaffung der gegenwärtigen Welt bis hin zur Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde. Es handelt sich um einen definierten Beginn und einen definierten Abschluss.

Das Alte Testament enthält bereits eine Fülle an lehrmäßigen globalen Wahrheiten die wir auch im Neuen Testament finden, wie beispielsweise das Wesen Gottes, die Lehre der Sünde die Lehre der Errettung sowie die Wege Gottes mit der Welt im allgemeinen, für Israel und für Seine Kirche. Sie durchlaufen die Bibel wie rote Fäden und werden meist in der Zukunft Erfüllung finden.

Die Reich- und Tragweite der biblischen Offenbarungen


Das Wort Gottes umfasst einen unvergleichlich großes Betrachtungsspektrum. So beschreibt es "horizontal" die Geschehnisse von der Schöpfung bis zur Erschaffung des neuen Himmels und der neuen Erde, bei "vertikaler" Berücksichtigung von Himmel, Erde der Hölle. Dabei verfolgt es das Wirken Gottes in vielen Situationen von ihrem Beginn bis zu ihrem Abschluss.

Wir erfahren detailliert, wie unter einem Mikroskop, die Abfolge und die Zielsetzung der Schöpfung und von Gottes Wegen mit seinen Geschöpfen.

Gleich einem Stereoskop zeigt Gottes Wort uns die Geschöpfe und Objekte des Himmels und der Erde in der gottgemäßen Relation zueinander.

Verwundert es uns nicht, dass viele Bücher der Bibel ohne großes Vorwissen oder moderne Forschungsmöglichkeiten Fakten enthalten, die später untermauert wurden, sie aber niemals als unwahr beiseite gestellt werden konnten? Das Wahrheiten aus "Urzeiten" heute gleichermaßen anwendbar sind und ihre Gültigkeit behalten?

Ja, die biblische Wahrheit geht weit über das menschliche Vermögen hinaus, sie umspannt die "vergangene Ewigkeit" und die "zukünftige Ewigkeit" und offenbart Wahrheiten, die nur Gott kennen und Wahrheit werden lassen kann. Prüfen wir nur einige prophetische Hinweise zu unserem Herrn und Heiland Jesus Christus:

Prophetische WahrheitAndeutungErfüllung
Er wird als Mensch geboren, aber als Sohn Gottes gegebenJes.9,6Luk.2,6-7, Joh.3,16
Er wird von einer Jungfrau geborenJes.7,14Matth.1,23
Er wird in Bethlehem geborenMicha 5,1Matth.2,1-6
Er reitet auf einem Esel in Jerusalem ein, unter dem Jubel des VolkesSach.9,9Matth.21,1-5
Er wird für 30 Geldstücke verraten und verkauftSach.11,12-13Matth.27,3-6
Er wird ausgepeitscht, geschlagen und bespucktJes.50,6, Jes.53,4Matth.27,27-31, Joh.19,1
Er wird getötet werdenJes.53,7-9Matth.27,33-54
Er wird an Händen und Füßen durchbohrt werdenPs.22,17, Jes.53,5Joh.19,18, Joh.20,27, 1.Petr.2,24-25
Seine Knochen werden nicht gebrochenPs.34,21Joh.19,33-36
Seine Kleider werden verteilt und sein Gewand verlostPs.22,19Matth.27,35
Sein toter Leib wird in das Grab eines reichen Mannes gelegt werdenJes.53,9Matth.27,57-60
Er wird von Gott aus den Toten auferweckt werdenPs.16,10Apg.2,29-32



Ein weiteres Beispiel erfüllter Prophetie finden wir
in dem historischen Schicksal von Tyrus, Stadt am Mittelmeer: 

Die wirtschaftlich sehr erfolgreiche Stadt Tyrus, eine Hafenstadt der Phönizier, wird zuerst in Jos.19,29 erwähnt. Verfolgen wir die weitere Entwicklung in der Bibel, so nahmen Unabhängigkeit von Gott und praktizierte Sünde immer mehr zu. Nach der Eroberung und Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier wähnten sie sich in konkurrenzloser Vorrangstellung, Sünde und Gottlosigkeit waren an der Tagesordnung.

Doch lesen wir Hes.26 und Hes.28:
1. Angriff und Zerstörung der Stadt durch den babylonischen König Nebukadnezar (Hes.26,7ff).
2. Abtragung der Mauern der Stadt mit dem Hinweis "und deine Steine und dein Holz und deinen Schutt werden sie ins Wasser werfen" (Hes.26,12).
3. Die Zukunft der Stadt wird beschrieben als ein öder und verlassener Ort, der nur noch Fischern zum Trocknen der Netze dienen und nie wieder aufgebaut werden wird (Hes.26,4.14.19).


Lasst uns nun nachschlagen, wie es wirklich mit Tyrus, Stadt am Mittelmeer weiterging:

Nur kurz nach der Prophezeiung (585 v.Chr.) griff Nebukadnezar II wirklich an und belagerte Tyrus 13 Jahre lang. Im Jahr 573 v.Chr. fiel Tyrus und wurde von Nebukadnezar völlig zerstört! Während der langen Belagerung zog sich fast die gesamte Bevölkerung auf eine der Küste vorgelagerte Insel zurück und baute dort ein "neues Tyrus" auf. Rund 250 Jahre später (333 v.Chr.) zog Alexander der Große mit seinen Armeen an der Mittelmeerküste entlang Richtung Süden. Tyrus unterwarf sich aufgrund seiner vermeintlichen Uneinnehmbarkeit der Insel nicht. Doch Alexander der Große baute innerhalb von nur sieben Monaten einen 60m breiten Damm aus dem Schutt des "alten Tyrus"" (warf dessen Schutt also ins Wasser). So wirkten Nebukadnezar und Alexander der Große an der Erfüllung der prophetischen Weissagung in allen drei Punkten mit. Und Tyrus? Von dem "alten Tyrus" sind nur noch kahle Felsen übrig, auf denen Fischer ihre Netze trocknen...


Warum sollten wir vor diesem Hintergrund an den Verheißungen und Warnungen, die uns betreffen, zweifeln?

Der Einfluss und Verbreitung der Bibel


Wenn man die Aktualität der Bibel betrachtet und das enorme Interesse, das für dieses Buch besteht, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Bibel auch hinsichtlich der Anzahl der Übersetzungen und Auflagen, die von ihr gemacht wurden, einzigartig ist. Die Bibel gehört zu den ersten Büchern, die je übersetzt wurden: Rund 250 v. Chr. wurde das ganze Alte Testament in die griechische Sprache übersetzt. Diese Übersetzung nennt man Septuaginta. Seitdem ist die Bibel um ein Vielfaches mehr übersetzt, überarbeitet und kommentiert worden als jedes andere Buch der Welt. Zur Zeit arbeiten weltweit mehr als 4000 Fachleute hauptamtlich und nebenamtlich an Bibelübersetzungen. Im Jahr 1978 war die ganze Bibel in 268 Sprachen und Dialekten erschienen und das Neue Testament in weiteren 453 Sprachen, während in noch einmal 939 anderen Sprachen Teile der Bibel ausgegeben waren; das macht zusammen 1660 Sprachen. Im Jahr 1990 ergab die Zählung 318,726 und 902, das macht zusammen 1946 Sprachen. Auch in dieser Hinsicht ist die Bibel ohne Beispiel. Dasselbe gilt für die Verkaufsziffern der Bibel. Die Bibel wurde von mehr Menschen gelesen, in mehreren Sprachen publiziert und in größeren Mengen verkauft, als jedes andere Buch der Welt. Es ist möglich, dass kurzfristig (z.B. einen Monat) ein bestimmter Bestseller in größerer Menge verkauft wird als die Bibel; aber auf lange Sicht gesehen gibt es kein Buch, das den Verkaufsziffern der Bibel auch nur entfernt gleichkommt.

Die Bibel (ihr ältester Teil) war das erste geschriebene Buch - und sie war auch das erste gedruckte Buch von Bedeutung: in der Form der lateinischen Vulgata, auf der Druckpresse von Gutenberg. Daher ist sie auch das kostbarste Buch der Welt, denn die Gutenberg-Bibel ist heute pro Exemplar mehr als eine halbe Million DM wert!

Seit der Erfindung der Buchdruckerkunst sind buchstäblich hundert Millionen Bibeln von den Druckerpressen gerollt. An der Spitze liegt die Erstauflage der New International Version mit 1,2 Millionen Exemplaren, herausgegeben am 27. Oktober 1978, die größte Erstauflage eines Buches in der Geschichte der Buchdruckkunst. Als am 30. September 1952 die Revised Standard Version erschien, waren für die erste Auflage eine Million Exemplare gedruckt worden. Um der Nachfrage nach Bibeln gerecht zu werden, müssen die Bibelgesellschaften und Bibelherausgeber mehr als eine Bibel oder Bibelseite pro Sekunde publizieren, Tag und Nacht! Schon allein das Evangelische Bibelwerk in Deutschland gab 1978 für die Bundesrepublik 589752 Bibeln und 317621 Neue Testamente heraus. Dass die weltweite Verbreitung der Bibel immer noch zunimmt, zeigt die nachfolgende Statistik:

197019781990
Bibeln5.159.0329.280.22216.234.259
Neue Testamente11.717.09212.223.57712.205.802
Einzelne Bibelbücher32.835.30038.104.52143.316.378
Bibelteile123.692.991396.305.430567.473.410
Gesamt173.404.415455.913.750639.229.849



Man hat schon ausgerechnet, dass im Jahre 2000 nicht weniger als 1 Milliarde Bibeln und Bibelteile benötigt werden. Es gibt einen enormen Markt in den Ländern des Ostens und der dritten Welt, und die Anzahl der Ausgaben in den Sprachen dieser Länder nimmt noch immer zu. Es gibt keinen Zweifel: ob wir nun an Homer oder Ovid, Augustinus oder Thomas von Aquin, Shakespeare oder Goethe denken, die Bibel übertrifft sie alle mit Leichtigkeit. Niemand kann bestreiten, dass die Bibel in dieser Hinsicht einzigartig ist.
(aus "Het onstaan van de bijbel" von Prof. Dr. W.J. Ouweneel und W.J.J. Glashouwer)

Einige Beispiele, die Gottes Wirken hinsichtlich seines Wortes zeigen:

In den vierziger Jahren musste die Britische und Ausländische Bibelgesellschaft, um der Nachfrage nachzukommen, alle drei Sekunden eine komplette Bibel, Tag und Nacht, produzieren. Dies bedeutete eine Tagesproduktion von 32.876 Bibeln und das 365 Tage im Jahr. So wurden in einem Jahr die Bibeln in 4.583 Kisten mit einem Gesamtgewicht von 490 Tonnen in alle Welt verschickt.

Schon 303 AD befahl Diokletian per Edikt, „den Gottesdienst der Christen zu stoppen und ihre Schriften zu zerstören.“ Wahrscheinlich sind einige der Originale diesem Feuer zum Opfer gefallen, aber stoppen konnte man die Ausbreitung der Schriften auch dadurch nicht. Ironie der Geschichte: Nur 25 Jahre später wurde, wie der Kirchenvater Eusebius berichtet, per Edikt von Konstantin der Auftrag erteilt, 50 vollständige Kopien der Heiligen Schrift auf Kosten des römischen Staates herzustellen.

Voltaire sagte einmal, dass das Christentum 100 Jahre nach seiner Zeit ausgewischt sein würde. Doch Geisler und Nix schreiben in „A General Introduction to the Bible“ (Allgemeine Einführung in die Bibel) 1968, dass die Genfer Bibelgesellschaft nur 50 Jahre nach Voltaires Tod Berge von Bibeln in Voltaires Haus und auf seiner Druckerpresse produzierte.

Bernhard Ramm fügt hinzu: "Tausendmal wurde die Bibel zu Grabe geläutet, der Beerdigungszug gebildet, die Inschrift auf den Grabstein gemeißelt und die Totenrede gehalten, aber irgendwie war der Leichnam nie tot zu kriegen. Kein anderes Buch wurde so zerhauen, zerstochen, gesichtet, untersucht und geschmäht. Welches Buch der Philosophie oder Religion oder Psychologie oder Belletristik, der Klassik oder der Moderne wurde je solchen massiven Angriffen ausgesetzt wie die Bibel, mit solcher Gehässigkeit und Zweifelsucht, mit solcher Gründlichkeit und Gelehrtheit, in jedem Kapitel, jeder Zeile, jeder Aussage? Die Bibel wird nach wie vor von Millionen geliebt, von Millionen gelesen, von Millionen studiert."

Die Bibel bleibt bis heute das meistgelesene Buch der Welt(geschichte). Es gibt kein Buch, dass in mehr Sprachen veröffentlich wurde, als die Bibel. Sie war auch das erste Buch der Geschichte, das übersetzt wurde und das erste, das gedruckt wurde (die Vulgata in lateinischer Sprache auf Gutenberg´s Presse). Die Wirksamkeit des Wortes Gottes und ihre Verbreitung ist auch heute noch ungebrochen.

Der inhaltliche Gegenstand der Bibel


Betrachten wir die souveräne Handhaben und Erläutern von unbekannten und unkennbaren Umständen gleich bekannten Fakten, detaillierte Beschreibungen der Zeiten, bevor überhaupt ein Mensch existierte, das Wesen und Wirken Gottes, so erkennen wir, dass es ein "übermenschliches" Wissen sein muss.

Die biblische Prophetie der Weltgeschichte, von Israel und Seiner Kirche wird transparent offengelegt. Jeder genannte Aspekt ist verbindlich, klar beschrieben und zeitlos. Gottes Wort unterweist und schenkt und Einblick in Zeit und Ewigkeit.

Die Bibel als literarisches Werk


Die Bibel ist "trotz" des erhabenen Gegenstandes ein auch literarisch attraktives Werk.

Sprachliches MittelVerwendung
GleichnisseMatth.13
Biographien/StammbäumeMatth.1
Religiöse DichtungPsalmen
Lyrische PoesieHohelied
Gesetzestexte3.Mose 6
Geschichtsschreibung1.Chronika, 2.Chronika
ProphetienDan.7,1



Die Bibel ist Gottes Wort und als solches heilig, zu unserem besseren Verständnis handelt es sich aber um ein "Geschichtsbuch", "Bilderbuch", "juristischen Leitfaden", "Gedichtband", "romantische Erzählung" und einen "moralischen Verhaltenskodex". Wie dankbar dürfen wir allein schon deshalb für dieses vielfältige literarische Werk sein, welches jeden Menschen erreichen möchte und kann!

Die vorbehaltlose Autorität der Bibel


Die Bibel ist, obwohl durch Menschen geschrieben, nicht durch den Willen von Menschen beeinträchtigt oder davon abhängig, ob wir an ihrem Inhalt Gefallen finden. Sie deckt die Sünde und das Fehlverhalten ihrer besten Leute als Warnung für uns auf. Eindringlich warnt sie uns vor dem Vertrauen auf unsere eigene Kraft und veranschaulicht uns den Fehler, uns selbst als Maßstab zu akzeptieren.

Auch wenn sie durch Menschen niedergeschrieben wurde, wendet sich Gott selbst in ihr an die Menschen. Wenngleich sie oft irdische Dinge und menschliche Erfahrungen anführt, beschreibt sie doch mit göttlicher Autorität und Klarheit globale Themen irdischer und himmlischer Art, sichtbare und unsichtbare Dinge, Aspekte über Gott, Menschen und Engel, erläutert Zeit und Ewigkeit. Leben und Tod, Sünde und Errettung, Himmel und Hölle finden allesamt Berücksichtigung.

Dieses Buch könnte nicht von einem Menschen geschrieben werden, selbst wenn er es wollte. Der Gründer und vormals Rektor des Dallas Theological Seminary in Dallas, Lewis S. Chafer, drückt es so aus: „Die Bibel ist kein solches Buch, wie ein Mensch es schreiben würde, wenn er könnte, oder schreiben könnte, wenn er wollte.“

Die Bibel ist also, obwohl durch Menschen geschrieben, eine Nachricht von Gott an uns Menschen und enthält nur deshalb diese Sicherheit, Gewissheit und den Frieden, den nur Gott selbst geben kann.

Der übernatürliche Charakter der Bibel


Vor allem anderen stellt die Bibel die Person und die Herrlichkeit Gottes, geoffenbart in seinem Sohn Jesus Christus, vor unsere Augen und Herzen.

Kein Mensch, nicht einmal der moralisch einwandfreiste oder geistlichste könnte sich eine Person wie unseren Herrn und Heiland erdacht haben. Der außergewöhnliche Charakter der Bibel ist in der Offenbarung Jesu Christi verankert.

Die Betrachtung des Gleichklangs der Bibel (Gottes geschriebenem Wort) und Gottes Sohn (als dem lebendigen Wort Gottes) zeigen uns einen wertvollen Maßstab, was menschlich und was göttlich ist. Beide haben göttlichen Ursprung und üben Autorität auf die aus, die glauben um sie zu bewahren und weise zu machen. Gottes Wort ist für alle aus ihrer Sicht "Weisen und Verständigen verborgen", aber "Unmündigen geoffenbart" (Matth.11,25).

Die Bibel: Von Gott inspiriert


Die Bibel ist das einzige Buch, das durch "göttliche Inspiration" ("Einhauchung"), eine persönlichen Führung der Schreiber durch Gott selbst, geschrieben wurde.

Das ist ein Unterschied zu dem heutigen Wirken des Heiligen Geistes in der Wortauslegung beispielsweise!

Vergleichen wir dazu die folgenden beiden Verse:

Inspiration: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit; damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig geschickt." (2.Tim.3,16.17)
Geistesleitung: Denn die Weissagung wurde niemals durch den Willen des Menschen hervorgebracht, sondern heilige Männer redeten, getrieben im Heiligen Geiste. (2.Petr.1,21).


Wir erkennen, a) dass die Schriften inspiriert waren, nicht die Schreiber und b) die gesamte Schrift inspiriert ist, ungeachtet, ob es sich um historische, lehrmäßige oder prophetische Schriften handelt, um das Alte oder um das Neue Testament.

Was bedeutet der Begriff „Verbalinspiration"?

Sie bedeutet eine wörtliche Eingebung. Denn wenn die Schriften von Gott inspiriert sind, so ist es auch jedes einzelne Wort des Grundtextes. Das erkennen wir auch, wenn wir von der Wichtigkeit der "Worte" lesen.

Einige Beispiele zu der Bedeutung, die die Bibel Worten zumisst:

  • Petrus sagt: „Zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens." (Joh.6,68).
  • Jakobus führt in seiner Rede die „Worte" der Propheten an (Apg.15,15).
  • Paulus schreibt an die Heiligen in Korinth: „...die wir auch verkündigen, nicht in „Worten", gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist." (1.Kor.2,13). Der Heilige Geist lehrte Paulus, welche Worte er benutzen sollte.


Die Gesamtheit der Schriften bildet das Wort Gottes. Sowohl im Alten wie im Neuen Testament lesen wir von „den Worten Gottes" (1.Chron.25,5; Hes.9,4; Ps.107,11; Joh.3,34; 8,47; Offb.17,17). Sein Wort muss weder ergänzt noch darf davon etwas weg genommen werden (5.Mo.4,2; 12,32; Offb.22,18.19).

Die obigen Abschnitte sollen verdeutlichen, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist. Nichts weniger wäre Gott gegenüber angemessen, und nichts weniger als dieses würde den Bedürfnissen des Menschen gerecht. Inmitten der vielen unsicheren Dinge um uns herum benötigt der Mensch Worte, auf die sein Glaube sich stützen kann. Diese hat er in den inspirierten Schriften. Der Herr Jesus sagt: „Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben." (Joh.6,63). Er hat Worte ewigen Lebens; und, durch die Gnade Gottes haben viele Seelen sie als solche erkannt und haben keine Zweifel an der vollkommenen Inspiration der Schrift ebenso wenig wie an der Existenz Gottes selbst.

Es muss angemerkt werden, dass die Schrift die Aussprüche böser Menschen und Satans selbst aufzeichnet. Es muss fast nicht erwähnt werden, dass nicht diese Aussprüche sondern die Aufzeichnungen darüber inspiriert sind. Paulus macht ebenso, wenn er über die Frage der Heirat schreibt, einen Unterschied zwischen dem, was er als sein Urteil und was er als Gebote des Herrn schreibt. „Ich gebe eine Meinung", sagt er; und noch einmal, „ich gebiete aber" (1.Kor.7,6.10.12.25). Er war angewiesen, sein geistliches Urteil aufzuzeichnen und zu zeigen, dass es nicht um einen Befehl Gottes handelte.

Einige haben eine Schwierigkeit mit dem, was das menschliche Element der Inspiration genannt wird.
Wenn die Worte der Schrift inspiriert sind, so wird gefragt, wie kann es dann sein, dass der Stil 
des Verfassers so offensichtlich ist? Der Stil des Johannes zum Beispiel unterscheidet sich klar 
von dem des Paulus. Die einfache Antwort ist, dass so, wie viele unterschiedlich sprechen, auch 
unterschiedlich schreiben. Gott hat den Verstand des Menschen genauso wie seinen Körper gemacht.
Gott ist sicherlich in der Lage, den Verstand eines jeden Schreibers so zu benutzen, dass dieser
genau das schreibt, was Gott wünscht. Gott benutzt den Verstand des Menschen, um seine eigenen 
Absichten mit dem Menschen zu erklären.


"Kritiker der Verbalinspiration merken an, dass die meisten Personen die Schrift in einer Übersetzung lesen, wovon nicht gesagt werden kann, dass die Worte inspiriert seien. Aber wenn die Übersetzung exakt die gleiche Bedeutung wie im Original transportiert (Anm. des Übersetzers: nämlich dem Sinn und nicht dem Buchstaben nach), darf davon gesprochen werden, dass die Worte inspiriert sind: zum Beispiel kann sicherlich gesagt werden, dass die Worte „Gott ist Liebe" dieselben sind wie „ο θεος αγαπη εστιν" oder „Deus caritas est", „Dieu est amour", oder „Dio e carita", und zwar für solche, die es lesen können. Es mag sein, dass die oben genannten Übersetzungen nicht in allem dieselben wie im Griechischen sind; aber diese Tatsache zeigt lediglich die große Wichtigkeit, eine korrekte Übersetzung in seiner Mundart (Sprache) zu haben. Und es darf nicht vergessen werden, dass der Herr selbst und die das Neue Testament geschrieben haben oftmals die Septuaginta anführten, welche eine Übersetzung aus dem Hebräischen ist. Sie führten die Septuaginta an als die Schrift selbst." (aus: Concise Bible Dictionary, deutsche Version unter www.bibelkommentare.de)

Zusammenfassend können wir also drei Punkte festhalten:

  • Bei den Autoren handelte es sich um "heilige Männer Gottes", die vom Heiligen Geist getrieben wurden (2.Petr.1,21). Auch Petrus und Paulus waren vom Heiligen Geist erfüllt (Apg.4,8; Apg.9,17; Apg.13,9), der sie auch antrieb.
  • Alle Schrift ist von Gott eingegeben (2.Tim.3,16)! Der über fünfzig Mal im Neuen Testament für "Schrift" verwendete Begriff "graphe" steht zwar ausschließlich für das Alte Testament, doch wird das Alte Testament in diesem Kontext zweimal mit dem Neuen Testament gleichgesetzt: Paulus in 1.Tim.5,18-19 über 5.Mose 25,4/Luk.10,7 und Petrus in 2.Petr.3,16.
  • Auch den Nachweis, dass auch die Worte vom Heiligen Geist inspiriert wurden, gibt uns Gottes Wort. In 1.Kor.2,13 wird ausdrücklich die Verbalinspiration dargelegt. Und Gott legt Wert auf jeden einzelnen Buchstaben seines Wortes, wie wir im Beispiel von Matth.5,17-18 sehen!


Die Bibel: Inhalt und Zweck

Jesus Christus, der zentrale Gegenstand


Die Bibel zeigt uns in der Person und dem Wirken unseres Herrn und Heiland Jesus Christus ein vollkommenes und nacheifernswertes Vorbild! In vielen Beispielen erkennen wir göttliche Verhaltensweisen und erkennen mehr und mehr die wunderbare Person Jesus Christi. Die Betrachtung unseres Herrn in seiner Vielfalt wird ein reicher Segen sein!

Jesus Christus, der Schöpfer


In 1.Mose 1,1 wird uns mitgeteilt, dass Gott ("Elohim", also Mehrzahl) "die Himmel und die Erde schuf" ("schuf" steht im Grundtext als Einzahl), in Joh.1,3 und Kol.1,16.17 wird Gott, der Sohn als "Erschaffer" genannt.

Das legt die folgende Unterscheidung nahe:

Gott, der Vaterplante"alle Dinge sind von dem Vater"(1.Kor.8,6)
Gott, der Sohnerschuf"alle Dinge sind durch ihn [...] geschaffen" (Kol.1,16)
Gott, der Heiligen Geistwirkte in Gott, dem Sohn und war ebenfalls präsent"der Geist Gottes schwebte über den Wassern" (1.Mose 1,2)


Das bekräftigt auch der Vers "Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne, den er gesetzt hat zum Erben aller Dinge, durch den er auch die Welten gemacht hat." (Hebr.1,1-2)!

Wir erkennen also, dass die Schöpfung ein Gemeinschaftswerk war, Jesus Christus aber der Erschaffende war. In seinem perfekten Universum sehen wir also sein vollkommenes "Handwerk".

Jesus Christus, der Herrscher der Welt


Da unser Herr, wie wir sehen durften, die Welten geschaffen hat, obliegt ihm auch die Macht des höchsten Herrschers dieser Welt. Gottes Wort zeigt uns oftmals die Souveränität Gottes in Bezug auf die Herrschaft über diese Erde, doch mit dem erkennbaren Ziel, das Gott, der Sohn, Christus, herrschen soll:

  • "Habe doch ich meinen König gesalbt auf Zion, meinem heiligen Berge! Vom Beschluss will ich erzählen: Jehova hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen, und zum Besitztum die Enden der Erde." (Psalm 2,8.9)
  • "Ich habe bei mir selbst geschworen, aus meinem Munde ist ein Wort in Gerechtigkeit hervorgegangen, und es wird nicht rückgängig werden, dass jedes Knie sich vor mir beugen, jede Zunge mir schwören wird." (Jes.45,23)
  • "Denn es steht geschrieben: "So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge soll Gott bekennen" (Röm.14,11)
  • "Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf dass in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters." (Phil.2,9-11)
  • "Und er trägt auf seinem Gewande und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren." (Offb.19,16)
  • "Spruch Jahs zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!" (Psalm 110,1)


Wir erkennen aus diesen Versen, dass Gott, der Sohn die Herrschaft von Gott, dem Vater zur Verfügung gestellt bekommt, sich jedes Knie vor ihm beugen wird und Gott bekannt und verherrlicht werden wird! Wie anders als heute, wo wir doch eher die Haltung von Psalm 2,2 erkennen.

Viele Reiche und Throne sind stark geworden und/oder gefallen. Denken wir an Ägypten, Assyrien, Babylon, Griechenland, das Perserreich oder Rom. Das Königreich des Sohnes wird vom Himmel aus von Christus selbst regiert werden: "Ich schaute in Gesichten der Nacht: und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie eines Menschen Sohn; und er kam zu dem Alten an Tagen und wurde vor denselben gebracht. Und ihm wurde Herrschaft und Herrlichkeit und Königtum gegeben, und alle Völker, Völkerschaften und Sprachen dienten ihm; seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergehen, und sein Königtum ein solches, das nie zerstört werden wird." (Dan.7,13.14)! Er wird bei seinem "zweiten Kommen" auch als Sohn Davids (Luk.1,31-33) dessen Thron einnehmen und Herrscher Israels sein: "...und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben; und er wird über das Haus Jakobs herrschen ewiglich, und seines Reiches wird kein Ende sein.".

Seine Herrschaft wird dann die Nationen und sein Volk Israel (sowie seine Versammlung, deren Haupt er gemäß Eph.1,22-23 ist), umfassen und er wird König der Könige und Herr der Herren" sein, wie es ihm gebührt!

Jesus Christus, das verkörperte Wort Gottes


Insbesondere das Neue Testament stellt uns Jesus Christus als "fleischgewordenes" Wort Gottes vor Augen, als physikalische Verkörperung von dem, was Gott ist und offenbart uns das Wesen Gottes:

EigenschaftReferenzverse
Weisheit
Kraft/Stärke
Heiligkeit
Liebe


Jesus Christus ist "das Wort" (Joh.1,1), der "Abglanz seiner Herrlichkeit und der Abdruck seines (Gottes) Wesens" (Hebr.1,3) in Vollkommenheit. Kein Zerrbild oder Abbild, nein, eine vollkommene Offenbarung!

Durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, können Menschen Gott umfangreicher und detaillierter erkennen
als durch jede andere Form göttlicher Offenbarungen!

Welch eine Gnade ist es, dass sich Gott selbst, der ein unzugängliches und Licht bewohnt (1.Tim.6,16),
in seinem Sohn offenbart, sich also für uns erkennbar macht! Danken wir ihm dafür!


Jesus Christus, unser Retter-Heiland


In Gottes Wort finden wir viele bemerkenswerte Bilder, die uns facettenreich Jesus Christus als unseren Heiland vor unsere Augen und Herzen stellen.

Er ist der "Heiland der Welt":

  • "Wir glauben nicht mehr um deines Redens willen, denn wir selbst haben gehört und wissen, dass dieser wahrhaftig der Heiland der Welt ist." (Joh.4,42)
  • "Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt". (1.Joh.4,14)


Er ist der "Erretter":

  • "Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute, in Davids Stadt, ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr." (Luk.2,11)


Er ist der "Same, der Satan den Kopf zermalmen wird":

  • "Und Jehova Gott sprach zu der Schlange: Weil du dieses getan hast, sollst du verflucht sein vor allem Getier des Feldes! Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen alle Tage deines Lebens. Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen." (1.Mose 3,15)


Er ist der Knecht Gottes, der die Sünde der Welt wegnimmt:

  • "Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen, und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt; doch um unserer Übertretungen willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns ein jeder auf seinen Weg; und Jehova hat ihn treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit." (Jes.53,4-6)


Er ist das vollkommene Opfer geworden und ist wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben:

  • "Denn ich habe euch zuerst überliefert, was ich auch empfangen habe: dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften" (1.Kor.15,3)
  • "...die Welt mit sich selbst versöhnend, ihnen ihre Übertretungen nicht zurechnend, und hat in uns das Wort der Versöhnung niedergelegt.[...] Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm." (2.Kor.5,19.21)
  • "Indem ihr wisset, dass ihr nicht mit verweslichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken" (1.Petr.1,18.19)
  • "Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt." (1.Joh.2,2
  • "Jesu Christo, welcher der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten [...] der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blute" (Offb.1,5)


Er ist der Hohepriester:

  • "Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden. Denn ein solcher Hoherpriester geziemte uns: heilig, unschuldig, unbefleckt, abgesondert von den Sündern und höher als die Himmel geworden, der nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohenpriester, zuerst für die eigenen Sünden Schlachtopfer darzubringen, sodann für die des Volkes; denn dieses hat er ein für allemal getan, als er sich selbst geopfert hat." (Hebr.7,25-27)


Es liegt unserem Gott offensichtlich sehr am Herzen, uns durch sein Wort
mit dem einzigen (Apg.4,11-12) Mittel vertraut zu machen,
dass uns verlorene Sünder erretten kann:
Jesus Christus, der Heiland der Welt!



Die Geschichte des Menschen


Wenngleich die Geschichte des Menschen neben dem erhabenen zentralen Thema der Bibel, unserem Herrn Jesus Christus, verblasst, so kann uns die Betrachtung dieses Weges des Menschen doch sicher zur Belehrung sein!

Die Geschichte des Menschen beginnt am sechsten Schöpfungstag (1.Mose 1,26), Gottes Wort offenbart uns an vielen Stellen seinen Plan und sein Ziel für die menschliche Rasse.

Dazu einige "Meilensteine":

Altes Testament


Adam und Eva, die ersten Menschen, fielen in Sünde und wurden aus dem Paradies vertrieben.

Die direkten Nachkommen von Adam und Eva (Sem, Ham und Japhet) werden vor der Sintflut bewahrt und gründen in 1.Mose 10 die Hauptreiche der damals bekannten Welt.

Doch auch sie strauchelten (Turmbau zu Babel) und wurden durch Zerstreuung gerichtet (1.Mose 11,7).

Gott erwählte Abraham als Werkzeug, sich dem Menschen zu offenbaren (durch sein Volk).

Ab 1.Mose 12 finden wir ein deutliches Hervortreten Israels und Gottes Wirken mit und an diesem seinem Volk. Nahezu das gesamte Alte Testament befasst sich mit den wenigen Gläubigen dieses kleinen Volkes! Die Erfüllung der Wege dieser "kleinen Herde" finden wir in der Wiederkunft unseres Herrn, wodurch die Verheißung an Abraham aus 1.Mose 28,14 erfüllt werden wird: "und in dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde".

Neues Testament


In dem Neuen Testament steht ein anderer Weg Gottes mit der Menschheit im Vordergrund, nämlich die Versammlung als Leib Christi. Ein Weg, der allen Juden und Heiden gleichermaßen angeboten wird.

Deshalb beschreibt das Neue Testament, besonders die Evangelien und die Apostelgeschichte, das Wirken Gottes im Verhältnis zu seiner Versammlung.

Höhepunkt und Ziel dieser Wege Gottes finden wir im Buch der Offenbarung. Die wesentlichen Weltreiche werden beiseite gesetzt und durch ein Königreich aus dem Himmel ersetzt, das wird bei dem zweiten Kommen des Herrn zum Tragen kommen! Juden und Heiden werden sich gleichermaßen im Tausendjährigen Reich zusammenfinden. Israel wird das Land unter Herrschaft ihres Messias besitzen und ebenso wie die Nationen der Erde die Segnungen des Tausendjährigen Reiches genießen.

Neben dem Hauptinhalt (Jesus Christus), den wir vorher erarbeitet haben, finden wir also die folgenden drei Hauptlinien:

  • Die Souveränität Gottes in Bezug auf die Nationen (Gnadenangebot, obwohl sie nicht sein Volk sind)
  • Seine Treue gegenüber Israel
  • Seine Gnade gegenüber seiner Versammlung


Die Vollendung der Wege Gottes mit dem Menschen finden wir in dem "Neuen Himmel", der "Neuen Erde" und dem "Neuen Jerusalem" wenn die Zeiten enden und die Ewigkeit beginnt!

"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, aus dem Himmel herniederkommen von Gott, bereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut." (Offb.21,1.2)

Der Zweck und die Zielsetzung der Bibel


Das Wort Gottes offenbart uns alle Dinge, die Gott mit den Menschen getan hat und tun wird, von Beginn der Schöpfung an bis in Ewigkeit. Es tut uns die Größe und Herrlichkeit Gottes kund. Die Engel wurden aus diesem Grund geschaffen, die materielle Erde wurde geschaffen um die Größe und Allmacht Gottes widerzuspiegeln und der Mensch wurde im Bilde Gottes geschaffen. Die unergründliche Weisheit Gottes lies auch Sünde zu und führte die Erlösung als Gnadenmittel ein.

Es sind souveräne Wege Gottes, die im Gegensatz zu uns Menschen keine Selbstsucht zur Grundlage haben. Sie zeigten uns Gott als anbetungswürdigen Gegenstand der Liebe und Hingabe. Sie geben uns Anlass, ihm zu vertrauen, an ihn zu glauben und in ihm zu ruhen! Zudem haben wir Heilsgewissheit für diese Zeit und für die Ewigkeit!

Die Bibel untermauert als Wort Gottes die Zielsetzung Gottes - nämlich seine Verherrlichung:

Menschen und Engel, das Universum, und auch alle anderen Geschöpfe wurden zur Verherrlichung Gottes geschaffen:

  • "Denn durch ihn sind alle Dinge geschaffen worden, die in den Himmeln und die auf der Erde, die sichtbaren und die unsichtbaren, es seien Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten: alle Dinge sind durch ihn und für ihn (oder: zu seiner Verherrlichung) geschaffen." (Kol.1,16)
  • "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk." (Psalm 19,1)


Sein Volk (Israel) dient der Verherrlichung Gottes:

  • "Halte nicht zurück, bringe meine Söhne von fernher und meine Töchter vom Ende der Erde, einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist, und den ich zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe! [...] Dieses Volk, das ich mir gebildet habe, sie sollen meinen Ruhm erzählen. [...] Ich, ich bin es, der deine Übertretungen tilgt um meinetwillen; und deiner Sünden will ich nicht mehr gedenken." (Jes.43,6b-7.21.25)
  • "Stehe auf, leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jehovas ist über dir aufgegangen. [...] Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs. Und dein Volk, sie alle werden Gerechte sein, werden das Land besitzen auf ewig, sie, ein Sproß meiner Pflanzungen, ein Werk meiner Hände, zu meiner Verherrlichung." (Jes.60,1.3.21)
  • "Und du wirst eine prachtvolle Krone sein in der Hand Jehovas und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes." (Jes.62,3)
  • "Denn gleichwie der Gürtel sich an die Lenden eines Mannes anschließt, so habe ich das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda an mich geschlossen, spricht Jehova, damit sie mir zum Volk und zum Namen und zum Ruhm und zum Schmuck seien." (Jer.13,11)


Die Erlösung ist zur Verherrlichung Gottes, ebenso seine Gnade und Weisheit:

  • "auf dass er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung, die er zur Herrlichkeit zuvorbereitet hat." (Röm.9,23)
  • "auf dass er in den kommenden Zeitaltern den überschwenglichen Reichtum seiner Gnade in Güte gegen uns erwiese in Christo Jesu." (Eph.2,7)
  • "auf dass jetzt den Fürstentümern und den Gewalten in den himmlischen Örtern durch die Versammlung kundgetan werde die gar mannigfaltige Weisheit Gottes, nach dem ewigen Vorsatz, den er gefasst hat in Christo Jesu, unserem Herrn." (Eph.3,10)


Jeder Dienst, jede Tat sollte der Verherrlichung Gottes dienen:

  • "Also lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen." (Matth.5,16)
  • "Hierin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringet, und ihr werdet meine Jünger werden." (Joh.15,8)
  • "Ob ihr nun esset oder trinket oder irgend etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes." (1.Kor.10,31)
  • "indem ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar führet, auf dass sie, worin sie wider euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung. [...] Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so sei es als aus der Kraft, die Gott darreicht, auf dass in allem Gott verherrlicht werde durch Jesum Christum, welchem die Herrlichkeit ist und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. [...] Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid ihr! Denn der Geist der Herrlichkeit und der Geist Gottes ruht auf euch. Bei ihnen freilich wird er verlästert, bei euch aber wird er verherrlicht." (1.Petr.2,12;4,11.14)


Unsere "neue Natur" hat die Verherrlichung Gottes zum Zweck:

  • "durch welchen wir mittelst des Glaubens auch Zugang haben zu dieser Gnade, in welcher wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes." (Röm.5,2)


Selbst der Tod des Gläubigen dient der Verherrlichung Gottes:

  • "Dies aber sagte er, andeutend, mit welchem Tode er Gott verherrlichen sollte." (Joh.21,19)
  • "nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zu Schanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt Christus hoch erhoben werden wird an meinem Leibe, sei es durch Leben oder durch Tod." (Phil.1,20)


Der durch Gottes Gnade erlöste Sünder darf diese Herrlichkeit mit ihm teilen:

  • "Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben [...] Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir seien, wo ich bin, auf dass sie meine Herrlichkeit schauen, die du mir gegeben hast" (Joh.17,22.24)
  • "Wenn der Christus, unser Leben, geoffenbart werden wird, dann werdet auch ihr mit ihm geoffenbart werden in Herrlichkeit." (Kol.3,4)


Die Bibel: Eine göttliche Offenbarung


Die Bibel ist dazu bestimmt, Gottes Wege, Wirken und sein Wesen zu offenbaren. Es ist sein grundsätzlicher Wunsch, dass seine Geschöpfe ihn als Schöpfer kennenlernen.

Grundsätzliche Formen göttlicher Offenbarung


Da der Mensch das edelste Geschöpf aus Gottes Schöpfung ist und die Fähigkeit und den Willen hat, seinen Schöpfer zu erkennen und ihm zu folgen, so ist anzunehmen, dass Gott sich offenbart und ihm seine Ziele und seinen Willen offenbart.

Gott offenbart sich in der Schöpfung


Gott bewohnt ein unzugängliches Licht und wir dürfen dankbar sein, dass er sich uns "das Unsichtbare von ihm" offenbart. In Röm.1,20 lesen wir "denn das Unsichtbare von ihm, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, die von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen werden, wird geschaut, damit sie ohne Entschuldigung seien".

Die Schöpfung offenbart als Werk Gottes seine uneingeschränkte Kraft und Weisheit. Sie kann diese nur eingeschränkt offenbaren, zeigt sie doch keine klare Offenbarung seiner Liebe und Heiligkeit beispielsweise. Doch reicht die Offenbarung Gottes durch die Schöpfung aus, dass alle Menschen ihn als Schöpfer erkennen können.

Dieses Anerkennen stellt keinen Weg der Errettung dar, doch können Geschöpfe, die ihn nicht als Schöpfer anerkennen und preisen, deshalb gerichtet werden.

So kann wohl kein Mensch behaupten, niemals mit Gott in Kontakt gekommen zu sein,
ist Gott doch in seiner Eigenschaft als Schöpfer jedem Menschen offenbart worden!


Gott offenbart sich in Jesus Christus


Das umfassendste Bild Gottes ist in der Person und dem Wirken seines Sohnes, Jesus Christus, offenbart worden.

Gott sandte ihn in der "Fülle der Zeit" (Gal.4,4) als Mensch auf diese Erde um uns Gott in für uns verständliche Weise bekannt zu machen. Durch die Menschwerdung hat Gott uns die Möglichkeit eröffnet, für uns schwer verständliche Charakterzüge Gottes im Leben des Menschen Jesus Christus zu erkennen.

Im Gegensatz zu Gottes Schöpfung offenbart der Mensch Jesus Christus nicht nur dessen Weisheit und Kraft, sondern auch seine Liebe, Heiligkeit, Göttlichkeit und Gnade.

Er ist das vollkommene Ebenbild Gottes, er kann über sich sagen "Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen" (Joh.14,9). Im Umkehrschluss bedeutet das, dass nur der, der Gott, den Sohn kennt, Gott, den Vater erkennen kann.

Gott offenbart sich durch sein Wort


Gottes Wort offenbart uns in seinem Wort seinen Willen klar verständlich und in detaillierter Tiefe.
Es zeigt uns Gott, den Sohn als Gegenstand und Erfüllung der Prophetie.

Wir erfahren umfassende Details zu Gottes Plan über sein Volk Israel, die Nationen und seine Versammlung. Sein Wort offenbart uns also nicht nur Gott selbst, sondern macht uns auch mit seinen Zielen vertraut.

Es gibt uns umfassende Details zu Gott in seiner Dreieinheit, Satan, Engel, Dämonen, Menschen, Sünde, Erlösung, Gnade, Vergebung, ...

Die Schöpfung zeigt uns die Kraft und Allmacht Gottes
Gott, der Sohn zeigt uns Gottes Wesen und Charakter
Gottes Wort offenbart und detaillierter seine Wege und seinen Willen.


Besondere Formen göttlicher Offenbarung


Gottes Wort zeigt uns an vielen Stellen in seinem Wort sein direktes Wirken durch besondere Umstände:

  • Direkte Ansprache im Garten Eden|| ||1.Mose 3,9
  • Propheten
  • Apostel


Diese "besondere Formen der Offenbarung" haben mit der Vervollständigung des Wortes Gottes ebenfalls ihren Abschluss gefunden. Heutige "Medien", die aus ihrer Sicht Gottes Wort gleichwertige Aussprüche tun (Reden in Sprachen), können nicht den Anspruch der Verbalinspiration erheben.

Auch wenn wir durch den Heiligen Geist geleitet und "erleuchtet" sind, so ist dies kein Garant, dass wir sein Wort unfehlbar anwenden und Gottes Willen und Leitung in der jeweiligen Situation angemessen erkennen und berücksichtigen! Wir sind nur fehlbare Geschöpfe, denen Gottes Wort als Mittel gegeben wurde, Seine Wege und sein Wirken zu erkennen. Das Prinzip, dass uns Gott das, "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist [...] geoffenbart hat durch [seinen] Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes" (1.Kor.2,9-10) ist wahr, ebenso aber "da du doch ein Mensch bist und nicht Gott" (Hes.28,2.9). Hüten wir uns davor, unsere eigene Erkenntnis höher zu bewerten als Gottes Wort selbst! Wir bedürfen des Heiligen Geistes, um Gottes Wort zu erfassen (1.Kor.2,13). Es ist unserer Natur zuwider und es übersteigt unsere Erkenntnis: "Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird" (1.Kor.2,14).

Lasst uns in unterwürfiger Haltung "im Geiste" Gottes Wort erforschen,
so erkennen wir Gott genau so, wie er sich uns offenbaren will!



Auslegung oder Offenbarung?


Der Heilige Geist möchte und wird uns "in die ganze Wahrheit leiten" (Joh.16,3). Doch gleich unserer Schulzeit gibt es auch in der "geistlichen Schule" Missverständnisse, die (ebenfalls) nicht der Lehrer zu verantworten hat.

Ein wichtiger Schritt zum gesunden Verständnis ist es, Gottes Allmacht und Weisheit anzuerkennen und sich einzugestehen, dass wir nur schwache Geschöpfe mit begrenztem Aufnahmevermögen und beschränkter Intelligenz sind. Aus uns selbst können wir Gott nicht erkennen, wir können uns nur bemühen, die "häppchenweise aufbereiteten" Offenbarungen Gottes durch den Heiligen Geist zu erkennen. Der Ausspruch "Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht Jehova" (Jes.55,8) deutet auch eine Dimension in den Gedanken und Wegen Gottes an, die der unsrigen einfach weit überlegen ist! Selbst ein weiser Mann wie Hiob musste anerkennen: "Wer ist es, der den Rat verhüllt ohne Erkenntnis? So habe ich denn beurteilt, was ich nicht verstand, Dinge, zu wunderbar für mich, die ich nicht kannte. Höre doch, und ich will reden; ich will dich fragen, und du belehre mich!" (Hiob 42,3-4)

Bei der Interpretation (Hermeneutik) und der Auslegung/Anwendung (Exegese) des Wortes Gottes sollten wir die folgenden Prinzipien beachten:

Die Zielsetzung von Gottes Wort in Gesamtheit
Jede Betrachtung eines Details muss im Lichte des Gesamtwerkes als Einheit berücksichtigt werden. Wie kann ich beispielsweise die Opfer "verstehen", wenn ich Jesus Christus nicht kenne?

Die individuelle Botschaft jedes Buches der Bibel
Das Buch der Offenbarung ist anders zu handhaben als das Buch der Sprüche oder die Psalmen. Wir müssen das Untersuchte im Rahmen des betrachteten Buches erforschen.

Die Adressaten, an die das Wort geschrieben war
Das gesamte Wort Gottes ist durch Gott selbst inspiriert, die Anwendung auf heutige Umstände ist angebracht und nötig, jedoch mit Weisheit vorzunehmen. Viele Irrlehren "leben" von einer fehlerhaften, kontextgelösten Auslegung des Wortes Gottes. Fragen wir uns, wer im Fokus dieser Aussage steht und prüfen wir, ob wir dies auf uns übertragen können. Viele Aussagen des Wortes Gottes sind zu unserer Belehrung oder Unterweisung, ohne das wir automatisch Adressaten oder Nachahmer sein sollen. Nehmen wir die so genannten "Rachepsalmen" Davids (in denen wir für uns ein brennendes Herz für den Herrn und gegen dessen Feinde erkennen können) oder die "Gesetzesschriften" Moses (die uns die Heiligkeit Gottes und die Gnade der Dahingabe seines Sohnes veranschaulichen) als Beispiel, so erkennen wir dies deutlich.

Der Kontext / das Umfeld der Begebenheit
Alle Verse der Bibel sind, in ihrem Kontext betrachtet, ein Juwel. Werden sie aus ihrem Umfeld in einen anderen Zusammenhang verwendet, so können sie sehr zu schaden sein! Oft stehen wir in Gefahr, unsere Ansichten mit einem passenden Vers untermauern zu wollen, doch beachten wir dabei unbedingt das Umfeld, aus dem wir es genommen haben!

Analogien in der Schrift
Wenn wir die Bedeutung eines Verses nicht auf Anhieb verstehen können, so ist es oftmals eine Hilfe, Parallelen in Gottes Wort zu untersuchen. Gottes Wort wiederspricht sich nicht! Wir können den Aussagen aus Gottes Wort durch Untersuchung einer Parallele oft "harmonisieren" oder "komplettieren". Untersuchen wir beispielsweise das Buch der Offenbarung, so ist es ratsam, das Buch Daniel und weitere prophetische Aussagen aus dem Alten Testament hinzuzunehmen. So kann eine Stelle aus Gottes Wort uns helfen, eine andere zu verstehen.

Bezugnahme auf den Grundtext
Gottes Wort wurde ursprünglich in hebräischer und griechischer Sprache verfasst. Die meisten von uns werden diese Sprachen wohl nicht sicher beherrschen, deshalb ist es gut, entsprechendes unterstützendes Material einzusetzen um ggf. den Wortsinn in bestimmten Fällen genauer untersuchen zu können. Wenngleich eine gute Übersetzung wertvolle Dienste leistet, kann der Rückgriff auf einen kommentierten Grundtext weiteres Licht in den Zusammenhang werfen.

Schutz vor Vorurteilen
Ich denke, dass wir alle zumindest einmal mit dieser Gefahr konfrontiert wurden und ihr eventuell erlegen sind. Wir stehen in Gefahr, uns an Gottes Wort zu wenden um unsere "Ansicht xy" bestätigt zu bekommen. Gottes Wort muss für sich selbst sprechen können, es muss nicht unsere Gedankengebilde um jeden Preis untermauern können! Zudem können wir keinen Vers zwingen von uns verstanden zu werden. Ein Bruder tat einmal den Ausspruch "Ich finde nicht die Verse schwer, die ich nicht verstehe, sondern die, die ich verstehe".

Wenden wir alle Verse aus Gottes Wort auf uns an, die wir verstehen,
dann wird uns der Heilige Geist die weiteren Verse verstehen lassen
sobald wir "reif" genug dafür sind!


Wenn wir Gottes Wort mit der Hilfe des Heiligen Geistes erforschen und ihn um Erklärung der uns zugedachten Portion Offenbarung bitten, wird er uns sein Wort aufschließen: "Denn wir erkennen stückweise, und wir prophezeien stückweise" (1.Kor.13,9).

Wir erkennen die Offenbarungen seines Wortes, wenn "wir Vernunftschlüsse (oder "unabhängige, eigenmächtige Gedanken") zerstören und jede Höhe (wie beispielsweise vorgefasste Meinungen), die sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und jeden Gedanken gefangen nehmen unter den Gehorsam des Christus" (2.Kor.10,5).

Literaturnachweise


Das Alte Testament im Überblick (Arend Remmers)
Das Neue Testament im Überblick (Arend Remmers)
Das Wunder des Buches (Prof. D. Hague)
Ist die Bibel glaubwürdig? (Roger Liebi)
Die Bibel - mehr als ein Buch? (Missionswerk Werner Heukelbach)
Inleiding tot de Bijbel (J.N.Darby)
Gedanken zum Schöpfungsbericht (Dr. W.J. Ouweneel)
Die Überlieferung der Bibel (Verbreitung der Heiligen Schrift)
Het onstaan van de bijbel (Prof. Dr. W.J. Ouweneel und W.J.J. Glashouwer)


Gott

Einleitung

Wenn wir uns mit der Betrachtung des "dreieinen Gottes" beschäftigen, so müssen wir dies im Bewusstsein tun, dass wir heiligen Boden betreten.

Wir sind Menschen, Geschöpfe, und besitzen nicht die erhabene Allwissenheit und unbeschränkte Weisheit Gottes (Hes.28,2.9). Dennoch wird er unser Bemühen, ihn besser kennen zu lernen, segnen und sich offenbaren!

Gott: Die „Dreieinheit“


Gott offenbart sich in seinem Wort als göttliche Dreieinheit. So finden wir Stellen, in denen "Gott als Dreieinheit" gezeigt wird und welche, in denen er sich als "Gott, der Vater", "Gott, der Sohn" oder "Gott, der Heilige Geist" offenbart.

Gott als Dreieinheit"Am Anfang schuf Gott (Plural-Form bei "Gott") die Himmel und die Erde" (1.Mose 1,1)
Gott, der Vater"Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahrhaftigen Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter." (Joh.4,23)
Gott, der Sohn"Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, auf daß wir den Wahrhaftigen kennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und [das] ewige Leben." (1.Joh.5,20)
Gott, der Heilige Geist"Es geschah aber, als das ganze Volk getauft wurde, und Jesus getauft war und betete, daß der Himmel aufgetan wurde, und der Heilige Geist in leiblicher Gestalt, wie eine Taube, auf ihn herabstieg, und eine Stimme aus dem Himmel kam: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden." (Luk.3,21-22)


Wir erkennen aus diesen Beispielen, dass Gott zeitweise "als Ganzes" vor unseren Augen steht, insbesondere der letzte Vers zeigt uns jedoch deutlich, dass es sich um drei parallel agierende Personen handelt.

Gott: Der Glaube an die Existenz Gottes


Der Glaube an ein göttliches Wesen existiert länger als alle Zivilisationen und Völker dieser Erde. Der Mensch ist bewusst, dass ein höheres Wesen existieren muss, dass es eine Erklärung für unsere Erde und das Geschöpf "Mensch" geben muss. Dieses versuchte er bereits früh zu erforschen, darin können wir auch das Wirken des Heiligen Geistes erkennen, der an jedem Geschöpf wirkt.

Im Gegensatz dazu steht der Geist des Atheisten, der den Platz des ursprünglichen, gesund forschenden und suchenden Geistes ersetzt. Er widersetzt sich in seinem Innern dem Naheliegenden, deshalb beurteilt Gott einen solchen als Tor (Psalm 14,1).

Gewöhnliche Menschen fordern keinen Beweis für ihre Existenz oder für die der materiellen Dinge, von denen sie umgeben sind. Wenngleich Gott als Person nicht sichtbar ist, ist seine Existenz so deutlich erkennbar, das gewöhnliche Menschen keinen Beweis seiner Existenz benötigen.

Zweifel an der Existenz Gottes sind begründet in der eigenen Blindheit,
gepaart mit starkem Einfluss Satans! Denn Gott ist nach Röm.1,19-20
schon in der Schöpfung erkennbar. Sie sind ohne Entschuldigung...


Obwohl die alten griechischen Philosophen nicht mit den göttlichen Offenbarungen vertraut waren, wurden mehrere Versuche unternommen, das Universum auf Basis eines höheren Wesens zu erläutern:

PolytheismusDer Glaube an eine Vielzahl von Göttern
HylozoismusDer Glaube, dass das Prinzp des Lebens in der Schöpfung Gott selbst ist
MaterialismusNach diesem Ansatz basiert die materielle Schöpfung auf Naturgesetzen, die sich selbst regeln und keinen Eingriff eines Gottes erfordern. Diese Theorie ist auch Grundlage der modernen Evolutionstheorie!
PantheismusDie Lehre vertritt die Ansicht, dass das Universum gleichbedeutend mit Gott selbst ist.


Aus der Schöpfung selbst können wir, losgelöst von den Offenbarungen Gottes in seiner Schrift, die folgenden Beweisführungen vornehmen:

OntologieGott muss existieren, sonst wäre es nicht in jedem einfachen Geschöpf der Glaube daran vorhanden.
KosmologieDas Prinzip von Ursache und Wirkung. Das Universum kann nicht "einfach so" existieren, es muss einen Verursacher haben.
TeleologieJedes Geschöpf muss einen Schöpfer haben. Ein komplexes und kompliziertes Werk wie die Schöpfung muss somit einen großartigen "Entwerfer" und Schöpfer